Antikörper gegen SARS-CoV-2

Was macht COR-101 so besonders?

Stuttgart - 20.05.2021, 07:00 Uhr

Anders als die zur Behandlung von COVID-19 bereits eingesetzten – doch noch nicht zugelassenen – Antikörper, soll COR-101 nicht nur in frühen Phasen der Erkrankung, sondern auch noch später im Krankheitsverlauf gegeben werden können. (Foto: Kateryna_Kon / AdobeStock)

Anders als die zur Behandlung von COVID-19 bereits eingesetzten – doch noch nicht zugelassenen – Antikörper, soll COR-101 nicht nur in frühen Phasen der Erkrankung, sondern auch noch später im Krankheitsverlauf gegeben werden können. (Foto: Kateryna_Kon / AdobeStock)


Wirksamkeit auch gegen Virusvarianten erhofft

Da COR-101 die Bindungsstelle von SARS-CoV-2 an die menschliche Zelle „großflächig“ abdeckt, erhofft man sich eine stabile Wirksamkeit, selbst wenn das Virus mutiert. COR-101 ist laut Dr. Andreas Herrmann, CEO von CORAT Therapeutics, in der Lage, „selbst eine Virusversion mit sieben Mutationen in der Rezeptor-bindenden Region des SARS-CoV-2-Spike-Proteins zu neutralisieren“, das erklärte er noch vor Beginn der klinischen Studien im Dezember 2020.

Schnellere Genesung von Hamstern

In präklinischen Studien hatte COR-101 damals bereits überzeugen können: Mit SARS-CoV-2 infizierte Hamster genasen mit der COR-101-Antikörpertherapie innerhalb von zwei Tagen. Hamster ohne Behandlung erreichten diesen Gesundheitszustand hingegen erst nach sieben Tagen. Zudem gelang es COR-101, die Virustiter in der Lunge bei mit Antikörper behandelten Hamstern im Vergleich zu unbehandelten Tieren innerhalb von drei Tagen um 99 Prozent zu senken. Dies bestätige „die hervorragenden neutralisierenden Eigenschaften“, die man bereits im Labor gemessen habe, erklärt Corat Therapeutics. Es zeige, dass COR-101 das Virus im lebenden Organismus effizient neutralisiere und das Fortschreiten der Krankheit verhindere. Auch der Gewichtsverlust der Tiere war unter COR-101 deutlich geringer als ohne Behandlung, was Corat Therapeutics als Hinweis auf einen allgemein besseren  Gesundheitszustand der Tiere einstufte.

Was ist das Besondere an COR-101?

Anders als die zur Behandlung von COVID-19 bereits eingesetzten – doch noch nicht zugelassenen (siehe Infobox) – Antikörper, soll COR-101 nicht nur in früheren Phasen der Erkrankung, sondern auch noch später im Krankheitsverlauf gegeben werden können. Warum ist das so? Der Antikörper ist speziell so gebaut worden, dass er keine überschießende Immunantwort provoziert. Dafür ist es wichtig zu wissen, dass alle Antikörper aus einem Bindungsteil bestehen, der beispielsweise ein Virus bindet – im Fall von COR-101 das Spikeprotein von SARS-CoV-2. Es gibt einen zweiten Teil – den Effektorteil  beziehungsweise Fc-Teil des Antikörpers –, der nach Antigenbindung sodann Immunzellen aktiviert, damit diese beispielsweise eine Infektion bekämpfen.



Celine Müller, Apothekerin, Redakteurin DAZ.online (cel)
redaktion@daz.online


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