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Willkommen beim DAZ.online-Adventsrätsel! 

01.12.2017, 11:32 Uhr

(Foto: Swetlana Wall / stock.adobe.com)

(Foto: Swetlana Wall / stock.adobe.com)


Wie bereits in den vergangenen Jahren haben wir auch für diese Adventszeit einen DAZ-Adventskalender von unserer Cartoonistin Barbara für Sie gestalten lassen. In diesem Jahr erzählen wir Ihnen mit den Fragen interessante, kuriose und spannende Geschichten rund um Wissenschaftler, Arzneistoffe und Krankheitsbilder.  

Der aktuellen DAZ lag ein Adventskalender bei, der hinter seinen Türchen bereits Hinweise auf die Rätselfragen versteckt. Öffnen Sie jeden Tag ein Türchen und erfahren Sie täglich, was es mit den Bildern auf sich hat!

In diesem Jahr erzählen wir Ihnen mit den Fragen interessante, kuriose und spannende Geschichten rund um Wissenschaftler, Arzneistoffe und Krankheitsbilder und suchen deren Namen oder die Bezeichnung.

Wir laden Sie ein, vom 1. bis zum 24. Dezember täglich bei unserem Weihnachtsrätsel mitzumachen.

Damit das Rätsel noch mehr Spaß macht, verlosen wir täglich unter allen Tageseinsendungen einen attraktiven Preis. Mitmachen lohnt sich! 


Wenn Sie die Lösung wissen, können Sie das Lösungswort einfach in das vorbereitete Antwortfeld schreiben und zusammen mit Ihrem Namen und Ihrer Adresse an uns schicken. Sie haben damit jeden Tag die Chance auf einen attraktiven Preis – ein Fach- oder Sachbuch, den neuen Apotheker-Kalender oder sogar eine Eintrittskarte für die Interpharm 2018. Die Liste der Tagespreise können Sie ab dem 1. Dezember komplett einsehen.

Einsendeschluss ist täglich um 23.59 Uhr. Unter Ausschluss des Rechtsweges ziehen wir dann am nächsten Tag aus allen richtigen Einsendungen den Tagesgewinner. 

Die Auflösung der Rätsel und die Gewinner werden hier auf DAZ.online und in der 
jeweils nächsten DAZ veröffentlicht. 

Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Rätseln und drücken Ihnen die Daumen!



[Foto: tacio philip – stock.adobe.com]
Verschiedene Mückenarten übertragen den Erreger der gesuchten Viruskrankheit.

Frage 11:

Mitte des 18. Jahrhunderts hatten die Männer in England die französische Hofkultur satt. In dieser Zeit entstand ein neues Modebewusstsein, die Vertreter wurden als Dandys bezeichnet. Woher der Begriff stammt, ist allerdings unklar. Die Dandys legten nicht nur viel Wert auf ihre Kleidung – zu jedem Anlass gab es den passenden Anzug –, sondern auch auf eine äußerst gepflegte Sprache und Verhaltensweise. Kurzum: das eigene Auftreten stand im Vordergrund. Der Sprachwissenschaftler Friedrich Kluge beschrieb die Dandys in seinem Wörterbuch als „junge Leute, die in auffälliger Bekleidung Kirche oder Jahrmarkt besuchen“ und sich recht geziert bewegten. Als Sklaven in Westindien sich mit einer Infektionskrankheit ansteckten, soll deren krankheitsbedingte Haltung und ihr gestörter, schmerzhaft eingeschränkter Gang die britischen Kolonisten an eben jene Dandys erinnert haben, weshalb die Krankheit in der Folge als „Dandy Fever“ bezeichnet wurde. Auch in anderen Kolonien wurde die Krankheit beobachtet und nach ihren Bewegungssymptomen benannt. So wird sie in Aufzeichnungen aus dem holländisch besetzten Indonesien als „Knokkelkoorts (Knöchelfieber)“ bezeichnet. Dass es sich dabei um eine Viruskrankheit handelt, die über Mückenstiche – am häufigsten von der Gelbfieber-Mücke oder der Asiatischen Tigermücke – übertragen wird, war damals noch nicht bekannt. Auch heute ist das Virus vor allem in tropischen und subtropischen Gebieten verbreitet. In Deutschland tritt die Krankheit selten auf. Die 956 im Jahr 2016 gemeldeten Fälle wurden alle im Ausland erworben – die Hälfte davon in Thailand. Die Behandlung erfolgt symptomatisch, eine ursächliche Therapie existiert nicht.

Über die Quelle des heute verwendeten Namens ist man sich nicht einig. Er erinnert vom Klang aber noch an den ehemaligen britischen Namen.

Wie lautet er?

[Foto: liskam – stock.adobe.com]
Der Kampf gegen diesen Nager war Ausgangspunkt einer intensiven Forschung, bei der als „Nebenprodukt“ ein heute immer noch eingesetzter Wirkstoff entstand.

Frage 10:

Anfang der 1920er-Jahre grassierte in Kanada und in den USA eine bis dahin unbekannte Krankheit, an der Rinder verstarben. Zwar fand man schon bald heraus, dass die Krankheit mit Silofutter aus verschimmeltem Süßklee in Verbindung stand, erst 1933 erkannte jedoch der Biochemiker Karl Paul Link eine Hemmung der Blutgerinnung als eigentliche Todesursache. In nimmermüder Kleinarbeit isolierte er die verantwortliche Substanz und nannte sie Dicumarol.

Die Tatsache, dass die tödlichen Blutungen infolge einer Dicumarol-Vergiftung erst mit einiger Verzögerung eintraten, machte die Substanz als Mittel zur Nagetierbekämpfung interessant. Ratten lernen nämlich rasch, vergiftete Köder zu meiden, sobald tote Artgenossen in der Nähe liegen. Vergiftungen mit Verzögerungseffekt eröffneten daher neue Wege der Schädlingsbekämpfung. In der Praxis erwies sich Dicumarol als Rattengift jedoch als wenig geeignet. Link und sein Team suchten daher – unterstützt durch die Wisconsin Alumni Research Foundation – nach wirksameren Substanzen. 1948 synthetisierten sie einen farb- und geruchlosen Stoff, der wenig später als Rattengift zugelassen wurde.

An eine pharmazeutische Anwendung der neuen Substanz dachte zunächst niemand, da die Hemmung der Blutgerinnung als unumkehrbar galt. Erst 1951 entdeckte man, dass die Blutgerinnung wiederhergestellt werden konnte. Die Ergebnisse der daraufhin initiierten klinischen Studien waren überraschend positiv und führten 1954 zu einer Marktzulassung des Rattengifts als Blutverdünner.

Wie lautet der Name des Wirkstoffs, der bis heute an die Förderung seiner Entwicklung durch die Wisconsin Alumni Research Foundation erinnert?    

[Foto: pedrosala – stock.adobe.com]
Viele klassische Glasgeräte, die wir aus dem Labor kennen, sind nach berühmten Chemikern und Apothekern benannt.

Frage 9:

Anfang, Mitte des 19. Jahrhunderts war das wohl noch leichter möglich als heute: ein Studium der Medizin, ein Studium der Chemie und dann noch ein Studium der Pharmazie, nebenbei noch eine Promotion. Auch für unseren gesuchten Naturwissenschaftler war dies kein Problem. Er studierte Chemie und Pharmazie an den Universitäten in Gießen und Heidelberg und führte fünf Jahre lang sogar eine Apotheke in Wiesbaden. Doch es zog ihn wieder an die Universität. Bei Robert Bunsen habilitierte er sich über das Thema Kunstdünger. Später befasste er sich viel mit der Atomtheorie und der Struktur von chemischen Verbindungen und ihrer Schreibweise. Er war es, der erstmals den Begriff der Mehrfachbindung definierte. Die meisten von uns kennen ihn aber von einem Laborgerät, das er entwickelt hat. Das nach ihm benannte Glasgefäß mit seiner typischen Form dient meist zum Mischen und Erhitzen von Lösungen. Das Verdienst unseres gesuchten Naturwissenschaftlers ist es, diesem Glasgerät die besondere Form gegeben zu haben, wodurch die Gefahr verringert wurde, dass bei Zugabe von Substanzen, beim Rühren und Schwenken die Flüssigkeiten unkontrolliert entweichen.

Wie heißen der gesuchte Naturwissenschaftler (Vor- und Nachname) und das nach ihm benannte Laborgerät? 

[Foto: Tjefferson - stock.adobe.com]
Ein so schöner Sternenhimmel ist leider in unseren zivilisierten Regionen mit großen, hell erleuchteten Städten kaum zu beobachten, da durch die vielen Lichtquellen der Nachthimmel stark aufgehellt ist.

Frage 8:

In der dunklen Jahreszeit kann man ihn besonders lange bestaunen – den Sternenhimmel. Doch wer hätte gedacht, dass der Sternenhimmel auch Namensgeber gleich zweier verschiedener Phänomene in der Medizin ist?  Zum einen ist das „Sternenhimmelphänomen“ ein Zufallsbefund bei der skrotalen Sonographie, bei der mit Ultraschall Hoden auf das Vorhandensein eines Tumors untersucht werden. Ärzte kennen es auch unter dem Namen „Pfeffer-Salz-Muster“ oder „Schneegestöber“. Bei der Struktur handelt es sich um feine Verkalkungen, die durch Tumoren, Entzündungen oder eine Chemotherapie hervorgerufen werden können, wobei die genaue Pathogenese unklar ist.

Zum anderen wird mit dem Begriff „Sternenhimmel“ das Hauptsymptom einer Virusinfektion beschrieben: Hautläsionen in verschiedenen Entwicklungsstadien wie Papeln, Bläschen und Schorf treten zeitgleich auf. Zuerst erscheinen die Läsionen am Körperstamm und im Gesicht. Das Muster auf der Haut sieht aus wie ein Sternenhimmel. Die gesuchte Infektion wird sozusagen mit dem „Wind“ übertragen. Das verrät auch ihr deutscher Name.

Zweimal „Sternenhimmel“, aber zwei völlig verschiedene medizinische Phänomene.

An welcher Infektion leidet man, wenn der Arzt von einem Sternenhimmel auf der Haut spricht?

[Foto: Alexandr Steblovskiy - stock.adobe.com]
Das gleichnamige alkoholische Getränk hatte im Club „Whisky a Go Go“ eher eine untergeordnete Bedeutung. Dafür gab es Tänze, die einen Neurogenetiker zu einer Namensgebung inspirierten.

Frage 7:

In Los Angeles, zwischen Hollywood und Beverly Hills, liegt der Sunset Strip. Auf diesem prominenten Teil des Sunset Boulevards bummeln tagsüber unzählige Menschen an den Schaufenstern edler Boutiquen vorbei oder verbringen ihre Zeit in den Restaurants und Cafés. Am Abend verwandelt sich der Straßenabschnitt dagegen in eine wilde Partymeile – mit langer Tradition. Rockgrößen wie Alice Cooper, The Doors, The Who oder Led Zeppelin gaben sich in den 1960er-Jahren beim Club „Whisky a Go Go“ die Klinke in die Hand. Dieser war der erste Rockclub in Los Angeles und wurde 1964 von einem ehemaligen Polizisten aus Chicago eröffnet. An diesem Ort trafen sich nicht nur die Größen aus der Musik- und Showbranche, es wurden auch Tänze begründet, die zum Teil noch heute bekannt sind. So entstand der Go-Go-Tanz hier eher zufällig, als der Clubbesitzer – den engen Platzverhältnissen in den Räumlichkeiten geschuldet – eine weibliche DJ in einem Glaskasten über der Tanzfläche auftreten ließ.

Ein anderer Tanz wiederum erinnerte einen US-amerikanischen Neurogenetiker an seine Beobachtung, die er bei Taufliegen (Drosophila melanogaster) machte, wenn sich diese in einer Ether-Narkose befanden. William D. Kaplan (1914 bis 2002) befasste sich fast sein ganzes Forscherleben damit, wie sich Genmutationen auf die Entstehung von Krebs, bestimmten Verhaltensweisen sowie das Altern auswirken. Am City of Hope Medical Center in Los Angeles führte er Experimente an Taufliegen durch und konnte Gene identifizieren, die für bestimmte neurologische Erkrankungen kodieren. Wenn er die Tiere den Ether-Dämpfen aussetzte, fingen sie an, mit den Füßen rhythmisch zu zucken, so wie die Tänzer im „Whisky a Go Go“. Ursächlich dafür ist die Hemmung eines spannungsaktivierten Kalium-Kanals, der auch beim Menschen vorkommt. Dort befindet er sich jedoch vorrangig in Herzmuskelzellen. Wird der Kanal durch Mutationen oder Arzneistoffe in seiner Aktivität moduliert, kann es zu Herzrhythmusstörungen kommen. Diese sogenannten Long- oder Short-QT-Syndrome entstehen aus einer veränderten Repolarisation des Aktionspotenzials und sind lebensbedrohlich. Daher testen Pharmahersteller alle ihre neuen Arzneistoffe darauf, ob sie den Kalium-Einstrom durch diesen Kanal hemmen oder verstärken. Weisen Arzneistoffe eine gewisse Affinität gegenüber dem Kanal auf, wird ihre Entwicklung meist beendet.

Wie heißt der gesuchte Kalium-Kanal? 

[Foto: TIMDAVIDCOLLECTION - stock.adobe.com]
Kandierte Äpfel gehören zu jedem ordentlichen Weihnachtsmarkt. Das Wichtigste dabei ist natürlich der Überzug aus Zucker. Apropos Zucker: Zu den Zuckersäuren gehört eine Verbindung, die sich als Namensbestandteil in ben-u-ron wiederfindet. Und um diesen Namen dreht sich unsere heutige Frage.

Frage 6:

Einen Namen für ein Fertigarzneimittel zu finden, ist ganz schön tricky. Er muss leicht zu merken und leicht auszusprechen sein – zumindest im Fall eines OTC-Arzneimittels ist das günstig, da die Kunden ansonsten ja nicht danach fragen können. Er darf keine andere Marke tangieren, darf nicht verwechselbar sein, darf keine unerwünschten Assoziationen wecken (Sex sells zwar, aber gehört nicht auf eine Arzneimittelpackung) und, und, und …

Eine immens schwere Aufgabe, die die mit der Findung Beauftragten sicher das eine oder andere graue Haar kostet.

Ein gern gewählter Ansatz ist die Verwendung von Teilen oder auch des ganzen Firmennamens in Kombination mit dem Wirkstoff. Diesen Weg hat auch das Unternehmen bene bei der Namensentwicklung seines Paracetamol-haltigen Fertigarzneimittels ben-u-ron gewählt. Die erste Silbe „ben“ kommt von bene und damit vom Namen der Gründer- und Inhaberfamilie Drs. Benend (bene hieß ursprünglich Dr. Wilhelm Benend KG).

Der Suffix „u-ron“ kommt von der Uronsäure, einer Substanz, die Teil eines Wirkstoffs war, der zur Zeit der Markteinführung von ben-u-ron bei bene im Jahr 1959 das eigentliche dominierende Thema darstellte. Um Paracetamol handelt es sich dabei nicht, das verraten wir schon mal. Wer danach im Namen sucht, der sucht vergeblich.

Wir möchten von Ihnen wissen, an welchen Wirkstoff bene stattdessen gedacht hat.

[Foto: Pavelis - stock.adobe.com]
Ein schwerer Fuß, ein etwa 15 cm langer Schlot mit Bohrungen und eine Flamme, die mal blau und heiß brennt oder kühl und gelb – das charakterisiert das Gerät, das in keinem Labor fehlen darf. 

Frage 5:

Er lebte Anfang des 19. Jahrhunderts, war Naturwissenschaftler, Chemiker, Mathematiker und Erfinder und an mehreren Orten Deutschlands tätig. Er beschäftigte sich mit Arsen, fand ein Gegengift und entdeckte zusammen mit einem Physiker die Elemente Cäsium und Rubidium. Doch der Name des gesuchten Naturwissenschaftlers lebt weniger in seinen Arbeiten und großen Entdeckungen fort. Vielmehr steht ein von ihm zwar nicht erfundenes, aber entscheidend perfektioniertes Gerät wohl auch heute in jedem Labor. Gebraucht wird das mit Gas betriebene Gerät, um mit regulierbarer, heißer Flamme chemischen Reaktionen Wärmeenergie zuzuführen.  

Wie heißen der gesuchte Naturwissenschaftler (Vor- und Nachname) und das nach ihm benannte Gerät? 

[Foto: Canadian Hemophilia Society]
1952 erhielten Hämophilie-Patienten wie der kleine Stephen noch wegen nicht stillbarer Blutungen stationär Blutkonserven verabreicht.

Frage 4:

Die Blutgerinnung ist eine komplexe Reaktionskaskade, deren reibungsloser Ablauf für die schnelle Abdichtung von Gefäßläsionen essenziell ist. Während es für den Großteil der Bevölkerung selbstverständlich ist, dass kleine Wunden bereits nach kurzer Zeit wieder aufhören zu bluten, können für einen von 5000 männlichen Säuglingen, der als Bluter zur Welt kommt, selbst geringfügige Verletzungen lebensbedrohlich sein. Auch der kleine Stephen litt an erhöhter Blutungsneigung. Bei einem Verwandtenbesuch in London musste er 1952 wegen nicht stillbarer Blutungen stationär behandelt werden. Eine seiner Blutproben ging an die Arbeitsgruppe von Rosemary Biggs und Richard Macfarlane in Oxford. Dort wurde zunächst folgender einfacher Versuch durchgeführt: Stephens langsam gerinnendes Blut wurde mit dem ebenfalls langsam gerinnenden Blut eines anderen Bluters gemischt. Zur Überraschung der Forscher gerann die Mischung der beiden Blutproben völlig normal. Es musste demzufolge mindestens zwei auf unterschiedlichen Ursachen beruhende Bluterkrankheiten geben. Schließlich gelang es nachzuweisen, dass Stephen ein bis dahin unbekannter Gerinnungsfaktor fehlte, dem die Forschergruppe Stephens Familiennamen gab. Heute spricht man auch vom Gerinnungsfaktor IX, die Krankheit wird als Hämophilie B bezeichnet.

Doch wie lautet die ursprüngliche, bis heute ebenfalls gebräuchliche Bezeichnung für den Gerinnungsfaktor IX?

[Foto: Oleg Zhukov – stock.adobe.com]
Ein Hase spielte eine Rolle bei der Namensfindung eines bekannten Neuroleptikums.

Frage 3:

Für Patienten mit psychischen Störungen existierte bis Mitte des 20. Jahrhunderts keine Arzneimitteltherapie. Meistens wurden sie in Kliniken gebracht und so lange eingesperrt, bis sich die akuten Beschwerden besserten. Mittelalterliche Methoden wie kalte Duschen, Elektroschocks, Fesselungen und Auspeitschungen sollten gegen Wahnvorstellungen, Halluzinationen, manisch-depressive oder schizophrene Episoden helfen. Wenn Arzneimittel eingesetzt wurden, dann häufig sedierende Substanzen, damit die Patienten keine Gefahr für sich oder ihre Umwelt darstellen konnten. Als eine besonders weitverbreitete und anerkannte Maßnahme galt die Lobotomie, bei der mithilfe eines Eispickel-ähnlichen Werkzeuges Nervenbahnen und ganze Areale im Gehirn durchtrennt wurden.

Mit Einführung der ersten Neuroleptika änderte sich der Umgang mit den Betroffenen sprunghaft. Die antipsychotische Wirkung von Chlorpromazin war dabei eine Zufallsentdeckung. Der Chemiker Paul Charpentier synthetisierte den Stoff Anfang der 1950er-Jahre, als er auf der Suche nach neuen Antihistaminika war. Eine Reihe weiterer Wissenschaftler konnte die sedierende, angstlösende und schließlich auch die antipsychotische Wirkung von Chlorpromazin nachweisen. Im Juli 1953 kam es als Megaphen® auf den deutschen Markt, zwei Jahre später führten es auch die Amerikaner ein. In den USA war die Lobotomie besonders angesehen, und so verwundert es nicht, dass das erste Neuroleptikum in Fachkreisen als „chemische Lobotomie“ bezeichnet wurde.

Es folgten unzählige weitere Vertreter der Neuroleptika, die entweder nach Potenz, Wirkdauer oder Stoffklassen kategorisiert wurden. Allen gemeinsam ist das Nebenwirkungsprofil: Ab einer gewissen Dosierung treten bei den Patienten die sogenannten extrapyramidalen Störungen auf, die sich in veränderten Bewegungsabläufen, verspannter bis erstarrter Muskulatur oder weiteren Parkinson-ähnlichen Erscheinungen bemerkbar machen. Aus der Not wurde schließlich eine Tugend: Der deutsche Psychiater Hans-Joachim Haase (1922 bis 1997) definierte die „neuroleptische Schwelle“, eine patientenindividuelle Dosis, bei der die extrapyramidalen Störungen gerade beginnen und die antipsychotische Wirkung des jeweiligen Neuroleptikums am besten ist. Beim „Haase-Schwellentest“ werden die Handschriften der Patienten vor und während der Behandlung mit Neuroleptika verglichen und so die ideale Dosis definiert. Damit konnte weltweit ein deutlicher Rückgang der verordneten Neuroleptika-Dosierungen erreicht werden, und die Patienten führten ein besseres Leben.

Erst mit Markteinführung des ersten Vertreters der atypischen Neuroleptika Anfang der 1970er-Jahre wurde dieses Paradigma gekippt. Weil die atypischen Neuroleptika eher selten extrapyramidale Störungen verursachen, war die Theorie des Dr. Haase damit erledigt. Es wurde zwar nie bestätigt, aber mit der Namensgebung für dieses Arzneimittel wollte der Hersteller wohl auch verschlüsselt darauf hinweisen.

Wie lautet der Markenname für das erste atypische Neuroleptikum?

[Foto: gemeinfrei]
Abseits der Pharmazie und Chemie spielten sich die modernen Sensationen der Stadt im Bereich des Sports ab. So gelang dem lokalen Fußballverein, trotz begrenzter finanzieller Mittel und einem in die Jahre gekommenen Stadion, als siebter Verein überhaupt der Durchmarsch von der dritten in die erste Fußballbundesliga. Mit einem 1:0-Heimsieg gegen den FC St. Pauli am letzten Spieltag der Saison 2014/15 machten die „Lilien“ den Einzug ins Oberhaus perfekt. Und auch in ihrem ersten Bundesligajahr seit der Saison 1981/82 konnten sie die Klasse halten und belegten den 14. Platz. Aktuell spielt der Verein in der zweiten Bundesliga.

Frage 2:

Kennen Sie das Element Ununnilium? Wahrscheinlich eher nicht. Denn das Element mit der Ordnungszahl 110 wurde im Jahr 2003 nach einer deutschen Stadt umbenannt. Und damit ist diese heute gesuchte Stadt die einzige in Deutschland, der die Ehre zuteilwurde, Pate für ein chemisches Element zu sein. Verantwortlich für die etwas unübliche Namensgebung ist das ortsansässige Helmholtzzentrum der Gesellschaft für Schwerionenforschung. Zu den Erfolgen der Forschungseinrichtung zählt unter anderem die Entdeckung neuer chemischer Elemente, wie beispielsweise Rutherfordium oder das nach dem Bundesland Hessen benannte Hassium. 1994 erzeugten die Forscher Peter Armbruster und Gottfried Münzenberg unter der Leitung von Sigurd Hofmann dann erstmals durch Fusion eines Blei- und eines Nickel-Ions künstlich das neue Element Ununnilium. Bis heute konnten 14 Isotope des Elements mit Atommassen zwischen 267 und 282 erzeugt werden, deren Halbwertszeiten zwischen 3,1 µs bis 1,1 min schwanken.

Auch in der Pharmazie spielt die gesuchte Stadt eine herausragende Rolle. So ist sie die Keimzelle von zwei pharmazeutischen Weltkonzernen. Eines davon, die Merck KGaA, hat auch heute noch dort seinen Firmensitz. Der zweite Konzern, Merck & Co. Inc., war, wie der Name vermuten lässt, bis zum ersten Weltkrieg eine Tochtergesellschaft der Merck KGaA, wurde dann aber durch Enteignung eigenständig. Heute sind die Unternehmen völlig unabhängig.
Im kommenden Jahr feiert die Merck KGaA ihr 350-jähriges Jubiläum. Dabei bezieht sich das Unternehmen auf das Jahr 1668, als Friedrich Jakob Merck das Privileg erhielt, eine Apotheke in der gesuchten Stadt zu betreiben. Die Engel Apotheke befindet sich bis heute in Familienbesitz. Die eigentliche Firmengründung erfolgte später und geht auf den Apotheker Heinrich Emanuel Merck zurück. Dieser übernahm 1816 die Engel-Apotheke von seinem Vater und begann damals, an Naturstoffen zu forschen, wodurch es ihm gelang, Alkaloide wie z.B. Morphin in reiner Form zu isolieren. Diese bot er dann Apothekern, Chemikern und Ärzten über sein Pharmaceutisch-chemisches Novitäten-Cabinet zum Kauf an. Damit war der Grundstein gelegt. Im Jahr 1850 gründete Merck eine Geschäftssocietät zusammen mit seinen drei Söhnen, die nach seinem Tod 1855 das kleine, 50 Mitarbeiter zählende Unternehmen übernahmen. In den Folgejahren wuchs das Unternehmen und war bis 1884 das umsatzstärkste deutsche Pharmaunternehmen, bevor Konkurrenten wie Bayer vorbeiziehen konnten.
Doch zurück zur Frage:

Wie heißt die einzige deutsche Stadt, nach der ein chemisches Element benannt wurde? 

[Foto: djama - stock.adobe.com]
Die Stadt Basel hat eine lange Geschichte der Pharmazeutischen Industrie. Manchmal war sie sogar namensgebend für bekannte Präparate.

Frage 1:

Im äußersten Nordwesten der Schweiz liegt Basel. Die Stadt mit knapp 170.000 Einwohnern ist bekannt als ein weltweites Zentrum für Messen, Banken und vor allem für pharmazeutische Betriebe. Mehr als 90% der Warenexporte aus Basel sind chemische und pharmazeutische Erzeugnisse. Zu den größten Arbeitgebern im Pharmasektor zählen Novartis, Hoffmann-La Roche, Syngenta und Lonza Group. Teilweise sind diese Unternehmen schon seit Jahrhunderten in der Basler Stadtgeschichte verwurzelt.

1758 gründete Johann Rudolf Geigy-Gemuseus (1733 bis 1793) eine Großhandlung für „Materialien, Chemikalien, Farbstoffen und Heilmitteln aller Art“, die 100 Jahre später durch seine Nachkommen in ein Farbholz- und Farbextraktionswerk umfirmiert wurde. Schließlich nahm man die großtechnische Produktion von synthetischem Fuchsin auf, einem Triphenylmethanfarbstoff, der zur Herstellung der Castellani-Lösung verwendet wurde. 1914 wurde das Unternehmen eine Aktiengesellschaft mit der Bezeichnung J.R. Geigy AG und entwickelte Insektizide (DDT) und Herbizide sowie bedeutende Arzneimittel, wie Antirheumatika (Phenylbutazon), Psychopharmaka (Imipramin) und Antiepileptika (Carbamazepin). Auch Alexander Clavel (1805 bis 1873) fand im 19. Jahrhundert seine Berufung in der Herstellung von Fuchsin. Aus einem kleinen Betrieb in der Basler Altstadt entstand in nur wenigen Jahren eine große Produktionsstätte für viele synthetische Farbstoffe. Nach dem Verkauf der Firma wurde der Name geändert zu Gesellschaft für Chemische Industrie Basel – die Abkürzung „Ciba“ wurde nach dem Zweiten Weltkrieg sogar der offizielle Name.

Die Herstellung von Farbstoffen im industriellen Maßstab war auch die Motivation von Alfred Kern (1850 bis 1893) und Edouard Sandoz (1853 bis 1928), die eine gemeinsame Firma gründeten. Nach dem frühen Tod seines Geschäftspartners baute Sandoz die Produktpalette aus und legte einen Schwerpunkt auf die pharmazeutische Forschung. Es entstanden bedeutende Substanzen wie das Antirheumatikum Phenazon, der Süßstoff Saccharin sowie das Psychopharmakon LSD. 1970 schlossen sich Ciba und Geigy zusammen zur Ciba-Geigy AG, und 1996 kam es schließlich zur großen Fusion mit Sandoz zur Novartis AG. Es wurden nicht nur weitere Firmen zugekauft und neue Produkte auf den Markt gebracht, sondern auch das Stadtbild von Basel nachhaltig verändert. Der „Novartis Campus“ entstand aus dem St. Johann-Areal, einem traditionsreichen Industriekomplex mit Forschungs- und Produktionsstätten, Bürogebäuden und dem internationalen Hauptsitz des Konzerns.

Ganz in der Nähe des Novartis Campus, direkt an der Elsässerstraße, liegt ein kleiner Platz, der 1973 namensgebend für eines der umsatzstärksten Arzneimittel der damaligen Ciba-Geigy AG gewesen sein soll. Auf der Suche nach einem griffigen Namen für 2,6-Dichlorphenylaminophenylacetat kombinierte ein Mitarbeiter der Marketingabteilung den Namen des Platzes vor der Firma mit dem Namen des Flusses, der durch Basel verläuft, und erschuf damit einen der wohl bekanntesten Arzneimittelnamen aller Zeiten.

Um welchen Markennamen geht es?


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