Digitalisierung des Gesundheitswesens

„Weder Digitalisierung an sich noch die Modernisierung der Telematikinfrastruktur lassen sich staatlich orchestrieren“

Dillingen/Stuttgart - 04.01.2021, 13:45 Uhr

Gematikchef Markus Leyck Dieken über den Start der elektronischen Patientenakte im Interview. (Foto: Marc-Steffen Unger)

Gematikchef Markus Leyck Dieken über den Start der elektronischen Patientenakte im Interview. (Foto: Marc-Steffen Unger)


Überzeugt von einem rechtssicheren Projekt

Leyck Dieken hofft, dass der Akzeptanz der ePa keine europarechtlichen Bedenken gegenüberstehen. „Der Zeitplan für die Einführung der ePA ist eng mit dem Datenschutzbeauftragten abgestimmt und vom Parlament verabschiedet worden“, sagte er dem „Handelsblatt“. „Wir sind überzeugt davon, dass das Projekt rechtssicher ist. Das hat nun auch das vom Health Innovation Hub veranlasste Rechtsgutachten deutlich bestätigt“, so Leyck Dieken. „Natürlich dürfen Datenschützer wie auch Patienten skeptisch sein. Aber zur Wahrheit, die dann mit betrachtet werden muss, gehört auch die Information, dass die ePA – um es bildlich zu erklären – Bremsen und Airbags genug hat.“

Gematik als künftiger App-Entwickler?

Im geplanten Gesetz zur digitalen Modernisierung von Versorgung und Pflege (DVPMG) soll die Gematik die Erlaubnis erhalten, eigene Anwendungen zu entwickeln. Die Gematik habe nicht die Absicht, Anwendungen regelhaft selbst anzubieten, erklärte dazu Leyck Dieken. Man sehe die Gematik im Gegenteil nicht als führende Kraft. Als Ausnahme nannte er einzelne Anwendungen aus Vertrauensgründen zu entwickeln, wie zum Beispiel die E-Rezept-App oder das Implantatregister. 

Zum geplanten TI-Software-Zugang als Nachfolger des Konnektors erklärte Leyck Dieken weiter im „Handelsblatt“, dass ein Zeitplan noch nicht fest stehe. Er könne aber eine Sorge in diesem Zusammenhang nehmen: „Unsere bisherige Vorstellung ist ganz klar, dass die Industrie massiv an diesem Projekt mitarbeiten soll und auch muss. Weder Digitalisierung an sich noch die Modernisierung der Telematikinfrastruktur lassen sich staatlich orchestrieren.“ 



Robert Hoffmann, Redakteur DAZ.online
redaktion@daz.online


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2 Kommentare

Wer vertraut denn diesem sympathischen und vertrauenswürdigem Spahn Intimus

von CS am 04.01.2021 um 23:48 Uhr

Nicht Gerne seine Patientendaten an oder in der Bildersrache von Herrn Leyck Dieken zu bleiben: Bremsen und Airbags der ePa sollten dringend nochmal überprüfet werden.

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Vision oder Habgier?

von Dr. House am 04.01.2021 um 14:51 Uhr

Wir lesen hier von einem Mann, der Spahn eine Wohnung verkauft hat, im Gegesatz einen Posten als Gematik Chef bekam und eine unverhältnismäßig hohe Gehaltsaufstockung. Wenn wir schon so korrupt in die Digitalisierung reingehen, was kann da noch schiefgehen, wenn es nachher um richtig viele Patientendaten und richtig viel Kohle geht?

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