Leitfaden für Ärzte

So klappt die Rekonstitution von Comirnaty

Fürth - 01.04.2021, 16:30 Uhr

Bei der Rekonstitution von Comirnaty gibt es einige Stolperfallen. (Foto: IMAGO / ITAR-TASS)

Bei der Rekonstitution von Comirnaty gibt es einige Stolperfallen. (Foto: IMAGO / ITAR-TASS)


Vorbereitung und Material

Comirnaty ist nicht konserviert. Daher muss beim Auseinzeln aus dem unkonservierten Mehrdosenbehältnis sehr sauber gearbeitet werden. Dabei sind keimarme Arbeitsplatzbedingungen, Schutzkleidung des Personals und das richtige Herstellungsregime sehr wichtig. Auch geringe Risiken sollten nicht missachtet werden. Jede Spritze soll mit gleichbleibender Qualität hergestellt werden.

Das braucht man für Rekonstitution und Applikation

Übersicht über das benötigte Equipment für die Rekonstitution  des Comirnaty Impfstoffs und das Aufziehen von sechs applikationsfertigen Dosen.

Rekonstitution

  • Einmalspritze 2 ml zur Rekonstitution                 1 Spritze pro Vial
  • Standardkanüle ≥21G                                         1 Kanüle pro Vial
  • NaCl 0,9% Ampulle 2 ml zur Rekonstitution        1 Ampulle pro Vial

Applikation

  • Feindosierungsspritze 1 ml                                    6 Spritzen pro Vial
  • Standardkanüle 25G                                              6 Kanülen pro Vial

(Entnahme und Applikation erfolgen mit derselben Kanüle)

Weiteres Material

  • Desinfektionsmittel
  • Antiseptische Einwegtupfer
  • Medizinische Einweghandschuhe
  • Behälter zum Entsorgen der spitzen Gegenstände


Michael Gabel, Apotheker
redaktion@daz.online


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Optimale Nutzung von Comirnaty®-Ampullen gefordert

Eine siebte Dosis ist möglich

8 Kommentare

Klare RKI Empfehlung...

von Claudia W. am 09.04.2021 um 8:28 Uhr

Bei wiederholter Entnahme aus Mehrdosenbehältnissen ist für jede Entnahme eine frische Kanüle und Spritze zu verwenden.

» Auf diesen Kommentar antworten | 0 Antworten

Totvolumen

von Sarah Tews am 06.04.2021 um 18:18 Uhr

Wir vernachlässigen das Totvolumen der Kanüle nicht in unserem Impfzentrum und ziehen deshalb 0,35ml mit immer derselben Kanüle auf. Danach stecken wir eine frische Kanüle auf die Spritze.

» Auf diesen Kommentar antworten | 0 Antworten

Arbeiten unter Pandemiebedingungen

von Wolfgang Matenaer am 05.04.2021 um 11:32 Uhr

Das Wechseln der Spritze bei steckenbleibender Entnahmekanüle dauert mit Übung 2-3 Sekunden. Bei No Touch - Methode und aseptischem Arbeiten sehr gut machbar und vertretbar. Die Spritze ist nach einer halben Stunde im Arm! Wer es kann, sollte auch 7 Spritzen versuchen. Braucht natürlich Übung. Wird in den meisten Impfzentren auch so gemacht und das ist gut so. Jede Spritze zählt !! Wir befinden uns doch nicht in einer akademischen Lehrveranstaltung!!

» Auf diesen Kommentar antworten | 1 Antwort

AW: Arbeiten unter Pandemiebedingungen

von Recovering Pharmacist am 06.04.2021 um 12:16 Uhr

Ja WENN, WENN...dann geht das bestimmt...ich sehe hier allerdings handschuhlose, nebenher essende und sich am Kopf kratzende "Fachkräfte" , von denen ich nicht weiß, ob sie mit Begriffen wie no touch und aseptischem Arbeiten was anfangen können. Und da ist die Geschwindigkeit dann wohl maximal sekundär.

Das frage ich mich auch...

von Dr. med Anwar Ganama am 03.04.2021 um 16:29 Uhr

Es wäre einfache, eine 25G Nadel in der verdünnten Vial zu belassen und die 6 Spritzen aufzuziehen.
Die gefüllten Spritzen werden dann mit einer neuen sterilen 25G Nadel versehen.
Die Luft im Totraum der Nadeln wäre wohl zu vernachlässigen.

» Auf diesen Kommentar antworten | 1 Antwort

AW: Das frage ich mich auch

von Recovering Pharmacist am 04.04.2021 um 12:32 Uhr

Das Belassen einer offenen Verbindung von Innenraum und der Umgebung ist wenn überhaupt nur in keimarmer Umgebung (Werkbank) zu vertreten.

Warum keine siebte Kanüle?

von Yannick S. am 02.04.2021 um 11:49 Uhr

Ich frage mich warum - entgegen der Vorgaben im Impfzentrum - in den Praxen keine siebte Kanüle zum Aufziehen der Spritzen zum Einsatz kommt. Immerhin soll es ja zu Hautreizungen kommen, wenn die zum Applizieren des Impfstoffs verwendete Kanüle außen schon mit Impfstoff benetzt ist. Das Septum wird so außerdem sechs Mal zerstochen und jede Kanüle ist schon ein bisschen abgestumpfter oder ist das zu vernachlässigen?

» Auf diesen Kommentar antworten | 1 Antwort

AW: Warum keine siebte Kanüle

von Recovering Pharmacist am 04.04.2021 um 12:47 Uhr

Das Septum hält 6 mal Durchstechen locker aus, sonst hätte es kein Septum werden dürfen...Um Hautreizungen zu vermeiden, kann man ja auch nach dem Aufziehen die Kanüle wechseln, dann sind es halt insgesamt 13 Kanülen je Vial Comirnaty (1 für NaCl, je 2 zum Aufziehen und Injektion). Das Totvolumen der Kanülen(n) bleibt hier mal außen vor - aber darüber muss man in den Impfzentren, in denen die billigsten 2 ml Spritzen benutzt werden, die derart ungenau in der Handhabung sind, auch nicht unbedingt diskutieren.

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