Ostersymbole und Pharmazie (Episode 2)

Das Osterei – die bunte Überraschung

Korntal-Münchingen - 03.04.2021, 07:00 Uhr

Für viele ist es an Ostern Tradition, dass (vorwiegend) Kinder bunte Osterei suchen. Diese werden dann meist auch gegessen. Doch wie viele Eier sind gesund? (Foto: Floydine / stock.adobe.com)

Für viele ist es an Ostern Tradition, dass (vorwiegend) Kinder bunte Osterei suchen. Diese werden dann meist auch gegessen. Doch wie viele Eier sind gesund? (Foto: Floydine / stock.adobe.com)


Hühnereier und Grippeimpfstoff

Impfstoffe gegen Influenza werden auch heute noch mit Hilfe von Hühnereiern produziert. Dabei werden die lebenden, pathogenen „Saatviren“ in befruchteten, angebrüteten Eiern von steril gehaltenen Hühnern vermehrt. Nach einigen Tagen werden die Eier geöffnet, das virushaltige Eiklar wird abgezogen und gereinigt. Die Viren werden abgetrennt und inaktiviert. Dieser Vorgang muss für jeden Virusstamm wiederholt werden, bis man am Ende die verschiedenen Virenstämme zusammenmischt und gegebenenfalls Adjuvanzien zugesetzt. Die Herstellung eines Impfstoffs mit Hilfe von Hühnereiern dauert etwa 20 bis 28 Wochen. Nicht zu vergessen ist die mehrmonatige Vorlaufzeit, in der die Labor-Eier unter speziellen Bedingungen produziert werden. 

Alternativen zum Hühnerei

Inzwischen lassen sich Grippeimpfstoffe auch alternativ aus Kulturen von Säugetierzellen gewinnen. Im Dezember 2018 kam mit Flucelvax Tetra der erste Vierfachimpfstoff gegen Influenza auf den Markt, der nicht mit Hilfe bebrüteter Hühnereier hergestellt wird. Die Vorteile liegen nicht nur in einem schnelleren Ablauf der saisonangepassten Impfstoff-Produktion. Auch die Qualität der Impfstoffe wird positiv beeinflusst. Das Wachstum von Influenzaviren in Eiern kann nämlich zu einer so genannten „Eiadaption“ führen. Das heißt: die Viren passen sich an den neuen Nichtsäugetier-Wirt an und werden dem tatsächlich zirkulierenden Influenzastamm weniger ähnlich. Bei in Säugetier-Zellkulturen wachsenden Viren passieren solche Änderungen nicht oder nicht in dem Ausmaß. Auch besteht bei Hühnerei-basierten Impfstoffen immer die Gefahr, dass die geimpfte Person auf Eiweißbestandteile allergisch reagliert. Das wurde bei in Säugetier-Zelllinien hergestellten Impfstoffen bisher nicht beobachtet. 

Ostereier aus dem Guiness-Buch der Rekorde

  • 9.753 Kinder haben am 1. April 2007 in Begleitung ihrer Eltern im Cypress Gardens Adventure Park in Winter Haven, Florida, USA nach insgesamt 501.000 Ostereiern gesucht und damit den Guinness World Records Weltrekordtitel für die größte Ostereiersuche bekommen.  
  • Das größte Osterei aus Schokolade wog 7.200 kg und hatte an seiner breitesten Stelle einen Umfang von 19,6 m. Gewogen und gemessen wurde es am 16. April 2011 im Le Acciaierie Shopping Center in Cortenuova, Italien. 
  • Der Zoo Rostock hat am 8. April 2007 einen Baum mit insgesamt 76.596 bemalten Hühnereiern dekoriert und dafür einen Guinness World Records Rekordtitel erhalten. 


Reinhild Berger, Apothekerin
redaktion@daz.online


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