FDP-Bundestagsfraktion beantragt Freigabe von Cannabis zu Genusszwecken

Kommt der Joint aus der Apotheke?

Traunstein - 24.03.2021, 16:45 Uhr

Mitglieder der JuLis verteilen am 24. September 2015 in Hamburg Flyer im Rahmen einer Cannabis-Aktion. (Foto: IMAGO / Lars Berg)

Mitglieder der JuLis verteilen am 24. September 2015 in Hamburg Flyer im Rahmen einer Cannabis-Aktion. (Foto: IMAGO / Lars Berg)


Abgabe in Apotheken oder lizenzierten Geschäften

Weiterhin werden neun Punkte aufgeführt, die in dem geforderten Gesetzentwurf enthalten sein sollten. Gleich im ersten Punkt geht es um die Abgabestellen. Wörtlich heißt es: „Alle erwachsenen Menschen in Deutschland sollen Cannabis zu Genusszwecken erwerben dürfen, das Cannabis soll dabei in Apotheken und speziell lizensierten Geschäften erworben werden können.“ Letztere müssten „keine reinen Cannabis-Geschäfte sein, sondern können auch andere Geschäfte sein, wenn entsprechend fachlich geschultes Personal den Verkauf übernimmt und der Jugendschutz durch das Personal wirksam kontrolliert wird“, steht in der anhängenden Begründung.

Maximaler THC-Gehalt soll festgelegt werden

Offenbar sorgt sich die FDP um die Gesundheit der Cannabis-Konsumenten. Denn im zweiten Punkt heißt es: „Der maximale Gehalt von THC und weiteren gesundheitsgefährdeten Inhaltsstoffen wird gesetzlich auf wissenschaftlicher Grundlage festgelegt. Zudem müssen der THC-Gehalt und die enthaltenen Mengen weiterer gesundheitsgefährdender Zusatzstoffe auf Verkaufsverpackungen in gut lesbarer Größe ausgewiesen werden.“

In den weiteren Punkten wird unter anderem Folgendes gefordert:

  • Die maximale Cannabis-Besitzmenge für Privatpersonen soll bei 15 Gramm liegen.
  • Es soll eine Steuer für Genusscannabis eingeführt werden.
  • Genusscannabis soll auch in Deutschland angebaut werden, und zwar in speziell gesicherten Gewächshäusern.
  • Präventionsarbeit und Suchthilfe zu Cannabis und anderen Drogen sollen neu aufgestellt und entsprechende Projekte durch Steuereinnahmen beim Verkauf des Cannabis finanziert werden.
  • Die frei werdenden Ressourcen bei den Strafverfolgungsbehörden sollen dafür genutzt werden, das organisierte Verbrechen im Bereich Drogen- und Suchtmittel gezielter und stärker als bisher zu bekämpfen.


Dr. Christine Ahlheim (cha), Chefredakteurin AZ
redaktion@deutsche-apotheker-zeitung.de


Diesen Artikel teilen:


Das könnte Sie auch interessieren

Cannabis-Legalisierung

FDP: Der Joint aus der Apotheke

Lindner und Strack-Zimmermann für kontrollierte Freigabe wie in Uruguay

FDP für Cannabis-Verkauf in Apotheken

Liberale wollen noch im Februar Gesetzentwurf für Modellprojekte einbringen

FDP, Grüne und Linke für Cannabisfreigabe

9 Kommentare

Freigabe von Canabis

von Pedro am 09.04.2021 um 17:43 Uhr

Wie aus eimer Französischen und Canadischen Studie hervorgeht schützt uns Nikotin und thc vor einem coronainfekt. Mischaerosole mit diesen Zusätzen sind nicht ansteckend.Uns diesen möglichkeit zum Schutz vorzuenthalten ist nicht Verantwortungsbewusst

» Auf diesen Kommentar antworten | 3 Antworten

AW: Freigabe von Canabis

von Ray am 09.04.2021 um 20:24 Uhr

Das Zeug ist und bleibt eine Droge. Eine die unter anderem schöne Psychosen auslöst. Also hört einfach auf so ne Scheisse zu erzählen und das Zeug zu verharmlosen. Jemand der gesundheitlich nix mehr zu verlieren soll es von mir aus rauchen. Aber nicht gesunde Menschen die dann meinen nach dem KIFFEN auch noch Auto fahren zu müssen. Denen gehört der Lappen auf Lebzeiten entzogen

AW: Freigabe von Canabis

von Joshi am 15.04.2021 um 10:57 Uhr

Argumentativ wieder ne totale Niete. Die Menschen rauchen so oder so, wenn man das Zeug kontrolliert abgibt, kann man über die Risiken aufklären, dein dealer wird sich aber nicht dahin stellen und dir sagen was das auslösen kann, auch wenn diese Fälle extrem selten sind.

AW: Freigabe von Canabis

von Joshi am 15.04.2021 um 11:04 Uhr

Jeder Mensch sollte selbst darüber entscheiden dürfen was er seinem Körper antut, Alkohol ist auch erlaubt, obwohl die droge Alkohol um ein vielfaches schlimmer ist, nicht nur für den eigenen Körper, sondern auch für alle Menschen im Umfeld der trinkenden Person. Wie bewusst man damit umgeht liegt einfach bei jedem selbst. Die meisten Menschen kommen ganz gut damit klar, andere wiederum nicht. So ist das nunmal. Die repressive drogen Politik ist schon vor Jahrzehnten gescheitert, und jeder der was anderes behauptet hat absolut keine Ahnung von der Materie, das ist einfach Fakt. Wer sich jetzt immernoch daran festhält ist entweder zu alt und stur oder ein realitätsverweigerer.

Es wird Zeit

von Herbert am 08.04.2021 um 20:05 Uhr

Es ist an der Zeit Cannabis freizugeben, kontrolliert und sauber. Grade zur medizinischen Anwendung, meine Rückenschmerzen und meine Schlafstörungen lindert kein übliches Medikament mehr. Nur Nebenwirkungen und Probleme. Nicht so mit medizinischem Cannabis.

» Auf diesen Kommentar antworten | 0 Antworten

Mit Legalisierung

von Kadri am 04.04.2021 um 3:27 Uhr

Ja, ich bin stark für eine Rationierung, da es sich um ein Naturprodukt handelt und keine Wirkung wie Alkohol hat und der gescheiterte und manipulative Schwarzmarkt kontrolliert wird.

» Auf diesen Kommentar antworten | 0 Antworten

Legalisierung ist schon lange Überfällig!!

von Christian am 29.03.2021 um 15:46 Uhr

Ich finde es sehr schade das Cannabis immer als Einstiegsdroge bezeichnet wird!! Alkohol ist so viel schlimmer!! Er zerstört Familien, fördert Gewalttaten, macht agressiv und unberechenbar und sorgt jedes Jahr für tausende Tote! Cannabis hat so viele positive Eigenschaften, weshalb ich auch immer öfter von älteren Menschen (60+) höre, das es ihnen körperlich und psychisch hilft. Zum Beispiel bei Arthrose, Schmerzen oder auch PTBS. Wenn man es in staatlich kontrollierten Geschäften ab 21 Jahren verkauft könnte man den Konsumenten auch informieren und beraten. Es würde sehr viele neue Arbeitsplätze schaffen, und hunderte Millionen Euro an Steuern einbringen. Justiz und Polizei würden enorm entlastet werden, Konsumenten wären sicher vor dem fast nur noch gestreckten Cannabis vom Schwarzmarkt und selbigen könnte man damit zerschlagen. Von mir aus sollte man Alkohol verbieten!

» Auf diesen Kommentar antworten | 0 Antworten

Der richtige Weg

von Sara am 26.03.2021 um 21:34 Uhr

Grundsätzlich der richtige Weg, auch wenn ich den Verkauf von Cannabis zum Privatgebrauch in Apotheken für falsch halte.
Besser wären spezielle Fachgeschäfte, auch Alkohol (wenigstens der hochprozentige) sollte ausschließlich in derartigem Fachhandel verkauft werden. Zutritt dann nur für Erwachsene, in einer Apotheke ist das nicht machbar.

Und:

„Zudem müssen der THC-Gehalt und die enthaltenen Mengen weiterer gesundheitsgefährdender Zusatzstoffe auf Verkaufsverpackungen in gut lesbarer Größe ausgewiesen werden.“

Natürliches Cannabis hat keine Zusatzstoffe, jedenfalls wenn man es dann nicht mehr vom Schwarzmarkt kaufen muss.

» Auf diesen Kommentar antworten | 0 Antworten

Es wird Zeit

von Marco am 25.03.2021 um 19:38 Uhr

Wie lange wollen wir weiter harmlose Kiffer mit Strafverfolgung und Führerscheinentzug bestrafen? Wir fördern mit dieser unsinnigen und gescheiterten Verbotspolitik doch nur einen Schwarzmarkt und schicken die Kiffer in eine gesellschaftliche Isolation. Alkohol und Tabak ist viel gefährlicher, wird aber für mündige Bürger geduldet. Stellt euch mal vor es kommt ein Politiker daher und behauptet, Alkohol gehöre verboten...

» Auf diesen Kommentar antworten | 0 Antworten

Das Kommentieren ist aktuell nicht möglich.