Eine Kolumne von #DerApotheker

Danke Spahn!

22.06.2021, 17:49 Uhr

Wirklich nur drei Minuten Arbeit für den Impfnachweis? #DerApotheker hat andere Erfahrungen gemacht. (x / Foto: IMAGO / Ralph Peters)

Wirklich nur drei Minuten Arbeit für den Impfnachweis? #DerApotheker hat andere Erfahrungen gemacht. (x / Foto: IMAGO / Ralph Peters)


„Soviel also dazu, dass alles in 3 Minuten zu erledigen wäre“

Das gleiche Problem besteht theoretisch auch bei Kreuzimpfungen. Erst fand die Erstimpfung mit AstraZeneca statt und im Anschluss die Erstimpfung mit Biontech, die dann aber als Zweitimpfung eingetragen werden müsste.

Na ja. Es ist mal wieder alles nicht wirklich ausgereift. Da man aber so schnell wie möglich damit starten wollte und gerade jeder auf dem Zahnfleisch geht, wird einfach mit Scheinen vor unserer goldenen Nase herumgewedelt. Genauso übrigens auch vor den Nasen der Ärztinnen und Ärzte, die ebenfalls 18 Euro dafür bekommen, wenn die Person nicht in ihrer Praxis geimpft wurde. Aber das ist natürlich was anderes. Zumindest scheint es niemanden aufzuregen.

Eine Kolumne von #DerApotheker

Warum muss immer alles so kompliziert sein?

Aber auch wenn die Webseite nicht überlastet ist, sind 3 Minuten pro Zertifikat nicht gerade realistisch. Einige ältere Menschen baten uns dann auch gleich um Hilfe, den Code in ihr Smartphone zu übertragen, als wir ihnen ihre Zertifikate überreichten.

Eine ältere Frau meinte zu mir, dass sich eigentlich immer ihr Sohn um so etwas kümmern würde, da der aber momentan nicht da wäre, wäre es nett, wenn ich das übernehmen könnte. Sie hätte auch die Corona-Warn-App auf ihrem Smartphone. Okay, kein Problem, dachte ich mir, geht ja schnell.

Tja, in der Theorie vielleicht. Ihre Version der Corona-Warn-App bot nämlich keine Möglichkeit das Impfzertifikat einzuscannen. Der Versuch die App upzudaten scheiterte ebenfalls, ein Update war gar nicht erst möglich. Das lag vermutlich daran, dass ihre Androidversion nicht auf dem neuesten Stand war, weshalb die aktuellste Version der App gar nicht erst heruntergeladen werden konnte. Statt das Betriebssystem mit ihren mobilen Daten zu aktualisieren einigten wir uns darauf den CovPass herunterzuladen. Damit funktionierte es dann.

Soviel also dazu, dass alles in 3 Minuten zu erledigen wäre. Manchmal dauert es einfach etwas länger und die Kunden, die keine Lust haben zu warten und deshalb die Apotheke verlassen, darf man eben auch nicht vergessen.

Sind die 18 Euro nun gerechtfertigt? Schwierig zu beantworten. 5 Euro wären definitiv zu wenig gewesen. Dafür hätte keine Apotheke den Stress auf sich genommen. 10 Euro? 15 Euro? Schon eher. Man darf auch nicht vergessen, dass wir die Daten nicht bloß übertragen, sondern auch – so gut es eben geht – sicherstellen müssen, dass keine Fälschung vorliegt. Was nicht immer so einfach ist ...

Dass die 18 Euro nur ein Lockangebot waren, hat Jens Spahn ja nun am dritten Tag der Aktion deutlich gemacht, in dem er verkündete, dass wir ab dem 1. Juli nur noch 6 Euro pro Zertifikat bekommen werden.

Dass uns das nicht wirklich gefällt, dürfte niemanden überraschen.

Danke Spahn!



#DerApotheker
redaktion@daz.online


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1 Kommentar

Leider vergessen auch Apotheker ständig die Umsatzsteuer

von Andreas Grünebaum am 22.06.2021 um 21:56 Uhr

Nein, wir bekommen im Gegensatz zu den Ärzten keine 18 Euro Netto, sondern nach Abzug der Mehrwertsteuer lediglich 15 Euro und 12 Cent. Ab nächsten Monat sind es dann 5 Euro und 4 Cent - weniger als für die Abgabe eine Packung L-Thyroxin nach Abzug des Kassenrabattes!

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