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Myokarditis, Corona-Impfungen und COVID-19

Stuttgart - 16.07.2021, 15:15 Uhr

Wie beeinflusst die Corona-Pandemie das Herz-Kreislauf-System? Es gibt noch viel Forschungsbedarf. (c / Symbolbild: SciePro / AdobeStock)

Wie beeinflusst die Corona-Pandemie das Herz-Kreislauf-System? Es gibt noch viel Forschungsbedarf. (c / Symbolbild: SciePro / AdobeStock)


Wie verursacht SARS-CoV-2 selbst Schäden am Herzen?

Wie DAZ-Autorin Dr. Helga Blasius bereits in der DAZ 24/2021 berichtete, gibt es auch für Patientinnen und Patienten mit COVID-19 Fallberichte über Herzmuskelentzündungen. Schon zu Beginn der Corona-Pandemie war schnell klar geworden, dass COVID-19 mehr ist als eine Lungenkrankheit. Immer wieder standen das Herz, die Gefäße und die Blutgerinnung im Zentrum der Berichterstattung. Die Pathophysiologie (einer SARS-CoV-2-­assoziierten Myokarditis) liegt dabei aber weitgehend noch im Dunkeln. 

Das Science Media Center (SMC) stellt eine durchsuchbare Datenbank mit vom SMC kommentierten wissenschaftlichen Publikationen zum Thema SARS-CoV-2/COVID-19 zur Verfügung. Noch relativ neu (vom 7. Juli) ist dort eine Übersichtsarbeit aus Indien gelistet, in der „klinische Charakteristika und diagnostische Befunde bei einer Myokarditis im Zusammenhang mit COVID-19 aus mehreren Studien zusammengestellt“ wurden, die Daten stammen aus vielen verschiedenen Ländern. Es handelt sich um eine Literaturrecherche. 

Insgesamt seien darin Daten aus 41 Studien gesammelt worden, die eine Myokarditis bei 42 COVID-19-Patient:innen beschreiben (medianes Alter 43,4 Jahre, 71,4 Prozent männlich). Von den 42 Patient:innen erholten sich 67 Prozent, acht starben. 

In einem Kommentar zur Studie erläutert das SMC, dass die Autor:innen der Studie mutmaßen, dass die ACE2-Rezeptoren im Herzgewebe durch eine Bindung von SARS-CoV-2 zu einer direkten viralen Schädigung und somit Myokarditis führen könnten. Das SMC gibt an dieser Stelle jedoch die sehr kleine untersuchte Kohorte zu bedenken. Längerfristige und größer angelegte Studien seien vonnöten.



Diana Moll, Apothekerin, DAZ.online
redaktion@daz.online


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