Hochwasser in NRW und RLP

Zahlreiche Apotheken und Arztpraxen arbeitsunfähig

Berlin - 21.07.2021, 13:45 Uhr

In der Eifel hat das Hochwasser besonders verheerende Schäden angerichtet. (c / Foto: IMAGO / 7aktuell)

In der Eifel hat das Hochwasser besonders verheerende Schäden angerichtet. (c / Foto: IMAGO / 7aktuell)


Marburger Bund: provisorische Not-Praxen und Not-Apotheken errichten

Die Überschwemmungen haben auch zahlreiche Arztpraxen sowie Kliniken und MVZ getroffen. Der Marburger Bund Nordrhein-Westfalen/Rheinland-Pfalz erklärte am gestrigen Dienstag, noch gebe es kein komplettes Bild vom genauen Ausmaß der Zerstörungen der medizinischen Grundversorgung in beiden Bundesländern. Allein in Rheinland-Pfalz wisse der Ärzteverband aber von über 20 Arztpraxen, „die nicht mehr arbeitsfähig sind“. Hans-Albert Gehle, Vorsitzender des Marburger Bunds NRW/RLP, erklärte, die nicht von Hochwasser betroffenen Praxen müssten zweifelsfrei die Patienten mitversorgen. „Es wäre sinnvoll, wenn für chronisch Kranke und sonstige Patienten in den Dörfern und Stadtteilen provisorische ‚Not-Praxen‘ sowie ‚Not-Apotheken‘ als Anlaufstellen in der Nähe errichtet würden.“

Auch die Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein hat eine erste Bilanz der Schäden vorgelegt. Nach aktuellem Stand seien insgesamt 80 Praxen in Nordrhein nicht mehr oder nur bedingt arbeitsfähig. Am schwersten betroffen sei der Bereich Aachen mit 30 Praxen – hier vor allem Stolberg und Eschweiler. Aber auch der Kreis Euskirchen (16 Praxen), der Rhein-Sieg-Kreis (13 Praxen), der Rheinisch-Bergische-Kreis (fünf Praxen) und der Oberbergische Kreis (vier Praxen) hätten stark unter den Wassermassen leiden müssen. In vielen Praxen gebe es weder fließendes Wasser noch Strom. Zudem seien teilweise Inventar, medizinische Geräte, Medikamente, Impfstoffe und Akten zerstört beziehungsweise unbrauchbar gemacht geworden.

Der Marburger Bund berichtet zudem von Zerstörungen in Krankenhäusern – etwa im St. Antonius-Hospital in Eschweiler und dem Klinikum Mutterhaus Ehrang in Trier. Benachbarte Kliniken hätten evakuierte Patienten übernommen.



Kirsten Sucker-Sket / dpa
redaktion@daz.online


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