Wie ansteckend sind Kinder?

Die Corona-News des Tages

Berlin - 25.05.2021, 07:00 Uhr

(Bild: Levan / AdobeStock)

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Drosten-Studie in „Science“ erschienen / USA fordern weitere Untersuchung zum Ursprung des Coronavirus / Spahn geht von Impfangebot für über 12-Jährige bis Ende August aus / STIKO: Schulöffnung nicht entscheidend für Impfung von Kindern / Gesundheitsminister Spahn fordert mehr Beiträge für die WHO / Auch Moderna will Impfstoff-Zulassung für Kinder ab 12 Jahren / Bald 170 Millionen Europäer einmal gegen COVID geimpft / BDA: Auslaufen der Pflicht kein Ende von Homeoffice und Testen / Kritik an Spahn wegen Ziel einer Inzidenz unter 20 

Seit dem Beginn der Corona-Pandemie überschlagen sich an manchen Tagen die Nachrichten zu COVID-19. 

Um Ihnen den Überblick zu erleichtern, bietet DAZ.online Ihnen hier einen Überblick über die wichtigsten Corona-News des Tages – direkt aus dem News-Kanal der Deutschen Presse-Agentur. 

Virusvariante: Britische Regierung verschärft lokale Abstandsregeln / RKI registriert 1.911 Corona-Neuinfektionen – Inzidenz bei 58,4 / Umfrage: Fast jeder Dritte macht regelmäßig Corona-Tests / Tausende Corona-Tote in England nach Infektion in Kliniken / Corona-Zahlen in Malaysia steigen massiv – Experten warnen / Todeszahlen in der 19. Kalenderwoche über dem Schnitt der Vorjahre / Britische Ministerin: Herdenimmunität war nicht Ziel der Regierung / Mehr als 45 Millionen Impfdosen verabreicht / Knapp 196.000 Corona-Neuinfektionen in Indien / Biontech soll in Mainz mehr Platz bekommen / 

Britische Studie: Hunde erschnüffeln Corona-Infizierte / Singapur lässt Corona-Schnelltest per Atemanalyse vorläufig zu / WHO-Schätzung: weltweit 115.000 Pflegekräfte an Corona gestorben / Schweiz stellt der WHO Sicherheitslabor für Viren zur Verfügung / China weist Bericht über kranke Wissenschaftler in Wuhan zurück / Gesundheitsminister: Malta hat Herdenimmunität erreicht / Merkel warnt bei WHO-Tagung vor nächster Pandemie / Nordirland lockert Corona-Regeln – Schottland impft über 18-Jährige / 

Heil: Erleichterungen bei Kurzarbeit bis Ende September / Bund: Einstufung von Großbritannien als Virusvariantengebiet nötig / Indien: Angst vor tödlicher Pilzkrankheit in Zusammenhang mit Corona

17:25

Wie ansteckend sind Kinder? – Drosten-Studie in „Science“ erschienen

Berlin (dpa) - Die Daten sind nun im Fachblatt „Science“ erschienen: Der Virologe Christian Drosten hält an seiner Einschätzung zu einer Ansteckungsgefahr auch durch Kinder beim Coronavirus fest. «Mein anfänglicher Eindruck einer ungefähr gleich großen Infektiosität aller Altersgruppen hat sich bestätigt, nicht nur hier, sondern auch in anderen Studien», sagte der Berliner Coronaviren-Experte laut einer Mitteilung der Charité vom Dienstag.

Für die am Dienstagnachmittag publizierte Studie bestimmten Wissenschaftler um Drosten für mehr als 25.000 COVID-19-Fälle die sogenannten Viruslasten, also die Menge des Viruserbguts in der PCR-Probe. «Die Erbgutkopien repräsentieren näherungsweise die Virusmenge im Rachen der Patienten und lassen daher Voraussagen über deren potenzielle Infektiosität zu», erklärte die Charité. Einbezogen wurden Menschen ohne Krankheitsanzeichen ebenso wie Patienten mit unterschiedlich schweren Symptomen bis hin zu Krankenhausfällen.

Bei Erwachsenen zwischen 20 und 65 Jahren zeigten sich demnach «keine nennenswerten Unterschiede» bei der Viruslast. In den Proben der jüngsten Kinder zwischen 0 und 5 Jahren seien die niedrigsten Viruslasten gefunden worden, bei älteren Kindern und Jugendlichen hätten sich die Werte mit steigendem Alter denen der Erwachsenen angeglichen, heißt es weiter.

Die Werte von Kindern sieht Drosten durch eine andere Art der Probenentnahme im Vergleich zu Erwachsenen beeinflusst: Es würden deutlich kleinere Tupfer eingesetzt, die weniger als halb so viel Probenmaterial einbrächten. Statt der schmerzhaften tiefen Nasenrachen-Abstriche würden zudem oft einfache Rachenabstriche gemacht, in denen sich nochmals weniger Virus finde. Deshalb seien bei Kindern von vornherein geringere Viruslast-Messwerte zu erwarten.

Erste, noch nicht von unabhängigen Fachleuten geprüfte Auswertungen zu Viruslasten hatte Drosten bereits vor mehr als einem Jahr vorgelegt. Diese waren auch in der Debatte um die Öffnung von Schulen und Kindergärten viel beachtet worden.

15:10

Auch Moderna will Impfstoff-Zulassung für Kinder ab 12 Jahren

Cambridge (dpa) - Nach dem deutschen Hersteller Biontech und seinem US-Partner Pfizer will auch das US-Unternehmen Moderna für seinen Corona-Impfstoff eine Zulassung für Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren beantragen. Der Impfstoff schütze auch Heranwachsende zwischen 12 und 17 Jahren zuverlässig vor einer COVID-19-Erkrankung, teilte der Hersteller am Dienstag mit.

Das gehe aus Ergebnissen einer Studie mit mehr als 3.700 Teilnehmern aus dieser Altersgruppe hervor. Keiner von ihnen habe nach einer vollständigen Impfung eine COVID-19-Erkrankung entwickelt. Der Impfstoff sei gut vertragen worden. Noch sind die Ergebnisse aber weder von Experten begutachtet noch in einem Fachjournal veröffentlicht.

Anfang Juni will Moderna eigenen Angaben zufolge Ausweitungen seiner Notfallzulassungen weltweit für Kinder und Jugendliche beantragen. Zuvor war bereits der Impfstoff von Biontech/Pfizer in mehreren Ländern auch für Kinder und Jugendliche zwischen 12 und 15 Jahren zugelassen worden, auch die EU-Arzneimittelbehörde prüft derzeit einen entsprechenden Antrag.

15:01

BDA: Auslaufen der Pflicht kein Ende von Homeoffice und Testen

Berlin (dpa) - Der Arbeitgeberverband BDA hat in Aussicht gestellt, dass Betriebe auch ohne Pflicht weiter Homeoffice und Coronatests anbieten werden. «Wir Arbeitgeber haben immer klar gesagt, dass wir Testen und Homeoffice im Interesse von Beschäftigten und im Eigeninteresse der Unternehmen aktiv unterstützen», sagte Hauptgeschäftsführer Steffen Kampeter am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. Gewehrt hätten sich die Unternehmen nur gegen eine bürokratische gesetzliche Überregulierung. «Diese Bürokratie soll Ende Juni auslaufen - das bedeutet nicht das Ende von Homeoffice oder Testen», betonte Kampeter. Die Arbeitgeber stünden auch so zu ihren Beschäftigten.

Der Industrieverband BDI hatte Lockerungen der Homeoffice- und Testpflicht in den Betrieben gefordert. Der Impffortschritt müsse mit einer Rückkehr in einen normalen Geschäftsbetrieb verbunden sein, heißt es in einem am Dienstag veröffentlichten Papier. Die Bundesregierung solle in einem Stufenplan festlegen, wie Corona-Maßnahmen in den Betrieben verringert und abgeschafft werden können.

14:43

USA fordern weitere Untersuchung zum Ursprung des Coronavirus

Genf (dpa) - Der amerikanische Gesundheitsminister Xavier Becerra hat eine baldige Fortsetzung der internationalen Untersuchung über den Ursprung des Coronavirus gefordert. Die zweite Phase der Untersuchung müsse unter transparenten Rahmenvorgaben laufen, forderte Becerra bei der Jahrestagung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) am Dienstag in Genf. Die Experten brauchten völlige Unabhängigkeit, um den Ursprung des Virus und den Beginn des Ausbruchs zu untersuchen.

Die USA hatten die Qualität der ersten Untersuchung in Zweifel gezogen. Sie warfen China ungebührliche Einflussnahme auf die daran beteiligten internationalen Experten vor. Sie waren nach monatelanger Verzögerung durch China Anfang des Jahres in die chinesische Stadt Wuhan gereist, in der das Virus Ende 2019 erstmals nachgewiesen wurde.

Peking habe die Untersuchungen kontrolliert und eingeschränkt, so der Vorwurf: So hätten die Wissenschaftler keinen Zugang zu kompletten Originaldatensätzen und Proben gehabt, kritisierten die USA Ende März in einem Dokument, das 13 weitere Länder unterzeichneten, darunter Dänemark, Großbritannien, Australien und Japan. Die WHO will die Untersuchungen fortsetzen. Kritiker argwöhnen auch, China habe großen Einfluss auf die Endversion des Berichts genommen, in dem ein Ursprung in einem Labor in China als «extrem unwahrscheinlich» bezeichnet wurde.

Becerra setzte sich auch für einen besseren Datenaustausch unter Ländern aus, um Warnhinweise auf mögliche Pandemien früh erkennen zu können. Den von Deutschland und etwa zwei Dutzend anderen Ländern geforderten Pandemievertrag, der Länder unter anderem zu mehr Austausch verpflichten soll, erwähnte er nicht. Die USA gelten wie Russland und China nicht als Befürworter eines neuen Regelwerks, der Verpflichtungen enthält.

12:58

Todeszahlen in der 19. Kalenderwoche über dem Schnitt der Vorjahre

Wiesbaden (dpa) - Die Sterbefallzahlen in Deutschland haben in der 19. Kalenderwoche (10. bis 16. Mai) über dem Durchschnitt der vergangenen Jahre gelegen. Insgesamt starben in dem Zeitraum 18.324 Menschen, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden mitteilte. Das seien sechs Prozent oder 991 Fälle mehr als im Durchschnitt der Jahre 2017 bis 2020 für diese Kalenderwoche, hieß es. Eine Woche zuvor hatte der Anstieg im Vergleich zu den Vorjahren sogar bei zehn Prozent gelegen.

Ein Vergleich der Todesfälle mit der Zahl der beim Berliner Robert Koch-Institut (RKI) gemeldeten Corona-Sterbefälle ist aktuell bis einschließlich der 17. Kalenderwoche möglich (26. April bis 2. Mai). In diesem Zeitraum gab es laut dem RKI 1.368 Todesfälle durch das Coronavirus. Das seien 73 Fälle weniger als in der Vorwoche, hieß es. Die gesamten Sterbefallzahlen hätten neun Prozent (1 559 Fälle) über dem Durchschnitt der vier Vorjahre gelegen.

Für die einzelnen Bundesländer liegen den Statistikern Zahlen bis einschließlich der 16. Kalenderwoche (19. bis 25. April) vor. In diesem Zeitraum hätten die Sterbefälle in Mecklenburg-Vorpommern (plus 22 Prozent) und Thüringen (plus 21 Prozent) deutlich über dem Durchschnitt der Jahre 2017 bis 2020 gelegen. Im Saarland dagegen lagen sie mit einem Minus von 15 Prozent deutlich darunter.

12:55

Corona-Zahlen in Malaysia steigen massiv – Experten warnen 

Kuala Lumpur (dpa) - In Malaysia müssen sich die Menschen Experten zufolge auf einen massiven Anstieg der Corona-Zahlen einstellen. Das südostasiatische Land kämpft seit Wochen gegen seine bisher schwerste Corona-Welle. Am Dienstag verzeichneten die Behörden fast 7.300 Neuinfektionen - so viele wie noch nie seit Beginn der Pandemie. «Die Malaysier müssen sich auf das Schlimmste vorbereiten», twitterte der Generaldirektor des Gesundheitsministeriums, Noor Hisham Abdullah. Die täglichen Zahlen folgten einem exponentiellen Trend, warnte er.

Die Regierung in Kuala Lumpur hatte zuletzt neue Einschränkungen verhängt. So wurden die Menschen vor allem aufgefordert, soweit wie möglich im Homeoffice zu arbeiten. Einen kompletten Lockdown wie zu Beginn der Pandemie will die Regierung aber verhindern, weil sie den wirtschaftlichen Kollaps befürchtet.

Malaysia mit seinen 32 Millionen Einwohnern war vergangenes Jahres zunächst sehr glimpflich durch die Pandemie gekommen. Im Oktober begann dann ein Anstieg der Zahlen. Mittlerweile wurden etwa 520.000 Fälle bestätigt, mehr als 2.300 Menschen sind in Verbindung mit COVID-19 gestorben.

12:48

Spahn geht von Impfangebot für über 12-Jährige bis Ende August aus

Bernburg (dpa/sa) - Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) geht von einem Impfangebot für Kinder ab 12 Jahren bis Ende August aus. Voraussetzung dafür sei die Zulassung des Impfstoffs durch die europäische Arzneimittelbehörde, sagte er am Dienstag bei einem Besuch des Pharmaunternehmens Serumwerk Bernburg AG (Salzlandkreis). «Wir gehen davon aus, dass es in den nächsten Tagen, diese oder nächste Woche, eine Zulassung geben kann», sagte er. Es gehe um ein Impfangebot für alle 12- bis 18-Jährigen, die wollen. 

Spahn betonte, es sei keine Impfpflicht. Es bleibe dabei, es sei eine individuelle Entscheidung. «Kinder, Eltern, Ärztinnen und Ärzte entscheiden gemeinsam, ob geimpft wird oder nicht», so Spahn.

12:49

Britische Ministerin: Herdenimmunität war nicht Ziel der Regierung

London (dpa) - Die britische Regierung hat die Kritik des ehemaligen Johnson-Beraters Dominic Cummings an der nationalen Corona-Strategie zurückgewiesen. Herdenimmunität zu erreichen, sei nicht Teil des Plans gewesen, sagte die britische Ministerin für Arbeit und Renten, Thérèse Coffey, dem Radiosender BBC 4 am Dienstag.

Cummings, der Ende vergangenen Jahres im Streit aus der Regierung ausschied, soll am Mittwoch vor den Ausschüssen für Gesundheit und Wissenschaft im britischen Parlament zum Umgang der Regierung mit der Pandemie aussagen.

Mit mehr als 150.000 Menschen, die an oder mit Corona gestorben sind, ist Großbritannien eines der von der Pandemie am schwersten betroffenen Länder Europas. Die Regierung steht in der Kritik, besonders anfangs mit der Verhängung eines Lockdowns zu lange gezögert zu haben. Cummings zufolge lag das auch an der zunächst verfolgten Strategie, ähnlich wie in Schweden, die Ausbreitung der Pandemie nicht gänzlich zu unterdrücken, sondern auf eine einsetzende Immunität in der Bevölkerung zu hoffen. Beteuerungen von Regierungsmitgliedern, das sei nicht der Fall gewesen, bezeichnete er als «Bullshit».

12:14

Knapp 196.000 Corona-Neuinfektionen in Indien 

NEU DELHI (dpa-AFX) - Erstmals seit Mitte April sind in Indien weniger als 200.000 Corona-Infektionen innerhalb eines Tages erfasst worden. Rund 196.000 Neuinfektionen verzeichnete das indische Gesundheitsministerium mit Zahlen vom Dienstag. Im Mai waren teils mehr als 400.000 Fälle pro Tag erfasst worden. Inzwischen hat sich das Infektionsgeschehen den offiziellen Zahlen nach verlangsamt.

Gleichzeitig sind nach Angaben von Bauerngewerkschaften Tausende Landwirte auf dem Weg zur Hauptstadt Neu Delhi. Dort wollen sie am Mittwoch einen "Schwarzen Tag" abhalten. Vor einem halben Jahr begannen indische Bauern gegen kontroverse Landwirtschaftsgesetze zu protestieren. Sie befürchten durch den Wegfall von Preisgarantien, dass ihre Lebensgrundlage zerstört wird. Die Landwirtschaft ist Lebensgrundlage für rund 60 Prozent der 1,3 Milliarden Einwohner des Landes. Regierungsvertreter forderten, die Proteste mit Verweis auf mögliche Corona-Ausbreitungen abzusagen. Immer wieder hatten sie die Proteste für regionale Virus-Ausbrüche verantwortlich gemacht.

12:09

Gesundheitsminister Spahn fordert mehr Beiträge für die WHO

Genf (dpa) - Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat dazu aufgerufen, die Weltgesundheitsorganisation (WHO) finanziell zu stärken. Mit der derzeitigen Ausstattung könne die WHO die Erwartungen nicht erfüllen, darunter den Schutz der Welt vor neuen Pandemien, sagte Spahn in einer Videobotschaft, die bei der WHO-Jahrestagung in Genf am Dienstag gezeigt wurde. Neben den niedrigen Mitgliedsbeiträgen, die die 194 Länder seit Jahren nicht erhöht haben, fehle auch Geld in Sondertöpfen, etwa für Noteinsätze. «Das ist inakzeptabel», sagte Spahn.

Deutschland ist in der Pandemie zum größten Geldgeber der WHO geworden, mit rund 900 Millionen Euro für das Zweijahresbudget 2020/2021. Zweitgrößter Geldgeber ist die Stiftung von Bill und Melinda Gates. Chinas Beitrag für den Zeitraum beträgt nach Angaben der WHO-Budget-Analysten umgerechnet knapp 150 Millionen Euro. 2018/19 waren die USA größter Zahler, aber der frühere US-Präsident Donald Trump hatte die Zuwendungen deutlich zurückgefahren.

Spahn kritisierte zudem, dass vielerorts der politische Wille fehle, Vorschläge zur Verbesserung der WHO umzusetzen, die nach früheren Krisen gemacht wurden. «Wir können es uns nicht leisten, dass das noch einmal passiert», sagte Spahn. Niemand dürfe nach der Corona-Pandemie zur Tagesordnung übergehen. Er setzte sich wie Bundeskanzlerin Angela Merkel am Tag zuvor für einen internationalen Pandemie-Vertrag ein. Er soll Länder unter anderem zu stärkerem Austausch von gesundheitsrelevanten Informationen verpflichten, damit früher Alarm geschlagen und gehandelt werden kann, um eine Ausbreitung von Viren um den ganzen Globus zu verhindern.

11:48

Umfrage: Fast jeder Dritte macht regelmäßig Corona-Tests

Berlin (dpa) - Fast jeder dritte Erwachsene macht laut einer Umfrage inzwischen regelmäßig Corona-Tests. Mindestens ein- bis zweimal pro Woche tun dies nach eigenen Angaben 30 Prozent, wie eine Befragung des Meinungsforschungsinstituts YouGov ergab. Mit Nein antworteten 66 Prozent. Am stärksten verbreitet sind regelmäßige Tests demnach unter 18- bis 24-Jährigen (42 Prozent), bei Menschen über 55 Jahre bejahten dies 22 Prozent.

Ein Nachweis eines negativen Corona-Tests wird teils benötigt, um in Geschäfte oder Biergärten zu gehen. Der Bund übernimmt seit Anfang März die Kosten für mindestens einen Schnelltest durch geschultes Personal pro Woche. Auch in Schulen gibt es regelmäßige Schnelltests.

Für die Umfrage wurden den Angaben zufolge vom 21. bis zum 24. Mai 6.820 Menschen befragt. Die Ergebnisse wurden gewichtet und sind repräsentativ für die deutsche Bevölkerung ab 18 Jahren, wie das Institut mitteilte.

11:30

Tausende Corona-Tote in England nach Infektion in Kliniken

London (dpa) - Bis zu 8.700 Menschen in England sind nach einer Corona-Infektion gestorben, die sie sich im Krankenhaus zugezogen hatten. Das geht aus Daten des Nationalen Gesundheitsdiensts NHS hervor, wie der «Guardian» am Dienstag berichtete. Demnach erkrankten mehr als 32.000 Menschen seit März 2020 während eines aus anderen Gründen bedingten Klinikaufenthalts mit COVID-19. Etwa 8.700 von ihnen starben innerhalb von 28 Tagen nach ihrem positiven Test. In wie vielen Fällen COVID-19 die ausschlaggebende Todesursache war oder womöglich nur ein zusätzlicher Faktor, ist nicht bekannt.

Der ehemalige Gesundheitsminister Jeremy Hunt sprach im Zusammenhang mit den im Krankenhaus übertragenen Corona-Infektionen von einem «stillen Skandal» der Pandemie. Tausende Todesfälle seien vermeidbar gewesen, sagte der konservative Politiker dem «Guardian» zufolge. Besonders zu Beginn der Pandemie hatten Krankenhausmitarbeiter in Großbritannien immer wieder über einen Mangel an Schutzkleidung geklagt. Die Zeitung hatte die Daten im Rahmen eines sogenannten Freedom-of-Information-Requests von NHS-Organisationen erfragt.

10:48

Bald 170 Millionen Europäer einmal gegen COVID geimpft

Brüssel (dpa) - Bis nächsten Sonntag sollen 170 Millionen Europäer zumindest einmal gegen Corona geimpft sein. Das seien 46 Prozent der erwachsenen Bevölkerung in der Europäischen Union, erklärte Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen nach Angaben aus EU-Kreisen am Dienstag beim Gipfel in Brüssel. Bis 30. Mai würden in der EU etwa 300 Millionen Dosen Corona-Impfstoff ausgeliefert und davon 245 Millionen Dosen verabreicht sein.

Die Lieferungen im zweiten Quartal von April bis Juni übertreffen demnach die ursprünglichen Erwartungen: Es sollen 413 Millionen Impfdosen der Hersteller Biontech/Pfizer, Moderna, AstraZeneca und Johnson & Johnson in der EU ankommen. Noch Anfang März hatte von der Leyen von 300 Millionen Dosen im zweiten Quartal gesprochen. Nach der jetzigen Prognose sollen es im dritten Quartal von Juli bis Ende September sogar 529 Millionen Dosen werden, im vierten Quartal dann noch einmal 452 Millionen.

Von der Leyen hat das Ziel ausgegeben, mindestens 70 Prozent der Erwachsenen in der EU gegen COVID-19 zu impfen. Sie hält dies bis Juli für erreichbar, zumindest für die Erstimpfung.

Die EU-Staats- und Regierungschefs berieten am zweiten Tag ihres Gipfels die Lage im Kampf gegen die Pandemie. Im Entwurf der Gipfelerklärung heißt es, angesichts der Impferfolge würden nun schrittweise Öffnungen wieder möglich. Dennoch sei wegen der Virusvarianten Wachsamkeit gefordert.

Die 27 Staaten fordern laut Entwurf erneut ein koordiniertes Vorgehen und loben die Einigung auf ein digitales COVID-Zertifikat als Nachweis für Impfungen, Tests oder eine überstandene Infektion. Gefordert sei nun eine rasche Änderung der Reiseempfehlungen innerhalb der EU.

10:43

Mehr als 45 Millionen Impfdosen verabreicht

Berlin (dpa) - Seit Beginn der Corona-Impfkampagne sind in Deutschland mehr als 45 Millionen Dosen verabreicht worden. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Dienstag (Stand: 10.05 Uhr) wurden am Montag 287.574 Menschen immunisiert, 158.451 davon bekamen nun ihren vollen Impfschutz. Der Feiertag hatte die Zahl der Impfungen damit im Vergleich zur Vorwoche deutlich gedrückt, sieben Tage zuvor wurden mit 543.637 weitaus mehr Impfdosen verabreicht.

Insgesamt sind den Angaben zufolge bisher 40,4 Prozent (33,6 Millionen) der Bevölkerung mindestens einmal und 14,3 Prozent (11,9 Millionen) vollständig geimpft.

Je nach Bundesland variiert die Impfquote. Die höchste Quote an mindestens Erstgeimpften verzeichnet das Saarland mit 44,2 Prozent. Sachsen liegt mit 35,3 Prozent leicht hinter den anderen Bundesländern zurück. Während das Saarland jedoch auch bei der Berücksichtigung der Zweitimpfungen beim Impftempo an der Spitze liegt, läuft die Kampagne laut RKI in Brandenburg am langsamsten.

Die Impfkampagne in Deutschland hat Ende vergangenen Jahres begonnen. Zunächst waren Menschen über 80, Bewohner von Alten- und Pflegeheimen und medizinisches Personal an der Reihe. Unter anderem werden auch chronisch Kranke mit erhöhtem Risiko für einen schweren und tödlichen Verlauf bevorzugt geimpft. Ab 7. Juni soll die Impfpriorisierung in ganz Deutschland aufgehoben werden, in einigen Bundesländern auch schon etwas früher.

10:12

STIKO: Schulöffnung nicht entscheidend für Impfung von Kindern

Berlin (dpa) - Die Rückkehr zum Präsenzunterricht ist nach Ansicht der Ständigen Impfkommission (STIKO) kein entscheidender Grund für die Corona-Impfung von Kindern. Im Vordergrund müsse die Frage stehen, wie hoch die Gefährdung der Kinder durch eine Infektion mit dem Coronavirus sei, sagte der STIKO-Vorsitzende Thomas Mertens am Dienstag im Deutschlandfunk. Auch Privatleben oder Urlaub mit den Eltern seien sekundäre Argumente, «die für sich alleine genommen keine ausreichende Begründung liefern, um jetzt alle Kinder zu impfen».

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte zuletzt Schülerinnen und Schülern in Aussicht gestellt, bis Ende August ein Impfangebot zu erhalten. Die Europäische Gesundheitsbehörde EMA prüft, ob sie den Impfstoff von Biontech für ältere Jugendliche empfiehlt. Die STIKO behält sich vor einer Empfehlung noch eine Prüfung vor. Mertens rechnet innerhalb der nächsten 10 bis 14 Tage mit einem Ergebnis der Beratungen. «Es kann sein, dass die STIKO den Vorstellungen der Politik nicht in allen Punkten nachkommen kann, da die Ergebnisse das unter Umständen nicht hergeben», so Mertens.

9:18

Virusvariante: Britische Regierung verschärft lokale Abstandsregeln

London (dpa) - Die Regierung in Großbritannien hat die Abstandsregeln in einzelnen englischen Bezirken mit hohem Auftreten der zuerst in Indien entdeckten Coronavirus-Variante wieder verschärft – allerdings ohne öffentliche Ankündigung. Wie die BBC berichtete, wurde die Regierungswebseite bereits am vergangenen Freitag für landesweit acht Bezirke aktualisiert. Demnach werden die Menschen dort aufgerufen, ihre Bezirke nicht zu verlassen, zwei Meter Abstand zu anderen zu halten und sich nicht in Innenräumen zu treffen.

Auf der Liste stehen unter anderem Gebiete im Nordwesten des Landes, in Mittelengland und auch ein Londoner Bezirk. Am stärksten betroffen ist der Bezirk Bolton im Großraum Manchester. Dort wurden zuletzt rund 450 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen registriert. Experten gehen davon aus, dass sich die sogenannte indische Variante B.1.617.2 schneller ausbreitet als die bislang vorherrschende britische Corona-Mutante B.1.1.7.

Die Abgeordnete für Bolton South West, Yasmin Qureshi, von der Labour-Partei zeigte sich von der Änderung der Abstandsregeln überrascht. «Sie (die Regierung) macht so eine wichtige Bekanntgabe und hat nicht einmal den Anstand, das uns und den Bürgern zu sagen», sagte sie der BBC. Viele Menschen hätten wahrscheinlich Reisepläne für das kommende Wochenende gemacht, fuhr Qureshi fort.

Die Staatssekretärin für Arbeit und Renten, Thérèse Coffey, verteidigte das Vorgehen der Regierung am Dienstag. Die Regeln seien aktualisiert worden, sobald die zugrunde liegenden Daten vorgelegen hätten, so die konservative Ministerin.

In großen Teilen des Vereinigten Königreichs wurden die Corona-Regeln zuletzt erheblich gelockert. So dürfen Theater, Museen und auch Restaurants und Bars wieder Gäste in Innenräumen empfangen. Auch internationale Reisen sind teilweise wieder erlaubt.

6:09

RKI registriert 1.911 Corona-Neuinfektionen – Inzidenz bei 58,4

Berlin (dpa) - Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 1.911 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus Zahlen vom Dienstagmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 06.05 Uhr wiedergeben. Zum Vergleich: Vor einer Woche hatte der Wert bei 4.209 Ansteckungen gelegen. Die Sieben-Tage-Inzidenz gab das RKI am Dienstagmorgen mit bundesweit 58,4 an (Vortag: 62,5; Vorwoche: 79,5). An Feiertagen wie Pfingstmontag suchen weniger Menschen einen Arzt auf, wodurch auch weniger Proben genommen werden und es weniger Laboruntersuchungen gibt. Daher werden weniger Neuinfektionen gemeldet.

Deutschlandweit wurden den Angaben nach binnen 24 Stunden 33 neue Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 221 Tote gewesen.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie insgesamt 3.653.551 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte aber deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 3.423.700 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, wird nun mit 87.456 angegeben.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht von Montagabend bei 0,84 (Vortag: 0,87). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 84 weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen.

4:03

Kritik an Spahn wegen Ziel einer Inzidenz unter 20

Berlin (dpa) - Aus FDP- und Linksfraktion kommt Kritik an Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU), weil er als Zielmarke für einen unbeschwerten Sommer eine Corona-Inzidenz von unter 20 genannt hat. «Mit seinen Spekulationen verbreitet Herr Spahn nur öffentliche Verunsicherung», sagte der stellvertretende FDP-Fraktionsvorsitzende Michael Theurer der «Welt». «Die Intensivbetten leeren sich, die schweren Verläufe werden deutlich seltener. Die Gefährdungslage aus einer spezifischen Zahl, sei es 20, 35, 50 oder 100, ist inzwischen eine ganz andere, als das noch Anfang des Jahres der Fall war.» Linksfraktionschefin Amira Mohamed Ali sagte: «Konkrete Problemlösung anstatt schwurbeliger Ankündigungen wäre jetzt dringend geboten.» Als Probleme nannte sie ineffektive Testsituationen in Schulen, Wechselunterricht und Impfstoffmangel.

Zurückhaltender äußerten sich die Grünen. «Allein auf die Inzidenz zu schauen wird in den nächsten Wochen nicht reichen», sagte Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt. «Auch wenn eine Strategie der niedrigen Infektionszahlen grundsätzlich richtig ist.»

Spahn hatte der «Bild am Sonntag» zur Sieben-Tage-Zahl der Neuinfektionen je 100.000 Einwohner gesagt: «Im vergangenen Sommer lag sie unter 20. Das sollten wir wieder anstreben. Vorsicht und Umsicht gelten weiterhin.» Am Montagmorgen gab das RKI die Sieben-Tage-Inzidenz mit bundesweit 62,5 an (Vortag: 64,5; Vorwoche: 83,1).

Unionsfraktionsvize Stephan Stracke (CSU) sagte der «Welt», es solle keineswegs das Infektionsschutzgesetz mit den Grenzwerten 100, 50 und 35 geändert werden. Aber: «Mit der Zielrichtung von 20 vermeiden wir insbesondere Situationen, in denen Öffnungsschritte bei Überschreiten der gesetzlichen Grenzwerte wieder zurückgenommen werden müssen.»

FDP-Fraktionsvize Theurer wies auch Überlegungen von Politikern der Koalitionsparteien CDU und SPD zurück, den Status der epidemischen Lage in Deutschland und damit die Corona-Sonderrechte für die Bundesregierung um weitere drei Monate auszudehnen. «Nach aktuellem Stand gibt es keinerlei Grund», sagte er der «Augsburger Allgemeinen» (Dienstag). Die Feststellung dieser besonderen Lage läuft nach drei Monaten automatisch aus, wenn sie vom Bundestag nicht verlängert wird. Daher wäre gegebenenfalls spätestens zum 1. Juli eine Verlängerung nötig.

3:30

Biontech soll in Mainz mehr Platz bekommen

Mainz (dpa/lrs) - Der Impfstoff-Hersteller Biontech soll an seinem Standort in Mainz mehr Platz erhalten. Die rheinland-pfälzische Landeshauptstadt hat dafür ein neues Konzept entwickelt, das Oberbürgermeister Michael Ebling und Baudezernentin Marianne Grosse (beide SPD) an diesem Dienstag (14.00 Uhr) vorstellen wollen.

Das Biopharma-Unternehmen ist seit 2011 in Mainz. Der Hauptsitz mit der klangvollen Adresse «An der Goldgrube» befindet sich auf dem Gelände einer ehemaligen Bundeswehrkaserne, der Generalfeldzeugmeister-Kaserne, kurz GFZ-Kaserne. Seitdem hat sich Biontech an diesem Standort nach und nach erweitert, benötigt nun aber zusätzliche Flächen.

Die Stadt hat Anfang dieses Jahres ihren städtebaulichen Entwurf für das ehemalige Kasernengelände mit Biontech abgestimmt und «mit der Zielsetzung einer Stärkung der zukünftigen Entwicklungsmöglichkeiten modifiziert». Der Bebauungsplan «Neues Stadtquartier ehemalige GFZ-Kaserne» sieht auch Flächen für den Wohnungsbau und die Ortsverwaltung für den Stadtteil Oberstadt vor.

Die rheinland-pfälzische Landesregierung hat sich in ihrem neuen Koalitionsvertrag vorgenommen, das Bundesland zum führenden Standort für Biotechnologie auszubauen. «In der Corona-Pandemie war Rheinland-Pfalz die Apotheke der Welt», heißt es in dem am 10. Mai unterzeichneten Abkommen von SPD, Grünen und FDP. «Wir wollen das Momentum der weltweiten Sichtbarkeit des Wissenschafts- und Biotechnologiestandortes Mainz insbesondere durch die Erfolge der Firma Biontech nutzen, um schnell und zielgerichtet die gesamte Wertschöpfungskette am Standort dauerhaft zu sichern und zu erweitern.»



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