Die letzte Woche

Mein liebes Tagebuch

10.01.2021, 07:44 Uhr

„Vertrauen unter Stress" – darum bittet unser Bundesgesundheitsminister in Sachen Corona-Impfung. Gerne, wir tun was wir können. (Foto: Alex Schelbert)

„Vertrauen unter Stress" – darum bittet unser Bundesgesundheitsminister in Sachen Corona-Impfung. Gerne, wir tun was wir können. (Foto: Alex Schelbert)


6. Januar 2021

Nein, das Maskenthema ist noch nicht zu Ende. Und ja, im neuen Jahr sollte alles besser laufen, noch besser. Nach dem Dreikönigstag (6. Januar) müssen Patienten einen Berechtigungsschein ihrer Krankenkasse vorweisen, um das nächste 6er-Set an Masken zu erhalten mit einer Eigenbeteiligung von 2 Euro (auf die so manche Apotheken verzichten wollen). Wie die Maskenabgabe abgerechnet wird, zeigt ein DAZ.online-Artikel. Und damit man sich im Bürokratie-Dschungel nicht verläuft, hat die ABDA extra Handlungsanweisungen ausgegeben, wie genau die Abrechnungsbelege, die über den Nacht- und Notdienstfonds des DAV laufen, auszufüllen sind – mein liebes Tagebuch, zum Glück sind wir Pharmazeutinnen und Pharmazeuten, die das alles gerne und ohne zu murren machen, frei nach dem alten Witz aus Studentenzeiten, wonach ein Pharmaziestudierender bei der Aufgabe, das Telefonbuch auswendig zu lernen, nicht fragt, ob das sinnvoll ist, sondern nur bis wann.

Also, der Maskenball dreht sich weiter – nur hat bis heute noch keiner der Bezugsberechtigten den fälschungssicheren Coupon von seiner Krankenkasse bekommen. Oh Gott, wo bleiben sie denn? Ja, die Corona-Schutzmaskenverordnung hat nicht nur uns Apothekers, sondern auch die Krankenkassen und die Bundesdruckerei, die diese Masken-Coupons druckt, an ihre Grenzen gebracht. Wie man hört, soll die Aussendung nun anlaufen. Hoffentlich rasch, bevor fordernde Bürgerinnen und Bürger die Apotheken mit Anfragen nach dem Verbleib der Coupons bombardieren und unsere Beratungsleistungen dafür in Anspruch nehmen. Thomas Preis, Chef des Apothekerverbands Nordrhein, schlägt sogar vor, die Bundesregierung solle den Menschen als Interimslösung noch drei weitere kostenlose Masken zur Verfügung stellen. Mein liebes Tagebuch, oh Gott, ob das so eine gute Idee ist?

 

Schade, dass sie gehen musste: Melanie Huml, Bayerns Gesundheitsministerin. Die Bamberger Ärztin wird auf Geheiß von Markus Söder fortan in der Bayerischen Staatskanzlei arbeiten. Huml hatte in den Coronawirren nicht die glücklichste Figur gemacht, heißt es. So hatten bei den Corona-Tests für Rückkehrer positiv Getestete nicht von ihren Testergebnissen erfahren und die Impfkampagne in Bayern hatte schleppend begonnen. Schade, wir Apothekers hatten uns mit Huml immer gut verstanden, sie hatte ein Herz für uns und kämpfte, wenn auch vergeblich, gegen den Rx-Versandhandel. In Zukunft wird Klaus Holetschek (CSU), Staatssekretär und Leiter der Corona-Task-Force, dem Gesundheitsministerium in Bayern vorstehen. Hoffen wir mal, dass er unsere Arbeit ebenso schätzen wird, wie es seine Vorgängerin getan hat.



Peter Ditzel (diz), Apotheker
Herausgeber DAZ / AZ

redaktion@deutsche-apotheker-zeitung.de


Diesen Artikel teilen:


Das könnte Sie auch interessieren

Die letzte Woche

Mein liebes Tagebuch

Die letzte Woche

Mein liebes Tagebuch

Die letzte Woche

Mein liebes Tagebuch

Die letzte Woche

Mein liebes Tagebuch

Die letzte Woche

Mein liebes Tagebuch

Die letzte Woche

Mein liebes Tagebuch

Die letzte Woche

Mein liebes Tagebuch

5 Kommentare

Hans Spahn in allen Gassen

von Jürgen Weinberg am 10.01.2021 um 10:38 Uhr

Oh, Hilfe, jetzt will Herr Spahn auch noch Kanzler werden. Dann dominiert der Zur Rose Konzern nicht nur unser Gesundheitswesen, sonder regiert gleich ganz Deutschland.

» Auf diesen Kommentar antworten | 0 Antworten

Maskenabgabe

von Sabine Schneider am 10.01.2021 um 10:22 Uhr

Was ich nicht verstehe, warum können die Menschen wo die Bons so tröpfchenweise ankommen nicht beide gleichzeitig einlösen. Warum müssen die Menschen zweimal raus ? Ps: Frau v.d. Leyen ist auch endlich eine Frau an der Spitze der EU, sehe darin keinen Vorteil.

» Auf diesen Kommentar antworten | 0 Antworten

Komm(un)ikation im Gesundheits(un)wesen ...

von Christian Timme am 10.01.2021 um 10:16 Uhr

Hätten wir keinen Jens Spahn ... wüssten wir immer noch nicht was man im Gesundheitswesen alles "richtig" machen kann.

» Auf diesen Kommentar antworten | 2 Antworten

AW: Komm(un)ikation im Gesundheits(un)wesen

von Bernd Jas am 10.01.2021 um 20:36 Uhr

Wieder mal gut ausgedrückt Herr Time.
"Communication Breakdown" so wie unser lockdown.
Und Corona spaltet.

AW: Komm(un)ikation im Gesundheits(un)wesen

von Dr.Diefenbach am 11.01.2021 um 10:25 Uhr

Ich gebe Herrn Jas "spaltungstechnisch"komplett Recht.Der Wunsch unseres Bundespräsidenten nach Zusammenrücken der Gesellschaft wirkt allenfalls lokal, die Gemeinschaft driftet stark auseinander, man sah und sieht es ja bereits in Kollegenkreisen beim Maskenhandel und dem teilweise auftretenden Egomanenverhalten.In der Breite hat der Einzelhandel massive Probleme, wenn wirklich ein Drittel der Betriebe unterschiedlicher Struktur Corona nicht übersteht, dann führt es zu erheblichen Neidkomponenten aufeinander.Es stellt sich ja auch wirklich allmählich die Frage,OB die Konzepte von Gastronomie und Handel nicht nach entsprechender Ausgestaltung eine Geschäftstätigkeit ermöglichen.Ich kenne genug Leute, die grossvolumig nach Lanzarote und ähnlichen Inseln reisen, dann zurückkommen und anschliessend das grosse Jammern offenbaren.Hier steigen die Zahlend,es ist auch dieser Unvernunft geschuldet.Dann BLEIBT man eben mal daheim.Übrigens schont es die Umwelt:Ich empfehle das Buch:"Die Welt neu erfinden".Auch auf diesen Seiten sieht man, dass Corona ein Spaltungstreibsatz zusätzlicher Art ist, wenn man die Ansätze betrachtet.Und die Pandemie war noch gar nicht ausgebrochen, als dieses Werk entstand.Das mal ausserhalb des Apothekenwesens

Kommentar abgeben

 

Ich akzeptiere die allgemeinen Verhaltensregeln (Netiquette).

Ich möchte über Antworten auf diesen Kommentar per E-Mail benachrichtigt werden.

Sie müssen alle Felder ausfüllen und die allgemeinen Verhaltensregeln akzeptieren, um fortfahren zu können.