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Welche Ursachen hinter Muskelkrämpfen stecken können

08.04.2021, 09:50 Uhr

Meist stecken harmlose Gründe hinter den Krämpfen. So kann ein Mineralstoffmangel Muskelkrämpfe verursachen. (Foto: Maridav / AdobeStock)
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Meist stecken harmlose Gründe hinter den Krämpfen. So kann ein Mineralstoffmangel Muskelkrämpfe verursachen. (Foto: Maridav / AdobeStock)


Bei Muskelkrämpfen handelt es sich um plötzliche, unwillkürliche, schmerzhafte Kontraktionen einzelner Muskeln oder Muskelgruppen. Obwohl diese im Allgemeinen harmlos sind, können sie ziemlich lästig sein, insbesondere wenn nächtliche Wadenkrämpfe den Schlaf rauben. Welche Ursachen können hinter Muskelkrämpfen stecken?

Krämpfe treten zuweilen in Ruhe auf, vor allem aber während oder nach sportlicher Betätigung oder in der Nacht. Zugrunde liegen können die Überbeanspruchung eines Muskels, Dehydratation, Muskelzerrungen oder das Halten einer Position über einen längeren Zeitraum. Häufig ist die Ursache dafür jedoch unbekannt.

Muskelkrämpfe häufig aus harmlosen Gründen

Meist stecken harmlose Gründe hinter den Krämpfen: 

  • So kann ein Mineralstoffmangel Krämpfe verursachen. Wird zu wenig Calcium, Magnesium oder Kalium über die Nahrung aufgenommen, kann dies zu Krämpfen in den Beinen führen. Ebenfalls zu bedenken ist, dass Diuretika in den Mineralstoffhaushalt eingreifen und somit einen Mangel an Mineralstoffen auslösen können.
  • Sportler, die nicht ausreichend isotonische Getränke zu sich nehmen und dehydrieren, entwickeln ebenfalls häufiger Muskelkrämpfe.
  • Bei älteren Menschen kommt es durch den Verlust von Muskelmasse schneller zu einer Überlastung der verbleibenden Muskeln.
  • Auch eine Schwangerschaft erhöht das Risiko für Muskelkrämpfe.

Wenn etwas Ernstes hinter den Krämpfen steckt

Neben harmlosen Ursachen können krampfartige Schmerzen der Muskulatur allerdings auch mit einer Erkrankung zusammenhängen:

  • Stenosen der Lendenwirbelsäule können durch eine Kompression von Nerven zu krampfartigen Schmerzen der Beine führen. Dabei verschlimmert sich der Schmerz bei längerem Gehen und kann durch eine vorgebeugte Haltung reduziert werden.
  • Liegt eine Arteriosklerose der Extremitäten (periphere arterielle Verschlusskrankheit, PAVK) vor, kann es unter Belastung zu einer unzureichenden Blutversorgung dieser kommen, was zu Schmerzen in der Wade führt. Diese sind allerdings nicht auf eine Muskelkontraktion zurückzuführen, sondern auf die mangelnde Blutversorgung. Die Krämpfe verschwinden dann normalerweise nach Beendigung der Belastungsphase.
  • Muskuläre Spasmen können auch durch eine Dystonie hervorgerufen werden. Betroffen sind typischerweise nicht die Beine, sondern Nacken, Hand, Gesicht oder Muskeln im ganzen Körper. Die Symptome halten länger an als bei „normalen“ Muskelkrämpfen und sind meist wiederkehrend.
  • Eine Tetanuserkrankung durch Clostridium tetani führt zu langanhaltenden, beidseitigen, diffusen Muskelkrämpfen. Ursache sind hier Clostridientoxine.
  • Eine besondere Form des Muskelkrampfes ist der sogenannte Rigor. Hier liegt eine Steifheit der Muskeln durch einen erhöhten Muskeltonus vor. Der Rigor ist ein typisches Symptom von Morbus Parkinson, kann aber auch als Nebenwirkung von Neuroleptika auftreten.
  • Zuletzt können Diabetes, Leber- oder Schilddrüsenerkrankungen möglicherweise das Risiko für Muskelkrämpfe erhöhen.

Dr. Sabine Fischer, Apothekerin, DAZ-Autorin
redaktion@daz.online


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