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Cross-sektionale Beobachtungsstudie

Beruflicher Stress und Aufschub des Toilettengangs können Verstopfungen begünstigen

01.07.2019, 00:00 Uhr


Wie wurden die Daten erhoben?

An die Belegschaft einer spanischen Klinik (4466 Mitarbeiter) wurden nach dem Zufallsprinzip 910 Fragebögen verteilt. Sie waren anonym auszufüllen.

415 Mitarbeiter (45,6 Prozent) leiteten die Bögen so zurück, dass sie ausgewertet werden konnten. Der männliche Anteil lag bei 119 Personen (28,7 Prozent), der weibliche bei 296 (71,3 Prozent). Das Durchschnittsalter betrug 43,8 +/- 11,9 Jahre.


Tab. 1: Darstellung der Studienteilnehmer (n= 415) (n=415); mod. nach 1

    Anzahl Anteil
Altersgruppe
[in Jahren]
20 - 30 90 21,7 %
31 - 40 67 16,1 %
41 - 50 117 28,2 %
51 - 60 114 27,5 %
61 - 70 27    6,5 %
Geschlecht Männer 119 28,7 %
Frauen 296 71,3%

Faktor Geschlecht: Deutlich mehr Frauen berichteten von Verstopfung 

Insgesamt gaben 100 Teilnehmer (24,1 Prozent) an, sie würden sich verstopft fühlen. Während das Alter keine nennenswerte Rolle spielte, wurden Unterschiede hinsichtlich der geschlechtsspezifischen Verteilung offenkundig: Signifikant mehr Frauen als Männer gaben an, unter Verstopfung zu leiden (31,8 gegenüber fünf Prozent; p<0,001).

Die Dauer der Beschwerden betrug im Durchschnitt 113 +/- 66 Monate.

Obstipation: Gute Übereinstimmung von Selbsteinschätzung und Rom-III-Kriterien 

Im Jahr 2006 wurden die so genannten Rom-III-Kriterien definiert und so eine einheitliche Diagnose einer chronischen Obstipation ermöglicht. Auch in der vorliegenden Erhebung waren diese Kriterien Teil des Fragebogens.

Abb. 1: Rom-III-Kriterien² zur Diagnose der funktionellen Obstipation

Es zeigte sich, dass jedes der aufgeführten Rom-III-Kriterien häufiger von Frauen als von Männern erfüllt wurde. Frauen erfüllten auch häufiger zwei der Rom-III-Kriterien als dies bei Männern der Fall war (32,1 Prozent gegenüber 12,6 Prozent).

Generell fand sich ein guter Zusammenhang zwischen den Rom-III-Kriterien und der getroffenen Selbsteinschätzung: Verstopft fühlten sich die Befragten vorwiegend dann, wenn zwei oder mehr der Rom-III-Kriterien auf sie zutrafen (p<0,001).

Abführmittel: Mehr Frauen als Männer verwenden Abführmittel

Auch zum Thema Abführmittel und Verdauungshilfen wurden die Teilnehmer befragt. Hier gaben rund zehn Prozent an, Laxantien einzunehmen. Geschlechtsspezifische Unterschiede wurden auch hier offenkundig: Signifikant mehr Frauen als Männer griffen auf Laxantien zurück (12,2 Prozent gegenüber 4,2 Prozent; p=0,014).

Darüber hinaus verwendeten rund zwei Prozent der Teilnehmer Klistiere, 5,3 Prozent Suppositorien und acht Prozent griffen auf manuelle Manöver zur Erleichterung des Stuhlgangs zurück.



¹ Cerdán-Santacruz C, Ortega-López M, Vigara-García M, Fernández-Pérez C, Cerdán-Miguel J. Do bad habits bring a double constipation risk? Turk J Gastroenterol 2018; 29: 580-587.

² Longstreth GF, Thompson WG, Chey WD, et al. Functional bowel disorders. Gastroenterology. 2006 Apr; 130 (5): 1480–1491.




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