Stiftung Warentest

Latex in FFP2-Masken – überflüssig

Stuttgart - 22.07.2021, 09:15 Uhr

Vier von 20 getesteten Masken kann Stiftung Warentest uneingeschränkt empfehlen. (x / Foto: IMAGO / Müller-Stauffenberg)

Vier von 20 getesteten Masken kann Stiftung Warentest uneingeschränkt empfehlen. (x / Foto: IMAGO / Müller-Stauffenberg)


Gute Nachrichten bei der Filterwirkung

Und wie gut filtern die Masken Aerosole? Hier kann Stiftung Warentest gute Ergebnisse bestätigen: Alle geprüften Modellen hielten etwa 99 Prozent der Aerosol­partikel zurück und entsprechen damit den Anforderungen der Norm. Überprüft hat Stiftung Warentest diese Eigenschaft, indem die Prüfer die Masken auf eine Vorrichtung spannten, durch die Partikel strömten. Gemessen wurde, wie viele der Teilchen es durch die Maske schafften.

Zur Erinnerung: Was muss eine FFP2 leisten?

FFP steht für Filtering Face Piece, ab und an hört man auch den Begriff „Partikelfiltrierende Halbmaske“. Ihr Sinn und Zweck: Schutz vor Partikeln beim Einatmen, was sie durch mehrere Lagen Filtervlies leistet. Wie viele Partikel das sind, schreibt die Norm DIN EN 149 vor. Demnach muss eine FFP2-Maske mindestens 94 Prozent der Aerosolpartikel aus der Luft zurückhalten. Laut Stiftung Warentest stößt der Mensch beim Atmen etwa 100 Partikel aus, beim Sprechen 200 und beim Niesen sogar 20.000.

Eine gute Filterwirkung ist bei FFP2-Masken fraglos gewünscht – doch sollten die Maskentragenden damit auch noch gut atmen können. Das ist allerdings nicht bei allen von Stiftung Warentest geprüften Masken der Fall.

Schweres Atmen

Mit den Masken von dm Mivolis, Hygisun, Kingfa, Leikang, Mea Vita, Rossmann Altapharma und Taidakang „dürfte das Atmen vergleichs­weise schwer fallen“, erklärt Stiftung Warentest. Das könnte vor allem für Menschen mit Atemwegserkrankungen oder anderen Vorerkrankungen zum Problem werden. Stiftung Warentest bewertet den Atemkomfort hier mit „gering“. Sie bekommen als Endergebnis von Stiftung Warentest auch nur ein „wenig geeignet“. 

Besser schneiden die Masken von Medisana, Sentias, Univent Medival und Xique ab – diese hatten jedoch Mängel bei der Passform. Am leichtesten fällt das Atmen mit den Masken von 3M – dem Testsieger des Februar-Tests und auch aktuell auf Platz 1 –, Moldex und Dräger. 3M und Moldex hält Stiftung Warentest für „geeignet“ in der Gesamtbewertung, Dräger für „auch geeignet“.

So prüft man den Atemkomfort

Doch wie prüft man den Atemkomfort? Dafür hat Stiftung Warentest die Masken an einen Prüfkopf mit Sensor befestigt und diesen mit einer künstlichen Lunge verbunden. Der Sensor konnte sodann den Atemwiderstand messen. Bei sieben der geprüften Masken wurde der maximale Ausatemwiderstand (3 Millibar) überschritten, vier hielten auch die Grenze für den Einatemwiderstand nicht ein.



Celine Müller, Apothekerin, Redakteurin DAZ.online (cel)
redaktion@daz.online


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Wenn FFP2-Masken privat wiederverwendet werden – dann so

1 Kommentar

Testsieger-Masken

von Gabriele Thomas am 26.07.2021 um 13:58 Uhr

Jetzt wäre nur noch interessant wo diese
Testsieger-Masken zu kriegen sind.
In Apotheken und Drogeriemärkten und Sanitätshaus — Fehlanzeige

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