Streit um TI-Anschluss

Red Medical: Es ist noch nichts entschieden

Stuttgart - 17.08.2021, 15:15 Uhr

Red bietet eine zentrale Lösung für den TI-Anschluss an, bei der der Konnektor im Rechenzentrum steht und nicht wie sonst üblich in der Apotheke. (x / Screenshot: Red Medical)

Red bietet eine zentrale Lösung für den TI-Anschluss an, bei der der Konnektor im Rechenzentrum steht und nicht wie sonst üblich in der Apotheke. (x / Screenshot: Red Medical)


Red ist der Exot unter den TI-Anbietern. Statt eines Konnektors in der Apotheke bietet das Unternehmen eine rechenzentrumsbasierte Lösung an. Allerdings gibt es noch einzelne Herausforderungen beim Anschluss der Warenwirtschaften der Apotheken – um Rezepte zu beliefern, muss es nämlich eine Verknüpfung zwischen TI und Warenwirtschaft geben. Einige Softwarehäuser weigern sich aber, die notwendigen Schnittstellen zur Verfügung zu stellen. Laut Red ist aber noch nichts entschieden. Es habe lediglich ein erstes „Scharmützel“ gegeben. 

Klassischerweise steht der Konnektor für den TI-Anschluss in der Apotheke. Anders bei Red: Das Unternehmen bietet eine zentrale Lösung für den TI-Anschluss an, bei der der Konnektor im  Rechenzentrum steht – das Unternehmen bezeichnet das selbst als Konnektorenfarm. Die Vorteile für die Apotheke liegen laut Webseite darin, dass alle regelmäßigen Wartungen, Updates und sonstigen Sicherungsmaßnahmen durch Administratoren der Firma durchgeführt werden. Außerdem fallen weniger Kosten an als bei den „klassischen“ Lösungen, bei denen jede Apotheke einen eigenen Konnektor anschafft.

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Für die Belieferung von E-Rezepten brauchen Apotheken allerdings nicht nur einen TI-Anschluss, sondern auch eine Schnittstelle zwischen TI und Warenwirtschaft. Red spricht hier eine Anschlussgarantie aus. Man tausche sich mit dem Warenwirtschaftsanbieter aus, um den Anschluss an die TI für die Apotheken absolut reibungslos und stressfrei zu gestalten, heißt es auf der Webseite.  

Red wollte Anschluss per einstweilige Verfügung durchsetzen

Allerdings scheinen einzelne Warenwirtschaftsanbieter Red nun einen Strich durch die Rechnung machen zu wollen – sie hatten nie einen Hehl daraus gemacht, dass sie von der angesprochenen Rechenzentrum-basierten Lösung und den laut Anbieter damit einhergehenden Vorteilen wenig halten. Wie am gestrigen Montag bekannt wurde, hat das Softwarehaus Pharmatechnik sich gegen eine einstweilige Verfügung von Red zur Wehr gesetzt. Laut dieser einstweiligen Verfügung sollten Pharmatechnik-Kunden an die TI-Lösung von Red angeschlossen werden müssen, wenn sie das wünschen. Das hat das Softwarehaus nun gekippt. Stattdessen wurde den betroffenen Apotheken offenbar ein Angebot für die hauseigene TI-Lösung gemacht. 



Julia Borsch, Apothekerin, Chefredakteurin DAZ
jborsch@daz.online


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