neue SARS-CoV-2-Varianten aus Großbritannien und Südafrika

ECDC erwartet „hohe Auswirkungen“ auf Krankenhausaufenthalte und Todesfälle

Stuttgart - 30.12.2020, 15:00 Uhr

Die neuen Virusvarianten aus Großbritannien und Südafrika verbreiten sich aktuellen Analysen schneller, schwerere COVID-19-Verläufe sind bislang nicht bekannt. Dennoch erwartet das ECDC hohe Auswirkungen auf Krankenhausaufenthalte und Todesfälle. (Foto: picture alliance / Westend61 | Spectral)

Die neuen Virusvarianten aus Großbritannien und Südafrika verbreiten sich aktuellen Analysen schneller, schwerere COVID-19-Verläufe sind bislang nicht bekannt. Dennoch erwartet das ECDC hohe Auswirkungen auf Krankenhausaufenthalte und Todesfälle. (Foto: picture alliance / Westend61 | Spectral)


Hohe Gefahr der weiteren Einschleppung

Nach Einschätzung des ECDC ist die Wahrscheinlichkeit der Einschleppung und weiteren Verbreitung von SARS-CoV-2 VOC 202012/01 und 501.V2 nach Europa hoch. Obwohl es keine Informationen darüber gebe, dass Infektionen mit diesen Stämmen vergleichsweise schwer verlaufen, schätzt das ECDC die Auswirkung der Mutanten auf COVID-19-Erkrankungen und deren Folgen – in Form von Krankenhausaufenthalten und Todesfällen – aufgrund der erhöhten Übertragbarkeit dennoch als hoch ein, insbesondere bei Personen in höheren Altersgruppen oder mit Komorbiditäten. Das ECDC stuft das Gesamtrisiko von COVID-19 durch die weitere Verbreitung von SARS-CoV-2 VOC 202012/01 und 501.V2 ebenfalls als hoch ein, gleichermaßen das Risiko eines erhöhten Drucks und Auswirkungen auf die Gesundheitssysteme.

Ob die zugelassenen Vakzinen BNT16b2 (Comirnaty) auch bei den neuen SARS-CoV-2-Varianten eine gute Impfwirksamkeit zeigt, ist bislang nicht belegt. Biontech arbeitet jedoch bereits daran. Im Rahmen einer Fachpressekonferenz zeigte sich Dr. Annette Vogel, Director Infectious Disease Vaccines bei Biontech SE, jüngst zuversichtlich ob der Impfeffektivität: Biontech habe bereits während des Entwicklungsprozesses unterschiedliche Virusvarianten getestet, auch solche mit Mutationen in der kritischen Rezeptorbindedomäne. „Wir haben von Beginn an die Immunantworten der Patienten auf aufkommende Mutationen und unterschiedliche Virusvarianten getestet. Und wir haben bislang keinen negativen Effekt auf die Wirksamkeit unseres Impfstoffs nachweisen können“, so Vogel. Die neue Mutante habe Biontech zwar leider noch nicht testen können, da diese Tests mit Pseudoviren erfolgten. Das benötige einen gewissen zeitlichen Vorlauf, da diese Pseudoviren zunächst generiert werden müssten. Mithilfe dieser Pseudoviren untersucht Biontech, ob die Immunseren auch weiterhin neutralisierend gegen diese Pseudoviren sind. „Allerdings halte ich es für sehr unwahrscheinlich, dass die Effektivität unseres Impfstoffs durch die neue Variante eingeschränkt ist. 

Auch STIKO-Chef Professor Thomas Mertens geht aktuell davon aus, dass die BNT162b2 auch vor den SARS-CoV-2-Varianten schützt.



Celine Müller, Apothekerin, Redakteurin DAZ.online (cel)
redaktion@daz.online


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