EMA-Jahresbericht 2020

Massengeschäft und Coronakrise

Remagen - 25.06.2021, 07:00 Uhr

Insgesamt empfahl die EMA im vergangenen Jahr 97 neue Humanarzneimittel zur Zulassung, die höchste Zahl seit mehr als zehn Jahren. (c / Foto: IMAGO / Hans Lucas)

Insgesamt empfahl die EMA im vergangenen Jahr 97 neue Humanarzneimittel zur Zulassung, die höchste Zahl seit mehr als zehn Jahren. (c / Foto: IMAGO / Hans Lucas)


Besondere Jubiläen

Außerdem feierte die EMA am 26. Januar 2020 ihr 25-jähriges Bestehen und im Dezember 2020 wurde die europäische Verordnung über Arzneimittel für seltene Leiden (Orphan Regulation) 20 Jahre alt. Seitdem hat die EMA mehr als 2.300 Medikamenten den Orphan-Drug-Status zugebilligt, und bis Ende 2020 waren 192 Arzneimittel gegen seltene Erkrankungen zugelassen.

Ein weiterer Meilenstein im Jahr 2020 war der 15. Jahrestag der Umsetzung der „SME-Verordnung“, über die kleinere und mittlere Unternehmen (KMU) Zulassungsvergünstigungen erhalten und beim Umgang mit dem komplexen EU-Regulierungssystem für Arzneimittel unterstützt werden können

Insgesamt wurden bis Ende 2020 rund 1.900 KMU bei der Agentur registriert. 16 Arzneimittel, die im Jahr 2020 eine Zulassungsempfehlung erhielten, waren von KMU entwickelt worden, die höchste Zahl in den vergangenen fünf Jahren. Die Hälfte der Arzneimittel enthielt einen neuen Wirkstoff.

Personalia und Mitarbeiter

Im Dezember 2020 hatte die EMA 894 Mitarbeiter, 597 Frauen und 297 Männer. Die EMA ist jung: 429 Beschäftigte sind unter 45 Jahre alt und weitere 173 unter 50 Jahre alt. Den weitaus größten Anteil stellen mit 114 bzw. 113 Personen Italien und Spanien. Dahinter folgen Frankreich (96), Deutschland und Griechenland (60 bzw. 61) sowie Portugal und Polen (rund 50). Darüber hinaus kann die EMA im Rahmen des europäischen Regulierungsnetzes für Arzneimittel, einer Partnerschaft zwischen der EMA, der Europäischen Kommission und 50 Arzneimittelregulierungsbehörden in der EU und im EWR, auf einen Pool von mehr als 4.000 Experten zurückgreifen. Seit dem 16. November 2020 leitet die Irin Emer Cooke als Executive Director die Geschicke der Agentur und folgte damit auf den Italiener Guido Rasi

EMA will sich weiter fit machen

Die EMA werde sich nun gewiss nicht auf ihren Lorbeeren ausruhen, schreibt Cooke in einem Vorwort zu dem Jahresbericht. Sie verweist an dieser Stelle auf die Regulatory Science-Strategie 2025, die die Agentur im März 2020 veröffentlicht hat. Damit will sie sich vorausschauend für die dramatische Beschleunigung des Innovationstempos im Arzneimittelbereich fit machen.

Die 22 Anhänge zum Annual Report 2020 der EMA sind hier abrufbar.



Dr. Helga Blasius (hb), Apothekerin
redaktion@daz.online


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