Gesundheitsbezogene Informationen im Internet

BMG kooperiert mit Google

Berlin - 11.11.2020, 12:15 Uhr

Um verlässliche gesundheitsbezogene Informationen im Internet sichtbarer zu machen, arbeitet das Bundesgesundheitsministerium jetzt mit Google zusammen. (c / Foto: Google)

Um verlässliche gesundheitsbezogene Informationen im Internet sichtbarer zu machen, arbeitet das Bundesgesundheitsministerium jetzt mit Google zusammen. (c / Foto: Google)


Gretchenfrage Datensicherheit

Justus betonte, dass keine gesundheitsbezogenen Daten an das BMG oder andere Behörden weitergegeben werden. Jeder Nutzer könne bei Google stets selbst entscheiden, was mit seinen Daten passiert, etwa indem er seine Suchanfragen lösche. 

Auch Spahn ist sich der Assoziationen bewusst, die bei einer solchen Kooperation bei der Bevölkerung entstehen. Doch er unterstreicht: „Wenn Sie bei Google Migräne eingeben, weiß die Suchmaschine durch diese Kooperation nicht mehr und nicht weniger, als vorher. Es stehen keine anderen datenschutzrechtlichen Fragen im Raum als vor unserer Zusammenarbeit.“ Die Frage, ob Google Daten zu persönlichen Suchanfragen besitzen dürfe, hätte man auch schon vorher mit sich ausmachen müssen.

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Aber ausgerechnet Google? Hatte Spahn nicht vor Kurzem betont, dass man die Gesundheitspolitik nicht Apple und Google überlassen dürfte? Auch dieser Frage musste sich Spahn stellen: „Wir müssen anerkennen, dass eine Mehrheit der Deutschen jeden Tag googelt. Die schönste Information nützt nichts, wenn Sie niemand findet. Ich möchte nur verhindern, dass wir am Ende bei digitalen gesundheitlichen Angeboten nur noch zwischen Apple, Google oder Alibaba wählen können. Deswegen machen wir hierzulande Druck bei der Entwicklung der elektronischen Patientenakte.“ Spahn fügte hinzu: „Ich kann nicht verstehen, warum fast jeder ständig gesundheitsbezogene Daten an Freunde und Verwandte – wie ,Ich habe Grippe' – über amerikanische Unternehmen, z. B. Whatsapp, teilt. Doch sobald wir in Deutschland ein anonymisiertes Datensystem entwickeln, entsteht ein riesiger Skandal.“



Marius Penzel, Apotheker
redaktion@daz.online


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