Impfgipfel

Die Corona-News des Tages

Berlin - 27.05.2021, 12:04 Uhr

(Bild: Production Perig / AdobeStock)

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Lesen Sie auch heute wieder die wichtigsten dpa-News rund um die Coronapandemie: Ermittlungen zum Ursprung von SARS-CoV-2 / Kinderimpfungen im Fokus / Gericht: Schnelltest an der Schule keine Körperverletzung / Corona-Impfstoff zu stark verdünnt? / Impfstoffaufkleber verschwunden.

Seit dem Beginn der Corona-Pandemie überschlagen sich an manchen Tagen die Nachrichten zu COVID-19. 

Um Ihnen den Überblick zu erleichtern, bietet DAZ.online Ihnen hier einen Überblick über die wichtigsten Corona-News des Tages – direkt aus dem News-Kanal der Deutschen Presse-Agentur. 

14:26

US-Geheimdienste sollen Pandemie-Ursprung aufklären - China empört

Washington/Peking (dpa) - Mit neuen Untersuchungen amerikanischer Geheimdienste zum Ursprung der Corona-Pandemie hat die US-Regierung den Zorn Chinas auf sich gezogen. US-Präsident Joe Biden hatte die Geheimdienste des Landes damit beauftragt, dem Ursprung der Corona-Pandemie auf den Grund zu gehen - und dabei die mögliche Schlussfolgerung im Raum stehen lassen, dass das Virus aus einem Labor im chinesischen Wuhan stammen könnte. Das Außenministerium in Peking warf den USA daraufhin am Donnerstag vor, von eigenem Versagen bei der Bekämpfung der Pandemie ablenken zu wollen, die Hunderttausende Amerikaner das Leben gekostet habe.

Die bisherigen Untersuchungen zum Ursprung des Coronavirus hätten unterschiedliche Einschätzungen ohne finale Schlussfolgerungen geliefert, hatte Biden am Mittwoch in einer schriftlichen Stellungnahme erklärt. Daher habe er die Geheimdienste angewiesen, ihre Bemühungen zu verstärken und binnen 90 Tagen einen weiteren Bericht dazu vorzulegen.

Biden offenbarte, dass das Szenario eines möglichen Laborunfalls in China zumindest in Teilen des US-Geheimdienstapparates für möglich gehalten wird. Schon sein Vorgänger Donald Trump hatte wiederholt behauptet, Hinweise zu haben, dass das Virus aus einem Labor in Wuhan stamme. Trump hatte gesagt, womöglich sei ein «schrecklicher Fehler» geschehen: «Wahrscheinlich war es Inkompetenz, jemand war dumm.» Weder er noch Mitglieder seiner Regierung legten aber Belege vor.

Das Coronavirus war im Dezember 2019 erstmals in Wuhan nachgewiesen worden. In der zentralchinesischen Stadt gibt es das Institut für Virologie (WIV), das auch an Coronaviren forscht - was den Verdacht nährte, es könnte eine undichte Stelle gegeben haben. Vergangene Woche dementierte China einen Bericht des «Wall Street Journal», wonach drei Wissenschaftler des Instituts im November 2019 corona-ähnliche Symptome gezeigt hätten und so schwer erkrankt seien, dass sie im Krankenhaus behandelt werden mussten.

Mit der Ankündigungen neuer Untersuchungen gibt Biden der These vom Laborunfall nun neuen Raum und forciert die Suche nach Antworten, was in Peking nicht gut ankommt. Der Sprecher des chinesischen Außenministeriums, Zhao Lijian, verwies am Donnerstag vor der Presse darauf, dass Experten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) nach Ermittlungen in Wuhan im Februar festgestellt hätten, dass ein Laborunfall «extrem unwahrscheinlich» sei. Überhaupt hätten sie Chinas Offenheit gelobt.

Er warf den USA vor, von ihrer eigenen «inkompetenten Antwort» auf die Pandemie ablenken zu wollen. Unter Hinweis auf 33 Millionen Infektionen und fast 600 000 Tote allein in den USA sagte der Diplomat: «Die USA reflektieren nicht über ihre eigenen Probleme, sondern versuchen vielmehr, die Schuld China zuzuschieben.» Er machte auch wieder Andeutungen, dass das Virus aus einem US-Militärlabor in Fort Detrick oder anderswo entsprungen und durch infizierte Teilnehmer der Militärweltspiele im Oktober nach Wuhan gelangt sein könnte.

«Es gibt viele Zweifel über Fort Detrick - und die USA haben mehr als 200 biologische Labore in der Welt», sagte Zhao Lijian. «Wie viele Geheimnisse halten die USA zurück?» Wenn die USA China aufforderten, sich an einer umfassenden Untersuchung zu beteiligen, fordere China seinerseits die USA auf, dem chinesischen Beispiel zu folgen und internationale Ermittlungen zuzulassen. Die Mutmaßungen über Fort Detrick zählen nach einer mehrmonatigen Analyse des Digital Forensic Research Lab der US-Denkfabrik Atlantic Council und der Nachrichtenagentur AP zu den vielen Falschinformationen, mit denen China versucht, sich selbst als mögliches Opfer darzustellen.

Biden erklärte, er habe schon im März einen Geheimdienstbericht in Auftrag gegeben - inklusive der Frage, ob das Virus durch menschlichen Kontakt mit einem infizierten Tier oder einen Laborunfall aufgekommen sein könnte. Diesen Bericht habe er inzwischen vorliegen. Innerhalb des Geheimdienstapparates gebe es unterschiedliche Einschätzungen. Die Dienste sollten nun weitere Informationen sammeln, «die uns einer endgültigen Schlussfolgerung näherbringen könnten».

Diese vorsichtige Formulierung lässt auch die Möglichkeit offen, dass es definitive Antworten womöglich nie geben wird. Biden beklagte, dass in den ersten Monaten der Pandemie - also noch unter Trump - US-Inspektoren keinen Zugang zu wichtigen Orten in China bekommen hätten. Dies werde «immer jede Untersuchung» behindern.

Die US-Geheimdienste hatten im April vergangenen Jahres mitgeteilt, sie stimmten «mit dem breiten wissenschaftlichen Konsens überein, dass das Covid-19-Virus nicht von Menschen gemacht oder genetisch verändert wurde». Sie kündigten aber auch an, neue Erkenntnisse zu prüfen, wenn es solche gebe.

Die vom Demokraten Biden angeordnete Untersuchung birgt politischen Sprengstoff für das ohnehin angespannte Verhältnis zwischen den USA und China. Der einflussreiche republikanische Senator Lindsey Graham forderte bereits, sollte das Virus tatsächlich aus einem chinesischen Labor stammen, «müssen wir China zur Rechenschaft ziehen». Die Vizesprecherin des Weißen Hauses, Karine Jean-Pierre, antwortete ausweichend auf Fragen nach möglichen Strafen für China in einem solchen Fall. Erst nach Ablauf der 90-Tage-Frist werde man in der Lage sein, eine neue Bewertung vorzunehmen, sagte sie.

Jean-Pierre betonte zugleich: «Wir werden weiterhin darauf dringen, dass China an einer vollständigen, transparenten, evidenzbasierten internationalen Untersuchung teilnimmt, mit dem nötigen Zugang, um einem Virus auf den Grund zu gehen, das weltweit mehr als drei Millionen Menschenleben gefordert hat.» Es sei auch im Interesse Chinas, für Aufklärung zu sorgen. «China ist nicht transparent gewesen. Sie müssen mehr tun.»

International gibt es große Bemühungen, den Anfängen der Pandemie auf die Spur zu kommen. Die WHO vermutet, dass das Virus außer in Fledermäusen auch in Schuppentieren seinen Ursprung gehabt haben könnte, wie es in dem Abschlussbericht des Untersuchungsteams aus je 17 chinesischen und ausländischen Wissenschaftlern stand, die in Wuhan ermittelt hatten. Die USA zogen aber die Qualität der Untersuchung in Zweifel. Auch gab es aus dem WHO-Team selbst Klagen über unzureichenden Zugang und unvollständige chinesische Daten.empört

12:39 Uhr

Spahn: Impfung für Kinder bleibt individuelle Entscheidung

BERLIN (dpa-AFX) - Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat die Eltern darauf vorbereitet, gemeinsam mit den Kinderärztinnen und -ärzten über eine Corona-Impfung ihrer Kinder entscheiden zu müssen. „Es ist am Ende eine wohlabgewogene Entscheidung von Kindern, Eltern, Ärztinnen und Ärzten“, sagte Spahn vor dem Impfgipfel von Bund und Ländern am Donnerstag in Berlin.

Die europäische Arzneimittelbehörde EMA werde sich am Freitag mit der der Frage der Zulassung des Biontech-Impfstoffs für Kinder über zwölf und Jugendliche beschäftigen. In den nächsten Tagen gebe es wahrscheinlich ein Ergebnis. „In dem Moment, wo der Impfstoff zugelassen ist für über Zwölfjährige, kann er ab dem nächsten Tag in Arztpraxen verimpft werden“, sagte Spahn. „Kinderärzte, Jugendärzte können ihn nutzen im Rahmen der Zulassung und im Rahmen der Verfügbarkeit“, so der Minister. Idealerweise würden zuerst Minderjährige mit Vorerkrankungen geimpft. „Worum es geht, ist, dass Eltern, Kinder, Jugendliche und die impfenden Ärztinnen und Ärzte individuell eine Entscheidung treffen können.“

Die Kriterien seien: „Was sind Vorerkrankungen, was ist die persönliche Situation, die familiäre Situation, welchen Nutzen gibt es, welche Risiken gibt es auch einer COVID-19-Infektion, die natürlich auch über die Altersgruppen unterschiedlich sind?“ Spahn versicherte: „Wir werden definitiv keine verpflichtenden Impfungen haben, auch nicht an Schulen oder Kindergärten.“

Spahn ordnete die für die kommenden eineinhalb Wochen angekündigte Empfehlung der Ständigen Impfkommission zur Corona-Impfung für Jugendliche als wichtig, aber nicht zwingend ein. Die Empfehlung sei „eine wichtige Empfehlung, die die Ärztinnen und Ärzte mit einbeziehen“. Beispielhaft sagte er: „Ich habe auch schon Grippeimpfungen bekommen, obwohl die Empfehlung erstmal eine für über 60-Jährige war.“ Dasselbe gelte für die Herpes-zoster-Impfung, obwohl diese für Ältere empfohlen sei. Es ergebe sich hier „kein Gegensatz“.

 

12:37

Drosten : Schwierige Pandemiephase für politische Entscheidungen

Berlin (dpa) - Angesichts einer zunehmend schwierigen Deutung der Pandemie-Entwicklung hat der Berliner Virologe Christian Drosten für vorsichtiges politisches Handeln plädiert. Vorhersagen würden angesichts zunehmender Impfungen immer schwieriger, die Politik müsse mit gewissem Augenmaß und gewisser Vorsicht fahren, sagte der Leiter der Virologe an der Charité am Donnerstag bei einer Anhörung im Parlamentarischen Begleitgremium COVID-19-Pandemie des Bundestags. Maßnahmen der Kontaktreduktion seien wirksam, man solle aber nicht zu viel auf einmal zurücknehmen. „Das kann sonst zurückschlagen“.

Bei wieder steigenden Inzidenzen (Fallzahlen pro 100.000 Einwohner) stelle sich künftig die Frage, was das bedeutet – denn die dahinterstehende Krankheitslast in der Bevölkerung werde mit der Zeit durch die zunehmenden Impfungen immer weiter reduziert. „Das ist jetzt eigentlich eine der schwierigsten Phasen überhaupt für die Politik, das Ganze zu navigieren“, sagte Drosten. In Deutschland sei der Impffortschritt zwar noch nicht so groß wie in Großbritannien. Bei Menschen über 70, die ein höheres Risiko für schwere Krankheitsverläufe haben, sei der Fortschritt aber schon recht ausgeprägt. Drosten sieht vor diesem Hintergrund Modellierungen, die über den Winter wichtige Grundlagen für das Ergreifen von Maßnahmen gewesen seien, zunehmend erschwert.

Schon länger gibt es Vorschläge von Experten, künftig weniger auf die Sieben-Tage-Inzidenzen und mehr auf Klinikeinweisungen wegen COVID-19 oder auf die Inzidenzen bei Menschen ab 60 Jahren zu blicken. Krankenhausaufnahmen seien allerdings nach seiner Kenntnis bisher nicht meldepflichtig, sagte Drosten. Er regte an, erst bei einem größeren Schutz der Risikogruppen durch Impfung, etwa nach dem Sommer, beim Blick auf die Parameter einen fließenden Übergang einzuleiten. Eine Zeit lang könnten etwa Neuinfektionen und Neuaufnahmen parallel erhoben werden, um sich abzusichern. Bisher habe die gemeldete Inzidenz aber die Krankheitslast sehr gut vorausgesagt, betonte Drosten.

Auf lange Sicht rechnet der Virologe damit, dass sich das Virus wie ein Erkältungs-Coronavirus verhalten werde. In den kommenden zwei bis vier Jahren seien Übergangszustände zu erwarten – das Virus werde Impflücken nutzen. Politisches Nachtarieren werde künftig beinhalten, dass ab einer gewissen Verringerung der Krankheitslast auch mehr Infektionen toleriert werden könnten. Die Frage sei, wie weit das gehen könne und wie intensiv man dies mit PCR-Tests verfolgen wolle.

11:42 Uhr

China lehnt neue US-Ermittlungen über Ursprung des Corona-Virus ab

Peking (dpa) - China lehnt Pläne von US-Präsident Joe Biden für neue Ermittlungen der amerikanischen Geheimdienste zum Ursprung des Coronavirus ab. Außenamtssprecher Zhao Lijian warf den USA am Donnerstag in Peking vor, die Suche zu politisieren und China die Schuld an der Pandemie geben zu wollen. Er wehrte sich auch gegen den Verdacht, dass das Virus nach einem Unfall aus einem chinesischen Labor entwichen sein könnte. Den US-Geheimdiensten sprach er jede Glaubwürdigkeit ab. Biden hatte am Mittwoch die Dienste beauftragt, innerhalb von 90 Tagen einen Bericht vorzulegen.

Der Ministeriumssprecher hob hervor, dass Experten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) nach Ermittlungen in der zentralchinesischen Stadt Wuhan im Februar festgestellt hatten, dass eine undichte Stelle in einem Labor „extrem unwahrscheinlich“ sei. Auch hätten sie Chinas Offenheit gelobt. „Einige Leute in den USA verschließen die Augen vor den Fakten“, sagte Zhao Lijian. Dort werde versucht, von einer eigenen „inkompetenten Antwort“ auf die Pandemie abzulenken.

Der Diplomat verwies auf 33 Millionen Infektionen und fast 600 000 Tote allein in den USA. „Die USA reflektieren nicht über ihre eigenen Probleme, sondern versuchen vielmehr, die Schuld China zuzuschieben.“ Er machte auch Andeutungen, dass das Virus aus einem US-Militärlabor in Fort Detrick oder anderswo entsprungen und von Teilnehmern der Militärweltspiele im Oktober nach Wuhan gelangt sein könnte.

„Es gibt viele Zweifel über Fort Detrick – und die USA haben mehr als 200 biologische Labors in der Welt“ sagte Zhao Lijian. „Wie viele Geheimnisse halten die USA zurück?“ Wenn die USA China aufforderten, sich an einer umfassenden Untersuchung zu beteiligen, fordere China seinerseits die USA auf, dem chinesischen Beispiel zu folgen und internationale Ermittlungen zuzulassen.

 

11:22 Uhr

Corona-Impfstoff zu stark verdünnt? 600 Menschen zur Blutabnahme

Bayreuth (dpa) - Weil in einem Bayreuther Impfzentrum der Corona-Impfstoff möglicherweise zu stark verdünnt wurde, erhalten rund 600 Menschen ein Angebot zur Blutabnahme. Bei sechs von insgesamt 581 Impfungen könne nicht ausgeschlossen werden, dass eine zu geringe Impfdosis des Herstellers Biontech/Pfizer verabreicht wurde, teilte ein Sprecher des Landratsamtes Bayreuth in Bayern am Donnerstag mit. Die mögliche Normabweichung sei bei der täglichen Nachkontrolle festgestellt worden.

Bei der Blutabnahme sollen nun die Antikörper der Geimpften gegen COVID-19 gemessen werden. „Infolgedessen kann bestimmt werden, welche Impflinge die möglicherweise zu stark verdünnte Dosis verabreicht bekommen haben“, heißt es in der Pressemitteilung. Diese Personen würden umgehend einen neuen Impftermin erhalten.

Zu dem Angebot einer Blutabnahme habe man sich nach Beratungen mit dem Hersteller, dem Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) und dem Paul-Ehrlich-Institut entschieden, sagte der Sprecher. „Gesundheitliche Folgen durch eine zu starke Verdünnung des Impfstoffs können ausgeschlossen werden.“

 

11:07 Uhr

Gericht: Corona-Schnelltest an Schule ist keine Körperverletzung

Oldenburg (dpa) - Ein Corona-Schnelltest in der Schule ist nach einer Entscheidung des Oberlandesgerichts Oldenburg keine Körperverletzung. Der 1. Strafsenat verwarf den entsprechenden Antrag einer Mutter aus dem ostfriesischen Aurich, wie das Gericht am Donnerstag zu einem Beschluss vom 10. Mai mitteilte (Az. 1 Ws 141/21). Der Antrag der Frau sei aus formellen Gründen unzulässig, aber auch in der Sache unbegründet. Es liege kein hinreichender Tatverdacht einer Körperverletzung im Amt vor - der Schnelltest sei zulässig gewesen. Tests seien insgesamt verhältnismäßig, um eine große Zahl von Menschen vor einer möglichen Infektion zu schützen.

Im vorliegenden Fall hatten das Kind der Frau aus Aurich und Klassenkameraden der 4. Klasse Kontakt zu einem positiv getesteten Kind. Das Gesundheitsamt sorgte daher am nächsten Morgen in der Klasse für Schnelltests. Die Mutter allerdings zeigte den Angaben zufolge den zuständigen Mitarbeiter des Gesundheitsamts wegen Körperverletzung im Amt an. Sie legte auch ein Attest einer Ärztin vor, wonach ihr Kind unter anderem eine schwere psychische Traumatisierung wegen Tests erlitten haben soll.

Die Staatsanwaltschaft Aurich lehnte die Strafverfolgung ab, weil kein hinreichender Tatverdacht für eine Körperverletzung vorliege. Die Frau legte Beschwerde bei der Generalstaatsanwaltschaft Oldenburg ein, die die Entscheidung der Staatsanwaltschaft Aurich aber bestätigte. Dann rief die Mutter das Oberlandesgericht an, wo sie ebenfalls scheiterte.

 

11:02 Uhr

Impfstoffaufkleber verschwunden - Polizei durchsucht Wohnungen
 

Straubing (dpa) - Ein Dutzend Corona-Impfstoffaufkleber sind in einem Impfzentrum im bayerischen Straubing abhandengekommen. Eine Mitarbeiterin habe das Fehlen der Aufkleber auf einem der Chargenbögen bemerkt, teilte die Polizei am Donnerstag mit. Grundsätzlich seien dies die Aufkleber, die auch in Impfpässe geklebt werden. Zu einer Fälschung gehöre aber auch noch ein Stempel und eine Unterschrift, hieß es.

Im Zuge der Ermittlungen sind den Angaben zufolge in der vergangenen Woche die Wohnung von zwei Tatverdächtigen, zweier 22-Jährigen, durchsucht worden. Die fehlenden Aufkleber des Impfstoffes von Johnson & Johnson wurden jedoch nicht gefunden.

Die betroffenen Impfdosen konnten dennoch verwendet werden, sagte ein Polizeisprecher. Hintergrund sei, dass nicht jede Dose eine individuelle Nummer habe, sondern lediglich die Charge nummeriert sei.

 

10:43 Uhr

Impfkommission zu Kinder-Impfungen: Beeilen uns mit Bewertung sehr

Berlin (dpa) - In der Frage der Impfung von Kindern und Jugendlichen ab 12 Jahren gegen COVID-19 will die Ständige Impfkommission (Stiko) bis in etwa anderthalb Wochen ihre Bewertung abschließen. Das Gremium habe vor anderthalb Wochen damit angefangen und müsse sich sehr beeilen, um „vielleicht auch in den nächsten anderthalb Wochen“ fertig zu werden, sagte Stiko-Mitglied Martin Terhardt am Donnerstag dem RBB-Sender radioeins.

„Die Entscheidung steht noch nicht fest.“ Eine Variante könne aber durchaus eine Impfempfehlung nur für chronisch Kranke sein, bekräftigte der Berliner Kinder- und Jugendarzt. „Die Situation ist schwierig. Und in so einer schwierigen Situation muss man nicht immer besonders heldenhaft sein mit seiner Entscheidung. Da kann man manchmal auch Vorsicht walten lassen.“ Das Verhältnis zwischen Risiko der Impfung und Risiko der Erkrankung müsse gut gegeneinander abgewogen werden.

 

10:43 Uhr

Zahl der Impfungen wieder etwas höher als in Vorwoche

Berlin (dpa) - Die Zahl der täglichen Corona-Impfungen hat im Vergleich zur Vorwoche leicht zugenommen. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Donnerstag (Stand: 10.05 Uhr) erhielten am Mittwoch gut 1,1 Millionen Menschen eine Spritze, gut 43.000 mehr als sieben Tage zuvor. 678 826 davon bekamen ihren vollen Impfschutz. In den letzten Tagen hatten die täglichen Impfzahlen im Vorwochen-Vergleich wiederholt niedriger gelegen. Auf Twitter gab Gesundheitsminister Jens Spahn an, dass in der Arztpraxen zudem erstmalig der Impfstoff von Johnson & Johnson verimpft wurde.

Insgesamt sind den Angaben zufolge bisher 41,5 Prozent (34,5 Millionen) der Bevölkerung mindestens einmal geimpft und 15,7 Prozent (13,1 Millionen) vollständig.

Je nach Bundesland variiert die Impfquote. Die höchste Quote an mindestens Erstgeimpften verzeichnet das Saarland mit 45,2 Prozent. Sachsen liegt mit 36,2 Prozent leicht hinter den anderen Bundesländern zurück. Während das Saarland jedoch auch bei der Berücksichtigung der Zweitimpfungen beim Impftempo an der Spitze liegt, läuft die Kampagne laut RKI in Brandenburg am langsamsten.

Die Impfkampagne in Deutschland hat Ende vergangenen Jahres begonnen. Zunächst waren Menschen über 80, Bewohner von Alten- und Pflegeheimen und medizinisches Personal an der Reihe. Unter anderem werden auch chronisch Kranke mit erhöhtem Risiko für einen schweren und tödlichen Verlauf bevorzugt geimpft. Ab 7. Juni soll die Impfpriorisierung in ganz Deutschland aufgehoben werden, in einigen Bundesländern auch schon etwas früher.

 

10:25 Uhr

Novartis und Molecular Partners starten Phase-II/III Studie mit Corona-Kandidat

BASEL (dpa-AFX) - Novartis und der Biotechpartner Molecular Partners bringen die Entwicklung des Corona-Kandidaten Ensovibep weiter voran. Unter Federführung von Novartis werde dieser neuartige DARPin-Therapiekandidat nun in einer Phase-2- und Phase-3-Studie zur Behandlung von COVID-19-Patienten eingesetzt, bei denen sich die Infektion in einem Frühstadium befindet. Ziel sei es, eine Verschlimmerung der Symptome und einen Krankenhausaufenthalt zu verhindern.

Wie die beiden Unternehmen am Donnerstag mitteilten, wird die Studie 400 Patienten in Phase-II aufnehmen, um eine Dosis mit optimaler Sicherheit und Aktivität zu identifizieren. Hierzu erwarte man erste Ergebnisse im August 2021. Zu diesem Zeitpunkt werde die Phase-III mit weiteren 1700 Patienten fortgesetzt, deren Ergebnisse für das erste Halbjahr 2022 erwartet werden.

Sollten die ersten Ergebnisse der EMPATHY-Studie überzeugen, würde dies den Weg für Novartis ebnen, eine beschleunigte Zulassung über die Emergency Use Authorization (EUA) der FDA zu beantragen.

Aufgenommen werden in die Studie Erwachsene in einem Alter von über 18 Jahren mit einem positiven SARS-CoV-2-Antigentest, die innerhalb von 7 Tagen nach der Diagnose mindestens zwei vorher festgelegte leichte/mittlere Symptome von Covid-19 aufwiesen.

 

6:30 Uhr

Hausärzteverband: Kaum Impfstoff für Erstimpfungen

Hamburg (dpa/lno) - Hamburgs Hausärzte können mangels Impfstoffs kaum mehr Erstimpfungstermine anbieten. „Wir bekommen wenig bis gar keinen Impfstoff für Erstimpfungen“, sagte die Vorsitzende des Hausärzteverbands Hamburg, Jana Husemann, am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur. „Es gibt auch Praxen, die nicht einmal ausreichend Impfstoff für die anstehenden Zweitimpfungen bekommen haben.“ So sei es fast unmöglich Impfungen zu planen und Patienten einzubestellen. Sechs Wochen nach dem Start der Impfungen in den Hausarztpraxen sind auch dort die ersten Zweitimpfungen mit den Impfstoffen von Biontech und Moderna fällig. Bei Astrazeneca beträgt der Abstand zwölf Wochen.

Gleichzeitig werde vom Bund eine Erwartungshaltung geschürt, „dass alle bald ein Impfangebot bekommen, was mit dieser geringen Menge an Impfstoff momentan sicher nicht eingehalten werden kann“, sagte Husemann. Zudem werde der Druck durch Urlaubsplanungen und die Wiedererlangung von Grundrechten für Geimpfte erhöht, was sich auch bei den Anfragen der Impfwilligen zeige, die „bestimmter“ würden.

Die Patienten „machen schon sehr deutlich, dass sie jetzt sehr bald geimpft werden wollen“, sagte die Ärztin. „Beschimpfungen sind zum Glück noch Einzelfälle, kommen aber leider auch vor.“ Dies alles bedeute eine immense Belastung der Praxisteams.

Auch im Zentralen Impfzentrum werden mit den verfügbaren Vakzinen inzwischen zum Großteil anstehende Zweitimpfungen bedient. Am Montag waren es nach Angaben der Gesundheitsbehörde 6415, dem standen nur 1072 Erstimpfungen entgegen. Rund 55 000 Impfdosen seien in dieser Woche nach Hamburg gekommen, sagte Behördensprecher Martin Helfrich. Bis Ende Juni werde sich an der wöchentlichen Liefermenge im Großen und Ganzen nicht viel ändern.

„Was zusätzlich für Unmut sorgt ist, dass die Impfung von Kindern und Jugendlichen schon fest eingeplant ist, obwohl es noch nicht einmal eine Zulassung beziehungsweise Einschätzung der (Europäischen Arzneimittelbehörde) EMA und (Ständigen Impfkommission) Stiko dazu gibt“, sagte Husemann. Die dafür nötigen Impfstoffdosen würden inzwischen schon angespart und aus dem Impfstoffkontingent der Hausarztpraxen abgezogen. „Dies führt zu einer weiteren Verschärfung und Mangelverwaltung.“

6:00 Uhr

Feldtest für künftigen digitalen Corona-Impfnachweis

Für den geplanten digitalen Corona-Impfnachweis soll in dieser Woche ein Feldtest in ausgewählten Impfzentren anlaufen. Dies soll nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums dazu dienen, Erfahrungen mit dem System zu sammeln und Verbesserungsmöglichkeiten zu identifizieren. Die Einführung des freiwilligen Nachweises namens „CovPass“ neben dem gelben Impfheft ist in Deutschland noch im laufenden zweiten Quartal geplant, also bis Ende Juni.

Die EU-Länder und das EU-Parlament hatten sich kürzlich auf Details eines europaweiten Zertifikats geeinigt, mit dem man Impfungen, Tests und überstandene Covid-19-Erkrankungen nachweisen kann. Dies soll auch Reisen erleichtern. Der Stand der Umsetzung in Deutschland ist auch eines der anstehenden Themen beim Impfgipfel von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und den Ministerpräsidenten an diesem Donnerstag.

Den digitalen Impfnachweis soll man sich künftig direkt in Praxen oder Impfzentren erstellen lassen und dann per Smartphone nutzen können. Auch nachträglich soll das Ausstellen möglich sein – bei Ärzten und Apotheken.

5:55 Uhr

Infektionsmediziner: Corona-Impfung von Kindern einzeln prüfen

Der auf Infektionskrankheiten spezialisierte Kinder- und Jugendmediziner Reinhard Berner hält nichts von einer flächendeckenden Corona-Impfung von Kindern und Jugendlichen. Der Biontech/Pfizer-Impfstoff für 12- bis 15-Jährige ermögliche es aber, Kinder mit Vorerkrankungen und damit besonderem Risiko für Ansteckung und einen schweren Verlauf, in besonderen Lebensumständen oder bei gefährdeten Familienmitgliedern zu impfen, sagt der Direktor der Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin des Dresdner Universitätsklinikums. Risiko und Nutzen müssten individuell abgewogen werden, vor allem von den Kinder- und Jugendärzten.

„Das Risiko für Kinder, selbst schwer zu erkranken, ist gering“, sagt er unter Verweis auf das in seinem Haus geführte Register, dem deutsche Kliniken Covid-19-Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen melden. Danach wurden mit Stand 23. Mai bundesweit bisher 1548 Erkrankte in diesem Alter stationär aufgenommen und fünf Prozent davon auf der Intensivstation behandelt. Laut Berner haben sie in der Regel Vorerkrankungen.

Wenn Risikogruppen, Gesellschaft und Familien immun seien, sinke das Risiko auch für diese Altersgruppe, sagt der Mediziner. Für eine generelle Bewertung sei die Datenlage zu dem Impfstoff noch viel zu gering, auch wenn sie zur Zulassung eines schon bei Erwachsenen erprobten Impfstoffs reicht. Und Herdenschutz allein sei kein ausreichender Grund für eine breite Impfung von Klein-, Kita- und Schulkindern, „die in jedem Winter mit jeder Menge anderer Erkältungsviren konfrontiert sind“.

Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern wollen Kindern und Jugendlichen ab zwölf Jahren bis Ende August ein Impfangebot machen. Über die Umsetzung beraten auch Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten am Donnerstag. Der Hersteller Biontech/Pfizer hat die entsprechende Zulassung seines Präparats bei der europäischen Arzneimittelbehörde (EMA) beantragt. Die Ständige Impfkommission (STIKO) behält sich aber eigene Klärungen für eine mögliche Impfempfehlung vor.

 

3:30 Uhr

Bund und Länder beraten über Impfungen für Kinder

Bei einem erneuten „Impfgipfel“ wollen Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten an diesem Donnerstag (14.00 Uhr) unter anderem über Corona-Impfungen für Kinder beraten. Angestrebt wird, bis Ende August allen Über-12-Jährigen Impfangebote zu machen. Zuvor muss jedoch die EU-Arzneimittelbehörde EMA voraussichtlich an diesem Freitag über eine entsprechende Zulassung für den bisher ab 16 Jahren zugelassenen Impfstoff von Biontech und Pfizer entscheiden.

Zu klären ist dann etwa auch die konkrete Organisation von Impfungen für Jugendliche beispielsweise über Schulen oder Arztpraxen sowie zusätzlicher Impfstoff dafür. Weiteres Thema der Beratungen sollen mögliche Auffrischungsimpfungen sein. Merkel hatte deutlich gemacht, dass sie hiermit nicht vor dem Herbst rechnet.

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) will im Anschluss an die Videokonferenz um 18.00 Uhr über die Auswirkungen auf die Landesstrategie beim Impfen informieren.


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