Grünen-Politikerin bleibt skeptisch

Schulz-Asche hakt bei Beteiligung von Zur Rose am E-Rezept-Fachdienst nach

Berlin - 26.11.2020, 17:00 Uhr

Die Grünen-Abgeordnete Kordula Schulz-Asche erkundigt sich beim BMG, wie man dort Nachteile für die Präsenzapotheken verhindern will, wenn Zur Rose an der Entwicklung des E-Rezept-Fachdiensts beteiligt werden soll. (Foto: imago images / Christian Spicker)

Die Grünen-Abgeordnete Kordula Schulz-Asche erkundigt sich beim BMG, wie man dort Nachteile für die Präsenzapotheken verhindern will, wenn Zur Rose an der Entwicklung des E-Rezept-Fachdiensts beteiligt werden soll. (Foto: imago images / Christian Spicker)


Keine direkte Kontrolle über eHealth-Tec-Aktivitäten

Es sei eine grundlegende Anforderung beim E-Rezept, dass die freie Apothekenwahl erhalten bleibe und das Makelverbot beachtet werde, so Weiss weiter. Zudem seien die Rezeptdaten der Patienten sicher. „Der E-Rezept-Fachdienst ist so spezifiziert, dass weder Entwickler und Betreiber des Dienstes noch die Gematik die Daten einzelner Rezepte einsehen können“, betont sie. „Ausschließlich der Versicherte, die verordnende Ärztin oder der verordnende Arzt die vom Versicherten autorisierte Apothekerin oder der Apotheker können nach erfolgter Authentisierung die E-Rezepte erstellen, lesen oder löschen.“

Offen bleibt dabei, wie die Gematik Interessenkonflikte erkennen und ihnen begegnen will. Denn gerade weil eHealth-Tec kein unmittelbarer Partner des Gremiums ist, untersteht das Unternehmen nicht der direkten Kontrolle durch die Gematik, sondern die Verantwortung liegt bei IBM. Im Gespräch mit DAZ.online hatte Leyck Dieken dazu erklärt, eine unmittelbare Aufsicht sei „unnötig. Wir haben die volle Kontrolle, weil wir bestimmen, was gebaut wird.“ Die Gematik werde jede Woche abtasten, wie exakt die von ihr ausgelobten Spezifikationen eingehalten werden. Zudem sind demnach sämtliche Prozesse über die Plattform GitHub öffentlich einsehbar. „Damit ist es völlig ausgeschlossen, dass jemand im Hintergrund etwas bewegt, was wir nicht mitbekommen würden. Daraus folgt auch, dass eHealth-Tec beziehungsweise DocMorris keinerlei Wissensvorsprung gegenüber anderen Marktteilnehmern haben wird, weil alle Programmierungen für alle öffentlich nachvollziehbar sind.“



Christina Müller, Apothekerin, Redakteurin DAZ.online
redaktion@daz.online


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2 Kommentare

Kontrolle nicht da

von Sandra Küttner am 26.11.2020 um 19:37 Uhr

Ihre Fachexpertise brauchen alle Oppositionsparteien und die Apotheker, damit Sie die politische Forderungen in Fach-chinesisch übersetzen können und den Machenschaften von Herrn Spahn ein Ende setzen. Bitte stellen sie sich zur Verfügung, indem die das Konstrukt korrekt bewerten, was uns da als sicher aufgetischt wird. Der Chaos Computer Club ist, was die Datensicherheit der eRezepte anbelangt, völlig anderer Meinung als die Gematik.

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Volle Kontrolle?

von Thomas Trautmann am 26.11.2020 um 18:48 Uhr

Es ist ja schön, dass man über Github den Quellcode einsehen kann. Dann können ja auch andere Programmierbegabte die Schwachstellen erkennen. Nur, kann Herr Leyck Diecken garantieren, dass die finale compilierte Version auch exakt dem gezeigten Programmcode entspricht? Wenn er sich so sicher ist, dass er die Kontrolle hat, spricht ja auch sicher nichts dagegen, dass das BSI sich der finalen Version annimmt und diese auf Herz und Nieren prüft.

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