Testen und Öffnen

So soll der Weg aus dem Lockdown aussehen

Berlin - 02.03.2021, 13:50 Uhr

Welche Freiheiten könnten mit einer konsequenten Testung einhergehen? (Foto: IMAGO / 7aktuell)

Welche Freiheiten könnten mit einer konsequenten Testung einhergehen? (Foto: IMAGO / 7aktuell)


Das planen Bund und Länder konkret

Der vorliegende Beschlussentwurf sieht derzeit unter anderem folgendes vor (ob ein oder zwei Tests die Woche anzubieten sind, ist demnach noch offen):

  • Die nationale Teststrategie wird um folgende Maßnahmen ergänzt, die bis Anfang April schrittweise umgesetzt werden sollen:

• Für einen sicheren Schulbetrieb und eine sichere Kinderbetreuung stellen die Länder im Rahmen von Testkonzepten sicher, dass das Personal in Schulen und Kinderbetreuung sowie alle Schülerinnen und Schüler pro Präsenzwoche das Angebot von mindestens [ein/zwei] kostenlosen Schnelltests einschließlich einer Bescheinigung über das Testergebnis erhalten.

• Die Unternehmen in Deutschland werden verpflichtet, ihren in Präsenz Beschäftigten pro Woche das Angebot von mindestens [ein/zwei] kostenlosen Schnelltests einschließlich einer Bescheinigung über das Testergebnis zu machen.

• Allen asymptomatischen Bürgerinnen und Bürgern wird [einmal/bis zu zwei Mal] pro Woche ein kostenloser Schnelltest einschließlich einer Bescheinigung über das Testergebnis in einem von der jeweiligen Kommune betriebenen Testzentrum, bei von der jeweiligen Kommune beauftragten Dritten oder bei niedergelassenen Ärzten ermöglicht. Die Kosten übernimmt der Bund.

Ein positiver Schnell- oder Selbsttest erfordert sodann eine sofortige Isolation und zwingend einen Bestätigungstest mittels PCR, der kostenlos angeboten werden soll. Ein solcher PCR-Test kann kostenlos durchgeführt werden. 

Mehr Kontakte, mehr Öffnungen

Mehr Kontakte könnten dem Beschlussentwurf zufolge in Regionen erlaubt werden, in denen die Sieben-Tage-Inzidenz unter einen bestimmten Wert sinkt – welcher Wert, ob 35 oder 50, lässt das Papier offen. Andererseits könnten Kontakte wieder enger beschränkt werden, wenn die Sieben-Tage-Inzidenz regional wieder deutlich ansteigen sollte. Und: Über Ostern könnten – ähnlich wie an Weihnachten – wieder Verwandtenbesuche in einem etwas größeren Kreis möglich sein.

Dem Beschlussentwurf zufolge könnte es – unterstützt von massenhaften Schnelltests – dann stufenweise weitere Öffnungen geben: Als nächstes – nach Schulen und Friseuren – etwa Buchhandlungen, Blumengeschäfte und Gartenmärkte (wo noch nicht geschehen). Einen dritten Öffnungsschritt könnte es geben, wenn die Sieben-Tage-Inzidenz in einem Land oder regional stabil unter 35 liegt: Dann könnten der Einzelhandel, Museen, Galerien, zoologische und botanische Gärten geöffnet werden und kontaktfreier Sport in kleinen Gruppen im Außenbereich erlaubt werden. Eine Zwischenstufe könnte dem Papier zufolge auch bei noch etwas höheren Inzidenzen möglich sein, etwa mit „Click and meet“-Angeboten im Handel. Unter anderem bei diesem Punkt gebe es aber noch erheblichen Verhandlungsbedarf, hieß es.



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3 Kommentare

Vergütung

von Dr Helmut Strohmeier am 03.03.2021 um 10:28 Uhr

Klasse! statt 9+9 € jetzt 6+12 € !!
hat das eine externe Beraterfirma für üppiges Honorar errechnet ? Verarschen können wir uns selber.

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Chaos!

von Thomas Eper am 02.03.2021 um 15:37 Uhr

Also ca. 160 Mio. Tests pro Woche!
Und die Tests sind zuverlässig! Es gibt keine Ungenauigkeiten bei symptomlosen Infizierten (geringe Viruslast)!?

Alles klar. Läuft alles nach Plan (Spahn).
Willkommen in der Irrenanstalt.

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konkret

von Karl Friedrich Müller am 02.03.2021 um 14:58 Uhr

wie stellt Ihr Euch das so vor? bzw das fällt ins Fach weltfremde Träumerei, schon wieder! Diese Masse an Testungen sind nicht machbar, selbst wenn es mehr Tester gäbe. Die braucht es, wenn tatsächlich sich jeder testen lassen muss, um überhaupt aus der Wohnung zu dürfen.
Die Idee, dass dann mehr Kontakte möglich wären, ist gefährlich. Mehr Kontakte heißt mehr Infektionen, auch mit Test. Das muss klar sein.
Es wäre schon bisher einfach hilfreich gewesen, Kontakte von Infizierten zu testen. Das hat man fahrlässig und mit abstruser Argumentation unterlassen. Gerade in Kitas und Schulen.
Die Politik handelt falsch weil sie sich nach Wunschbildern richtet, nicht nach der Realität. Sie hat Druck und will Kompetenz und Handlungsbereitschaft zeigen. Nur ist das alles falsch. Jedenfalls so.

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