EMA und STIKO: FAQ zur Corona-Impfung

Verhindert auch eine postexpositionelle Impfung COVID-19?

Stuttgart - 28.12.2020, 17:00 Uhr

Ist es wichtiger, dass möglichst viele Menschen eine erste Dosis erhalten oder dass bereits begonnen Impfserien abgeschlossen werden? EMA und STIKO haben sich über wichtige Fragen zur Corona-Impfung Gedanken gemacht.(Foto: imago images / Future Image)

Ist es wichtiger, dass möglichst viele Menschen eine erste Dosis erhalten oder dass bereits begonnen Impfserien abgeschlossen werden? EMA und STIKO haben sich über wichtige Fragen zur Corona-Impfung Gedanken gemacht.(Foto: imago images / Future Image)


Welcher Abstand muss zu anderen Impfungen eingehalten werden?

Die STIKO rät, dass zu „anderen planbaren Impfungen“ ein Mindestabstand eingehalten wird: 14 Tage vor Beginn und 14 Tage nach Ende der Impfserie. Auf diese Weise wurde auch in der Zulassungsstudie vom BNT162b2 verfahren: Wurden die Teilnehmer gegen Influenza geimpft, so musste vor und nach der Grippeimpfung ein Mindestabstand von 14 Tagen zur Impfserie mit BNT162b2 eingehalten werden. Der von der STIKO nun empfohlene Impfabstand von zwei Wochen gilt jedoch nicht für Notfallimpfungen.

Darf die Impfung auch anders als intramuskulär verabreicht werden?

Die Impfung sei „strikt intramuskulär (i.m.)“ und keinesfalls intradermal, subkutan oder intravaskulär zu verabreichen, erklärt die STIKO.

Dürfen auch Menschen mit Antikoagulation die intramuskuläre Impfung erhalten?

Auch Patient:innen unter Antikoagulation sollten die COVID-19-Impfung erhalten und zwar ebenfalls i.m., rät die STIKO. Um die Gefahr von Einblutungen zu minimieren, sollte mit einer sehr feinen Injektionskanüle geimpft und die Einstichstelle im Anschluss fest über mindestens zwei Minuten komprimiert werden. Diese Empfehlungen – intramuskuläre Impfung unter Antikoagulation – sind nicht neu, sie findet sich auch auf der Seite des Robert Koch-Institus unter „Impfen bei Blutungsneigung“. Patient:innen mit Blutungsneigung sollten zudem länger nachbeobachtet werden, die STIKO rät zu 15 bis 30 Minuten nach der Impfung.

Dürfen auch Schwangere und Stillende geimpft werden?

Bisher liegen noch keine Daten zur Sicherheit und Wirksamkeit der Impfung in der Schwangerschaft und Stillzeit vor. „Die Impfung ist daher vorerst in der Schwangerschaft und Stillzeit nicht empfohlen“, schreibt die STIKO. Auch die EMA hat sich die Daten zur Schwangerschaft und Stillzeit von Comirnaty® angeschaut. Tierstudien zeigten keine schädlichen Wirkungen in der Schwangerschaft, jedoch seien die Daten zur Anwendung von Comirnaty® während der Schwangerschaft sehr begrenzt. Die Entscheidung, ob der Impfstoff bei schwangeren Frauen angewendet werden soll, sollte in enger Absprache unter Abwägung des Nutzens und der Risiken mit einem Arzt getroffen werden, so die Empfehlung der EMA. Das Risiko in der Stillzeit erachtet die EMA für gering: „Obwohl es keine Studien zum Stillen gibt, ist kein Risiko für das Stillen zu erwarten“, erklärt die Europäische Arzneimittelagentur.



Celine Müller, Apothekerin, Redakteurin DAZ.online (cel)
redaktion@daz.online


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5 Kommentare

Impfung gegen Covid-19

von Brigitte Sachs am 06.01.2021 um 22:04 Uhr

Ich weiß jetzt immer noch nicht, ob ich mich als Pollenallergikerin mit einer Kreuzallergie gegen Sellerie
impfen lassen soll

» Auf diesen Kommentar antworten | 0 Antworten

Überschrift

von Helge Killinger am 29.12.2020 um 12:18 Uhr

ich kann googeln wie ich will, aber das Wort "postexponentiell" erklärt sich mir nicht.
Eventuell war ja "postexpositionell" gemeint?

» Auf diesen Kommentar antworten | 2 Antworten

AW: Bedeutung postexPOSITIOnell

von Katta am 29.12.2020 um 14:48 Uhr

Sie haben sich vermutlich verlesen.
Es heißt postexpositionell und bedeutet:
"nach der Exposition gegenüber einem Krankheitserreger".
Also nachdem man mit einem Krankheitserreger in Kontakt gekommen ist.

AW: Re: postexponentiell

von Lunyca am 29.12.2020 um 18:47 Uhr

Soweit ich das verstanden habe, bedeutet das, dass man einem erhöhen Risiko ausgesetzt war, also z. B. Kontakt zu jemanden hatte der infiziert ist. Wenn deshalb dann eine Impfung, oder Behandlung erfolgt, ist sie postexponentiell.
Ein Beispiel dafür ist die Pille danach, weil einem das Kondom gerissen ist, oder die Verabreichung antiviraler Mittel, wenn man sich aus Versehen an einer benutzte Nadel einer Spritze gestochen hat.

Vorsicht vor den "Wirksamkeiten" in %

von Andreas Grünebaum am 28.12.2020 um 19:35 Uhr

Bevor nun viele Leser sagen: "Der Moderna Impfstoff war nach der ersten Impfung deutlich effektiver", sei folgendes angemerkt: Auch bei einer Studie mit 40.000 Probanden mit Verum und Placebo Gruppe, ist die Anzahl der zu erwartenden Infektionen innerhalb der 3 Wochen nach der Impfung extrem gering, denn die Probanden werden ja nicht willentlich einem erhöhtem Ansteckungsrisiko - wie zum Beispiel alle in einen Raum mit Infizierten und gut durchatmen - ausgesetzt. Bei der Ermittlung der Effektivität geschieht dies jedoch nach der Formel Effektivität (%) = 1- (Infizierte der Verumgruppe / Infizierte der Placebo Gruppe) %. Ein einziger Infizierter in der Verumgruppe zu diesem frühen Stadium kann damit die gesamte Berechnung ad absurdum führen. Beispiel1: 1- (1/2)% = 50% Beispiel2: 1-(2/7) = 71,2% wobei der Impfabstand zwischen erster und zweiter Impfung in der Moderna Gruppe bedeutend höher war - genügend Zeit für mehrere infektiöse Kontakte in beiden Gruppen!

» Auf diesen Kommentar antworten | 0 Antworten

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