Australische Studie gibt Hoffnung

Wirken die Corona-Impfstoff-Kandidaten auch gegen ein mutiertes Virus?

Remagen - 20.10.2020, 07:00 Uhr

Trotz ihrer Ergebnisse empfehlen australische Wissenschaftler, die Auswirkungen identifizierter Corona-Mutationen jeweils mit den vorhandenen Methoden zu analysieren, bevor über mögliche nachteilige Auswirkungen auf Impfstoffe spekuliert wird. (c / Foto: Siarhei / stock.adobe.com)

Trotz ihrer Ergebnisse empfehlen australische Wissenschaftler, die Auswirkungen identifizierter Corona-Mutationen jeweils mit den vorhandenen Methoden zu analysieren, bevor über mögliche nachteilige Auswirkungen auf Impfstoffe spekuliert wird. (c / Foto: Siarhei / stock.adobe.com)


Gute B-Zell-Reaktion

„Die Frettchen, die mit dem Kandidaten von Inovio Pharmaceuticals geimpft wurden, zeigten hinsichtlich neutralisierender Antikörper eine gute B-Zell-Reaktion gegen SARS-CoV-2-Stämme“, erklärt Alex McAuley, CSIRO-Wissenschaftler und Erstautor des Papiers. „Das ist für die kurzfristige Wirksamkeit eines Impfstoffs wichtig.“ 

Durch die Visualisierung der Molekülstruktur konnten die Forscher die Schlussfolgerung der Studie stützen. Aufgrund ihrer internen Lage scheint die 
614-Position für die Immunantwort nicht von Bedeutung zu sein. 

Wahrscheinlich kein Impfstoff-Matching notwendig

„Trotz der D614G-Mutation im Spike-Protein haben wir durch Experimente und Modelle bestätigt, dass Impfstoffkandidaten immer noch wirksam sind“, fasst 
Dr. Vasan, CSIRO-Teamleiter für gefährliche Krankheitserreger und Leitautor der Publikation, die Befunde zusammen. Dies sei eine gute Nachricht für die Hunderte von Impfstoffen, die weltweit entwickelt werden und die mehrheitlich auf das Spike-Protein abzielen. „Außerdem haben wir festgestellt, dass der G-Stamm wahrscheinlich kein häufiges 'Impfstoff-Matching' erfordert, bei dem saisonal neue Impfstoffe entwickelt werden müssen, wie dies bei Influenza der Fall ist“, ergänzt Vasan.

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Trotz ihrer Ergebnisse empfehlen die CSIRO-Wissenschaftler dringend, die Auswirkungen identifizierter Mutationen jeweils mit den vorhandenen Methoden zu analysieren, bevor über mögliche nachteilige Auswirkungen auf Impfstoffe spekuliert wird. Sie raten ausdrücklich zur Vorsicht, wenn solche Mutationen in Preprint-Artikeln beschrieben werden. Vorzeitige Rückschlüsse auf etwaige Auswirkungen ohne Unterstützung durch experimentelle Beweise könnten zu einem Medienrummel führen und möglicherweise das Vertrauen der Öffentlichkeit in Impfstoffe untergraben, so ihre Befürchtung.



Dr. Helga Blasius (hb), Apothekerin
redaktion@daz.online


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