Halbjahreszahlen

Zur Rose: Fokus auf E-Rezept und Neukundengewinnung

Stuttgart - 18.08.2021, 15:15 Uhr

Die Zur-Rose-Gruppe mit ihrer Apothekenmarke DocMorris setzt große Hoffnungen in das E-Rezept. (c / Foto: DocMorris)

Die Zur-Rose-Gruppe mit ihrer Apothekenmarke DocMorris setzt große Hoffnungen in das E-Rezept. (c / Foto: DocMorris)


Die Schweizer Zur-Rose-Gruppe will im zweiten Halbjahr 2021 ihr Hauptaugenmerk auf die Einführung des E-Rezepts setzen. Das geht aus einer Mitteilung anlässlich der Veröffentlichung der Zahlen für das erste Halbjahr hervor. Die DocMorris-Mutter plant demnach den Umsatz in diesem Bereich künftig deutlich zu steigern. Der Konzern, der sich nach eigener Aussage „Schritt für Schritt von einer reinen E-Commerce-Apotheke hin zu einem umfassenden Gesundheitsdienstleister und Healthtech-Anbieter“ wandelt, schreibt allerdings weiterhin tiefrote Zahlen. Das Betriebsergebnis liegt noch einmal deutlich unter dem vom Vorjahr.

Die Arzneimittelversender setzen bekanntermaßen große Hoffnungen in das E-Rezept. Die Schweizer Zur-Rose-Gruppe hat dies anlässlich der Veröffentlichung der Zahlen für das erste Halbjahr nun auch noch einmal deutlich gemacht. Im zweiten Halbjahr 2021 gelte das Hauptaugenmerk der Einführung des elektronischen Rezepts in Deutschland, heißt es in einer Mitteilung. Man wolle mit dem Service- und Versandangebot überzeugen und den Umsatz in diesem Bereich künftig deutlich steigern. Mit klarem Fokus auf die Neukundengewinnung, die Erhöhung der Markenbekanntheit und die Markenpositionierung wolle man die Weichen jetzt stellen, diese Chance zu nutzen, so Zur Rose.

Das Unternehmen plant bekanntermaßen den Auf- und Ausbau eines Gesundheitsökosystems. Das stehe im Fokus, heißt es. Man selbst befinde sich daher im Wandel von „einer reinen E- Commerce-Apotheke hin zu einem umfassenden Gesundheitsdienstleister und Healthtech-Anbieter“ – als Teil dieser Strategie wurde beispielwiese der Telemedizinanbieter Teleclinic übernommen, um künftige die gesamte Gesundheitsversorgung, also Arzt, Apotheke etc., aus einer Hand anbieten zu können.

DocMorris+ heißt jetzt DocMorris Express

Mit den Zwischenstationen auf dem Weg dahin scheint zur Rose durchaus zufrieden zu sein. So seien die technischen Komponenten für das E-Rezept zum Start der E-Rezept-Testphase fertiggestellt worden. Zum selben Zeitpunkt hat das Unternehmen auch die neue DocMorris-App gelauncht – wie auf den Werbeflächen deutscher Innenstädte auch nicht zu übersehen war. Bis zum Jahresende sollen dann alle Dienste und Funktionen, wie E-Commerce, Gesundheitsservices und Marktplatz, in einer digitalen DocMorris-Gesundheitsplattform mit nur noch einer App und einer Web-Frontend-Anwendung zusammengeführt werden, verspricht zur Rose. Als ersten Schritt wurde der Marktplatz DocMorris+, über den DocMorris mit Partner-Apotheken Same-Day-Lieferungen anbietet, umbenannt – er heißt jetzt DocMorris Express.

Umsatzplus, aber weiter kein Gewinn

Auch der Umsatz entwickelte sich zur Zufriedenheit des Konzerns – man habe die Wachstumsstrategie konsequent fortsetzen können und liege damit im Rahmen der kommunizierten Ziele, heißt es. In Zahlen bedeutet das, dass der Außenumsatz um 20,8 Prozent in Lokalwährung beziehungsweise um 23,2 Prozent in Konzernwährung auf 998,0 Millionen Schweizer Franken (etwa 931 Millionen Euro) gestiegen ist – und das, obwohl der OTC-Markt pandemiebedingt infolge eines deutlichen Nachfragerückgangs nach Erkältungs- und Grippemedikamenten stagnierte, wie Zur Rose anmerkt. Insbesondere im zweiten Quartal konnte man demnach zulegen mit einem Umsatzplus von 26,2 Prozent im Vergleich zu 16,0 Prozent im ersten Quartal. Die Schweizer führen das auf einen generellen Trend zu mehr Online-Käufen und den kontinuierlichen Kundenzuwachs zurück. Die Zahl aktiver Kunden soll im zweiten Quartal um 600.000 auf 11,7 Millionen gestiegen sein.

Gewinn macht Zur Rose allerdings weiterhin nicht – im Gegenteil. Das Betriebsergebnis für das erste Halbjahr liegt mit -49,7 Millionen Schweizer Franken – das entspricht etwa 46,4 Millionen Euro – noch einmal deutlich unter dem vom Vorjahr (CHF -24,5 Millionen). Zur Rose erklärt das mit neben einmaligen Aufwendungen im Zusammenhang mit Akquisitionen und Restrukturierungen „forcierten“ Investitionen im Bereich des elektronischen Rezepts sowie in das Gesundheitsökosystem, die Telemedizin und PaaS (Platform as a Service). Dazu kommen Ausgaben für die umfangreiche Marketingkampagne „Das neue Gesund“. Für die genannten Aktivitäten hat Zur Rose demnach rund 20 Millionen Schweizer Franken (rund 18,7 Millionen Euro) ausgegeben.



Julia Borsch, Apothekerin, Chefredakteurin DAZ.online
jborsch@daz.online


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