Finanziert und inhaltlich verantwortet von Sanofi-Aventis Deutschland GmbH

Deutsche Erstveröffentlichung

Neue Studiendaten zur Behandlung akuter Erkältungssymptome

07.11.2017, 09:37 Uhr


Eine akute Erkältung ist häufig und lästig, zum Glück geht sie aber auch ohne Behandlung vorbei. Dennoch ist es der verständliche Wunsch vieler Betroffener, die Symptome zu lindern. Kürzlich wurden im international renommierten International Journal of Clinical Practice die Ergebnisse einer Befragung von 1770 Apothekenkunden vorgestellt, die ein Kombinationspräparat aus 200 mg Ibuprofen und 30 mg Pseudoephedrin (Boxagrippal®) erworben hatten (1). Die Ergebnisse haben direkte Implikationen für die Verwendung von Erkältungspräparaten.

Deutsche Erstveröffentlichung

Englische Erstveröffentlichung: International Journal of Clinical Practice

Studienart: Apothekenbasierte Befragung mit 1.170 Apothekenkunden

Was wurde gemacht?

Gemäß den Empfehlungen der Packungsbeilage konnten die Anwender maximal alle 6 Stunden jeweils bis zu 2 Tabletten des Kombinationspräparates einnehmen, innerhalb eines Tages aber nicht mehr als 6 Tabletten. Die Untersucher interessierten sich für 11 klassische Erkältungssymptome, verstopfte Nase, verstopfte Nasennebenhöhlen, laufende Nase, Niesen, Kopfschmerzen, Halsschmerzen, Gliederschmerzen, Fieber, Abgeschlagenheit/Müdigkeit, trockener Reizhusten und verschleimter Husten. Vor und nach der ersten Einnahme des Präparates wurden die Symptome auf einer Skala von 1-10 beurteilt und zu einem quantitativen Symptomenscore zusammengefasst. Außerdem wurden Subscores erstellt, die die Symptome erfassen, die bekanntermaßen auf Ibuprofen oder auf Pseudoephedrin ansprechen oder unspezifische Symptome darstellen. Ebenfalls wurde erfragt, welche vier Symptome als besonders beschwerlich erfahren wurden, wann die Einnahme begann und wie schnell die Symptomlinderung eintrat. Multiple Regressionsanalysen wurden durchgeführt, um Faktoren zu identifizieren, die mit besserer Wirkungen einhergehen.

Was stört Patienten am meisten?

Am häufigsten als besonders beschwerlich wurden Kopfschmerzen, verstopfte Nase, Abgeschlagenheit und Gliederschmerzen genannt. Diese sprachen gut auf die Behandlung an, d.h. wurden in ihrer Intensität um mehr als 50% reduziert (Abbildung 1). Über alle 11 Symptome hinweg verbesserte sich die Intensität der Beschwerden von 4,22 ± 1,65 auf 2,02 ± 1,42, wobei die Verbesserung der auf Ibuprofen ansprechenden Symptome am stärksten ausgeprägt war (um 60,0 ± 33,2%).

Fazit für die Praxis

Ein Kombinationspräparat aus 200 mg Ibuprofen und 30 mg Pseudoephedrin (Boxagrippal®) reduzierte in einer Befragung von 1770 Anwendern akute Erkältungssymptome um mehr als 50% und hatte mit im Mittel nicht mehr als 30 Minuten einen schnellen Wirkeintritt. Die höchste Wirksamkeit zeigte sich, wenn initial zwei Tabletten eingenommen wurden und die erste Einnahme maximal zwei Tage nach Beginn der Erkältungssymptome erfolgte. Diese Ergebnisse sprechen dafür die Behandlung akuter Erkältungssymptome früh zu beginnen, wenn eine Indikation für ein Kombinationspräparat aus Ibuprofen und Pseudoephedrin besteht.

Abbildung 1: Intensität der vier beschwerlichsten Erkältungssymptome vor und nach der ersten Einnahme von Boxagrippal®. Gezeigt sind Mittelwert ± Standardabweichung von 1770 Teilnehmern, gemessen auf einer Skala von 0-10 (sehr schwach bis sehr stark).

Der Wirkungseintritt war schnell, d.h. mehr als die Hälfte der Teilnehmer gab an, dass er nach der ersten Tabletteneinnahme in nur 30 Minuten oder weniger eintrat (Abbildung 2). Gleichzeitig war die Symptomlinderung langanhaltend, d.h. mehr als 81,6% gaben eine Wirkdauer von 6-24 h an. 

Abbildung 2: Zeit bis zum Wirkeintritt nach der ersten Einnahme von Boxagrippal®.

Was bestimmt die Wirksamkeit?

Mit Hilfe einer multiplen Regressionsanalyse wurde untersucht, welche Faktoren mit einer erhöhten Wirksamkeit nach der ersten Einnahme assoziiert waren. Alter und Geschlecht der Anwender hatten keinen relevanten Einfluss auf die Wirksamkeit. Wie basierend auf den bekannten Dosis-Wirkungs-Kurven der aktiven Inhaltsstoffe zu erwarten war, war die Wirkung der ersten Einnahme dosisabhängig, d.h. größer mit 2 Tabletten. Die wichtigste Beobachtung war dabei, dass die Wirksamkeit am größten war, wenn die Einnahme spätestens am zweiten Tag nach Einsetzen der Erkältungssymptome begann. Dieses Ergebnis erscheint statistisch robust, da es konsistent gemessen wurde, egal ob das Ausmaß der Senkung des Symptomenscores oder die Anzahl der Patienten untersucht wurde, die eine Verbesserung des Scores von mindestens 50% berichteten. Allerdings scheint sich dies vorwiegend auf die Wirkkomponente von Pseudoephedrin zu beziehen, da der Subscore für auf Ibuprofen ansprechende Symptome sich unabhängig davon verbesserte, wann die Einnahme begann.


Das könnte Sie auch interessieren...

Selbstmedikation

Evidenzbasierte Selbstmedikation 

Erfahren Sie mehr über Selbstmedikation, untermauert mit wissenschaftlichen Studien zu Wirksamkeit, Sicherheit und...
» mehr 


Manuel Plomer1, Tobias Mück1, Ludger Klimek2

1Medical Affairs Consumer Healthcare, Sanofi-Aventis Deutschland GmbH, Frankfurt-Hoechst
2Zentrum für Rhinologie und Allergologie, Wiesbaden

(1) Klimek L, Schumacher H, Schütt T, Gräter H, Mück T, and Michel MC. Factors associated with efficacy of an ibuprofen/pseudoephedrine combination drug in pharmacy customers with common cold symptoms. Int J Clin Pract 71: e12907, 2017.

Redaktionelle Unterstützung erfolgte durch Michel Pharma Solutions (Mainz).


Diesen Artikel teilen: