Der Zeitplan der STIKO

Corona-Impfung: Wie geht es weiter mit den (Klein)kindern?

Stuttgart - 20.10.2021, 17:50 Uhr

Die STIKO will im November/Dezember über die Impfung für Kinder zwischen fünf und elf Jahren beraten – wohlgemerkt ergebnisoffen. (c / Foto: Aron M - Austria / AdobeStock)

Die STIKO will im November/Dezember über die Impfung für Kinder zwischen fünf und elf Jahren beraten – wohlgemerkt ergebnisoffen. (c / Foto: Aron M - Austria / AdobeStock)


Impfung ab fünf Jahren – und die Altersgruppe sechs Monate bis vier Jahre 

Wie geht es nun also weiter mit den Impfungen für Kinder? Terhardt erwartet, dass die EMA im Oktober/November über den Zulassungsantrag von Comirnaty® in der 10 µg-Dosierung ab 5 Jahren beraten wird – und befürchtet, dass die Konferenz der Gesundheitsminister (GMK) bereits im Oktober/November erneut vorpreschen könnte. Die STIKO selbst werde jedenfalls im November/Dezember über die Impfung für Kinder zwischen fünf und elf Jahren beraten – wohlgemerkt ergebnisoffen. Bisher würden keine Studiendaten vorliegen (Stand 8.Oktober). 

Für November/Dezember sei außerdem zu erwarten, dass die EMA auch über den Zulassungsantrag von Spikevax® (Moderna) ab fünf Jahren berät, die Dosis sei dabei noch unklar.

Impfung für Kleinkinder Anfang nächstes Jahr?

Zwischen Januar und März im neuen Jahr erwartet laut Terhardt die EMA entsprechende Zulassungsanträge für Kinder zwischen sechs Monaten und vier Jahren. Die STIKO wolle eine entsprechende Empfehlung zwischen Dezember 2021 und Februar 2022 beraten. Comirnaty® befinde sich mit einer Dosierung von 2x3 µg für die Altersgruppe zwischen zwei und vier in Phase 3, zwischen sechs Monaten und einem Jahr in Phase 2/3. Auch von Moderna seien für die Altersgruppe zwischen sechs Monaten und elf Jahren Zulassungsanträge angekündigt.

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Und auch für den Novavax-Impfstoff sind laut Terhardt pädiatrische Studien geplant. Ebenso für den von Sanofi (Vidprevtyn). Bei beiden handelt es sich um rekombinant hergestellte adjuvantierte Protein-Impfstoffe. 

Die Impfung für kleinere Kinder nähert sich also in großen Schritten – der Druck, jüngere Kinder zu impfen, sollte sich dadurch aber nicht automatisch erhöhen. Terhardt erklärte auf dem Kongress, dass es mittlerweile auch Arztpraxen gebe, die „die Nase voll haben“ vom COVID-19-Impfen. Offenbar kann er das nachempfinden, denn auch die STIKO sei seit der Pandemie „ressourcentechnisch“ am Limit, viele andere wichtige Themen seien „on hold“.



Diana Moll, Apothekerin und Redakteurin, Deutsche Apotheker Zeitung (dm)
redaktion@daz.online


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