FDP-Bundestagsfraktion beantragt Freigabe von Cannabis zu Genusszwecken

Kommt der Joint aus der Apotheke?

Traunstein - 24.03.2021, 16:45 Uhr

Mitglieder der JuLis verteilen am 24. September 2015 in Hamburg Flyer im Rahmen einer Cannabis-Aktion. (Foto: IMAGO / Lars Berg)

Mitglieder der JuLis verteilen am 24. September 2015 in Hamburg Flyer im Rahmen einer Cannabis-Aktion. (Foto: IMAGO / Lars Berg)


Modellprojekte noch in dieser Legislaturperiode?

Der Sprecher für Drogen- und Suchtpolitik der FDP-Bundestagsfraktion Dr. Wieland Schinnenburg, der federführend hinter dem Antrag steht, verweist in einer Stellungnahme auf andere Länder: „Der Konsum jeder Droge birgt Gesundheitsgefahren. Die Erfahrungen mit Cannabis aus anderen Ländern zeigen allerdings, dass ein verantwortungsvoller Umgang mit Cannabis möglich ist.“

Schinnenburg geht auch darauf ein, dass die SPD sich in ihrem Wahlprogramm neuerdings für eine regulierte Abgabe von Cannabis an Erwachsene in Modellprojekten einsetzt. Dieses „Lippenbekenntnis“ sei nicht viel wert, denn die SPD habe im Bundestag noch im Oktober 2020 gegen einen FDP-Antrag zu Cannabis-Modellprojekten gestimmt. „Wenn die SPD es ernst meint, könnten noch in dieser Legislaturperiode Cannabis-Modellprojekte verabschiedet werden, als Freie Demokraten stehen wir dafür bereit“, betont Schinnenburg.

Doch ob es so weit kommen wird, ist fraglich. Denn es ist kaum anzunehmen, dass die SPD den ohnehin wackeligen Koalitionsfrieden gefährdet, indem sie gegen die Union und unter anderem mit der FDP für derartige Modellprojekte stimmt. Genauso wenig ist zu erwarten, dass die Union sich für die Legalisierung von Cannabis begeistern kann. Zwar gab es auch hier vereinzelt Stimmen, die Modellprojekte mit Cannabis forderten, zum Beispiel im Jahr 2018 der Vorsitzende des Gesundheitsausschusses im Bundestag Erwin Rüddel (CDU). Doch von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn ist kaum Unterstützung zu erwarten. 

Seine Äußerungen zur Legalisierung von Cannabis waren bislang eher ausweichend bis ablehnend. So sagte er laut einem Bericht der „Ärzte Zeitung“ im Jahr 2019 vor Studenten, dass er das Thema Legalisierung von Cannabis ernst nehme, weil es viele junge Leute beschäftige. „Ich bin kein Ideologe.“ Für die Ungleichbehandlung von Cannabis und Alkohol seien nicht zuletzt kulturelle Gründe entscheidend. „Jesus hat Wasser zu Wein gemacht und nicht Gras zum Schwarzen Afghanen.“



Dr. Christine Ahlheim (cha), Chefredakteurin AZ
redaktion@deutsche-apotheker-zeitung.de


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9 Kommentare

Freigabe von Canabis

von Pedro am 09.04.2021 um 17:43 Uhr

Wie aus eimer Französischen und Canadischen Studie hervorgeht schützt uns Nikotin und thc vor einem coronainfekt. Mischaerosole mit diesen Zusätzen sind nicht ansteckend.Uns diesen möglichkeit zum Schutz vorzuenthalten ist nicht Verantwortungsbewusst

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AW: Freigabe von Canabis

von Ray am 09.04.2021 um 20:24 Uhr

Das Zeug ist und bleibt eine Droge. Eine die unter anderem schöne Psychosen auslöst. Also hört einfach auf so ne Scheisse zu erzählen und das Zeug zu verharmlosen. Jemand der gesundheitlich nix mehr zu verlieren soll es von mir aus rauchen. Aber nicht gesunde Menschen die dann meinen nach dem KIFFEN auch noch Auto fahren zu müssen. Denen gehört der Lappen auf Lebzeiten entzogen

AW: Freigabe von Canabis

von Joshi am 15.04.2021 um 10:57 Uhr

Argumentativ wieder ne totale Niete. Die Menschen rauchen so oder so, wenn man das Zeug kontrolliert abgibt, kann man über die Risiken aufklären, dein dealer wird sich aber nicht dahin stellen und dir sagen was das auslösen kann, auch wenn diese Fälle extrem selten sind.

AW: Freigabe von Canabis

von Joshi am 15.04.2021 um 11:04 Uhr

Jeder Mensch sollte selbst darüber entscheiden dürfen was er seinem Körper antut, Alkohol ist auch erlaubt, obwohl die droge Alkohol um ein vielfaches schlimmer ist, nicht nur für den eigenen Körper, sondern auch für alle Menschen im Umfeld der trinkenden Person. Wie bewusst man damit umgeht liegt einfach bei jedem selbst. Die meisten Menschen kommen ganz gut damit klar, andere wiederum nicht. So ist das nunmal. Die repressive drogen Politik ist schon vor Jahrzehnten gescheitert, und jeder der was anderes behauptet hat absolut keine Ahnung von der Materie, das ist einfach Fakt. Wer sich jetzt immernoch daran festhält ist entweder zu alt und stur oder ein realitätsverweigerer.

Es wird Zeit

von Herbert am 08.04.2021 um 20:05 Uhr

Es ist an der Zeit Cannabis freizugeben, kontrolliert und sauber. Grade zur medizinischen Anwendung, meine Rückenschmerzen und meine Schlafstörungen lindert kein übliches Medikament mehr. Nur Nebenwirkungen und Probleme. Nicht so mit medizinischem Cannabis.

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Mit Legalisierung

von Kadri am 04.04.2021 um 3:27 Uhr

Ja, ich bin stark für eine Rationierung, da es sich um ein Naturprodukt handelt und keine Wirkung wie Alkohol hat und der gescheiterte und manipulative Schwarzmarkt kontrolliert wird.

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Legalisierung ist schon lange Überfällig!!

von Christian am 29.03.2021 um 15:46 Uhr

Ich finde es sehr schade das Cannabis immer als Einstiegsdroge bezeichnet wird!! Alkohol ist so viel schlimmer!! Er zerstört Familien, fördert Gewalttaten, macht agressiv und unberechenbar und sorgt jedes Jahr für tausende Tote! Cannabis hat so viele positive Eigenschaften, weshalb ich auch immer öfter von älteren Menschen (60+) höre, das es ihnen körperlich und psychisch hilft. Zum Beispiel bei Arthrose, Schmerzen oder auch PTBS. Wenn man es in staatlich kontrollierten Geschäften ab 21 Jahren verkauft könnte man den Konsumenten auch informieren und beraten. Es würde sehr viele neue Arbeitsplätze schaffen, und hunderte Millionen Euro an Steuern einbringen. Justiz und Polizei würden enorm entlastet werden, Konsumenten wären sicher vor dem fast nur noch gestreckten Cannabis vom Schwarzmarkt und selbigen könnte man damit zerschlagen. Von mir aus sollte man Alkohol verbieten!

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Der richtige Weg

von Sara am 26.03.2021 um 21:34 Uhr

Grundsätzlich der richtige Weg, auch wenn ich den Verkauf von Cannabis zum Privatgebrauch in Apotheken für falsch halte.
Besser wären spezielle Fachgeschäfte, auch Alkohol (wenigstens der hochprozentige) sollte ausschließlich in derartigem Fachhandel verkauft werden. Zutritt dann nur für Erwachsene, in einer Apotheke ist das nicht machbar.

Und:

„Zudem müssen der THC-Gehalt und die enthaltenen Mengen weiterer gesundheitsgefährdender Zusatzstoffe auf Verkaufsverpackungen in gut lesbarer Größe ausgewiesen werden.“

Natürliches Cannabis hat keine Zusatzstoffe, jedenfalls wenn man es dann nicht mehr vom Schwarzmarkt kaufen muss.

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Es wird Zeit

von Marco am 25.03.2021 um 19:38 Uhr

Wie lange wollen wir weiter harmlose Kiffer mit Strafverfolgung und Führerscheinentzug bestrafen? Wir fördern mit dieser unsinnigen und gescheiterten Verbotspolitik doch nur einen Schwarzmarkt und schicken die Kiffer in eine gesellschaftliche Isolation. Alkohol und Tabak ist viel gefährlicher, wird aber für mündige Bürger geduldet. Stellt euch mal vor es kommt ein Politiker daher und behauptet, Alkohol gehöre verboten...

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