Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin

Keine E-Zigaretten zum Entzug von Tabakzigaretten

Stuttgart - 24.11.2020, 09:15 Uhr

Wissenschaftler sind sich nicht einig, ob das Rauchen einer E-Zigarette wirklich bei der Tabakentwöhnung hilft. Es fehlen eindeutige Studien darüber, ob der dauerhafte Konsum der E-Zigarette sicherer ist als der von Tabakprodukten. (Foto: pixarno / stock.adobe.com)

Wissenschaftler sind sich nicht einig, ob das Rauchen einer E-Zigarette wirklich bei der Tabakentwöhnung hilft. Es fehlen eindeutige Studien darüber, ob der dauerhafte Konsum der E-Zigarette sicherer ist als der von Tabakprodukten. (Foto: pixarno / stock.adobe.com)


Wann sind E-Zigaretten eine Option?

E-Zigaretten schließt die DGP jedoch auch nicht ganz und gar aus: Sollten „starke Raucher“ vereinzelt E-Zigaretten einer NRT den Vorzug geben, sollte nur „immer eine begleitende“ Verhaltenstherapie erfolgen und klar sein, dass die E-Zigaretten „zeitlich nur begrenzt“ eingesetzt werden.

Werbeverbot für E-Zigaretten

Harsche Kritik übt die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin an der Tabakindustrie, die E-Zigaretten und Tabakerhitzer nicht als Alternative zum Zigarettenkonsum vermarkte und das Ziel „Harm Reduction“ sodann bewerbe. „Die Werbung zielt besonders auf Jugendliche und junge Erwachsene mit der Folge, dass der E-Zigarettenkonsum vor allem in den jüngeren Altersgruppen ansteigt“. Gefährlich, findet die DGP dies, könne die E-Zigarette das Potenzial als Einstiegsdroge zum Zigarettenkonsum werden (Gateway-Effekt). 

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Man erreicht dann folglich nicht, dass weniger Menschen rauchen, sondern eher mehr. „E-Zigaretten erhöhen Einstiegsrisiko bei Jugendlichen für Zigaretten-Rauchen“, lautete auch die Stellungnahme der Suchtkommission der deutschen kinder- und jugendpsychiatrischen Verbände und wissenschaftlichen Fachgesellschaft. Sie forderten deswegen ein umfassendes Werbeverbot für E-Zigaretten und für alle Tabakprodukte.

Raucher und E-Zigaretten-Raucher erkranken häufiger an Corona

Die DGP erklärt abschließend: „Aufgrund der ungeklärten langfristigen Gesundheitsgefahren und wegen des Risikos, durch die Zunahme des E-Zigarettenkonsums die Tabakprävention zu gefährden, spricht sich die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin dagegen aus, E-Zigaretten und Tabakerhitzer zur Tabakentwöhnung zu propagieren.“ Insbesondere in der aktuellen Pandemiesituation sei es bedenkenswert, dass nicht nur Raucher, sondern auch E-Zigaretten-Raucher häufiger an COVID-19 erkrankten. 



Celine Müller, Apothekerin, Redakteurin DAZ.online (cel)
redaktion@daz.online


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