Zum 5. Todestag

Prince und das Fentanyl

Stuttgart - 21.04.2021, 15:20 Uhr

Am 21. April 2016, also heute vor fünf Jahren, wurde Prince tot aufgefunden. Er starb an einer Überdosis Fentanyl.(Foto: IMAGO / ZUMA Wire)

Am 21. April 2016, also heute vor fünf Jahren, wurde Prince tot aufgefunden. Er starb an einer Überdosis Fentanyl.(Foto: IMAGO / ZUMA Wire)


Fünf Jahre ist es nun her, dass Prince Rogers Nelson, besser bekannt als „Prince“, tot aufgefunden wurde. Obwohl die Todesursache später festgestellt wurde ­­– er starb dem Obduktionsbericht zufolge an einer Überdosis Fentanyl –, gab die Sache weiterhin Rätsel auf. So war beispielsweise keines der bei ihm gefundenen Arzneimittel – und das waren so einige – für den Sänger selbst verschrieben worden. Anlässlich des Todestages blicken wir zurück.

Am 21. April 2016, also heute vor fünf Jahren, wurde Prince tot aufgefunden. Der Sänger, der mit bürgerlichem Namen Prince Rogers Nelson hieß, wurde nur 57 Jahre alt. Von Anfang an bestand der Verdacht, dass verschreibungspflichtige Arzneimittel beim Tod des Superstars eine Rolle gespielt haben könnten. So hatte es zunächst Spekulationen über das Kombipräparat PerocetTM, das Oxycodon und Paracetamol enthält, als Todesursache gegeben. Nur sechs Tage vor seinem Tod soll er wegen einer PerocetTM-Überdosis im Krankenhaus behandelt worden sein, hieß es.

Anhand der Obduktion konnte die Todesursache auch erst nicht festgestellt werden. Es waren weder Hinweise auf einen Suizid oder eine Überdosis Drogen noch auf ein Verbrechen gefunden worden. Erst aufwendige toxikologische Untersuchungen brachten sechs Wochen nach dem tragischen Ereignis Klarheit, dass nicht eine Überdosis PerocetTM, sondern Fentanyl die Ursache war.

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Unklar blieb aber weiterhin, woher Prince das Fentanyl hatte. Zwar wurde nach seinem Tod ein recht imposantes Schmerzmittellager gefunden, wie aus dem ein Jahr später veröffentlichten Durchsuchungsbericht hervorging.

Screenshot LA Times
  • 15 weiße Kapseln, jeweils bedruckt mit „Watson 853“; sie enthalten Paracetamol und Hydrocodon
  • Eine Tablettendose von CVS, drin waren sieben grüne Kapseln mit Aufdruck „194“, laut Etikett Vitamin D2 für Kirk Johnson sowie acht orangefarbene, nicht näher beschriebene ovale Tabletten
  • Ein Döschen von Bayer, das 64,25 weiße Tabletten enthielt, ebenfalls mit dem Aufdruck „Watson 853“.
  • Ein weiteres CVS-Döschen – laut Etikett Ondansetron, verschrieben für Kirk Johnson. Enthalten waren aber runde weiße Tabletten mit der Aufschrift A-349, also Paracetamol plus Oxycodon, und eine orangefarbene Tablette – Wirkstoff unbekannt.
  • Und nochmal „Watson 853“, also Paracetamol und Hydrocodon – 20,5 Stück in einem weiteren Döschen.


Julia Borsch, Apothekerin, Chefredakteurin DAZ.online
jborsch@daz.online


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