Kein Austausch von Wirkstoffen!

AMK veröffentlicht Äquivalenzdosen für Antikonvulsiva

Stuttgart - 13.10.2020, 16:30 Uhr

Die AMK hat Äquivalenzdosen für Antiepileptika veröffentlicht. Schon der Austausch der Darreichungsform kann hier kritisch sein. (Foto: freshidea / stock.adobe.com)

Die AMK hat Äquivalenzdosen für Antiepileptika veröffentlicht. Schon der Austausch der Darreichungsform kann hier kritisch sein. (Foto: freshidea / stock.adobe.com)


Tropfenvolumina können sich unterscheiden

Nicht einmal zum Austausch einzelner Darreichungsformen liegen immer Informationen vor, so rät die AMK unter anderen bei den Wirkstoffen Carbamazepin, Eslicarbazepin, Ethosuximid, Felbamat, Oxcarbazepin und Valproinsäure/Natriumvalproat zu Blutspiegelkontrollen.

Beim Austausch von flüssigen Darreichungsformen sollten Apotheker zudem darauf achten, dass die zur Dosierung und Applikation enthaltenen Dosiersysteme (Dosierspritze 5 bis 20 ml, Messbecher 30 ml, Messbecher 5 ml) sich unterscheiden, selbst bei Arzneimitteln mit gleichem Wirkstoff. Apotheker sollten ihren Patienten das Abmessen der Dosis mit der neuen Darreichungsform erklären, Tabellen zur Berechnung der Dosiervolumina finden sich meist in den Fachinformationen. 

Auch innerhalb von generischen Arzneimitteln können sich die Tropfenvolumina unterscheiden, wie beispielsweise bei Natriumvalproat.

Wo finden sich die Äquivalenzdosistabellen?

Die Vergleichstabellen stehen auf der AMK-Homepage unter Hinweise und Materialien für Apotheken → Äquivalenzdosistabellen bereit. 

Welche Äquivalenzdosistabellen gibt es bereits?

Die AMK hat bereits Äquivalenzdosen für ACE-Hemmer, Sartane, Betablocker, Bisphosphonate, Calciumkanalantagonisten, Diuretika, orale Glucocorticoide, inhalative Glucocorticoide, PPI und Triptane sowie Statine veröffentlicht. Jüngst kamen orale Antibiotika, Antibiotika für Kinder und Antidiabetika hinzu. Auch gibt es bereits Austauschhilfen für nichtopioide Schmerzmittel. Vor Kurzem hatte die AMK die Äquivalenzdosen zu Benzodiazepinen und zum Austausch von Antidepressiva wie Trizyklika, SSRI und SNRI veröffentlicht. Ende September kamen noch die H1-Antihistaminika dazu.

Die AMK betont, dass „vor Anwendung der einzelnen Arzneistoffe (...) eine individuelle Nutzen-Risiko-Abwägung, auch auf Basis der jeweils aktuellen Fachinformation erfolgen“ sollte. 



Celine Müller, Apothekerin, Redakteurin DAZ.online (cel)
redaktion@daz.online


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