Millionenfach bestellt und produziert – auch ohne Zulassung

Der „Run“ auf COVID-19-Impfstoffe

Stuttgart - 27.08.2020, 09:15 Uhr

Bislang hat nur Russland einen Corona-Impfstoff zugelassen. Wer gewinnt das Rennen in den USA und Europa? AstraZeneca oder Curevac? Auch Moderna und Biontech/Pfizer sowie GSK/Sanofi sind weit fortgeschritten mit der COVID-19-Impfstoffforschung. (s/ Foto: imago images / Science Photo Library)

Bislang hat nur Russland einen Corona-Impfstoff zugelassen. Wer gewinnt das Rennen in den USA und Europa? AstraZeneca oder Curevac? Auch Moderna und Biontech/Pfizer sowie GSK/Sanofi sind weit fortgeschritten mit der COVID-19-Impfstoffforschung. (s/ Foto: imago images / Science Photo Library)


Milliarden für Impfstoffvorbestellungen

Mit dem Kampf gegen Corona erhält der 30 Milliarden Dollar schwere Markt für Impfstoffe einen Schub. Kein Land investiert so viel wie die USA: Sie gaben unter anderem AstraZeneca eine milliardenschwere Finanzspritze, stellten den Konkurrenten Sanofi und GlaxoSmithKline (GSK) bis zu 2,1 Milliarden Dollar zur Corona-Forschung bereit und orderten beim Duo Biontech/Pfizer für fast zwei Milliarden Dollar Impfstoffdosen – Nachkaufrecht inklusive. Auch Großbritannien und Japan schlossen Verträge für Hunderte Millionen Impfstoffdosen.

Deutschland ist in Abstimmung mit europäischen Ländern auf den Markt getreten, was bedeutet, dass Deutschland und der Rest der EU nicht mehr auf die eigene (nationale) Impfstoffbeschaffung setzten und nicht mehr selbst mit potenziellen Impfstofflieferanten verhandeln. Nach Vorverhandlungen einer Impfstoffallianz, zu der neben Deutschland auch Italien, Frankreich und die Niederlande zählten, finalisierte sodann die EU-Kommission jüngst den Kauf von 300 Millionen Impfdosen bei AstraZeneca. Der dpa zufolge hat sich das Bundesgesundheitsministerium 54 Millionen Dosen des Impfstoffs gesichert, hieß es am Dienstag aus Regierungskreisen.

Wie groß der Corona-Impfstoff-Bedarf in der EU ist, hat die dpa ermittelt: Benötigt würden geschätzt 300 bis 600 Millionen Impfdosen – je nachdem, ob die künftige Vakzine ein- oder zweimal verabreicht werden muss. Die Kommission sicherte sich daher auch bis zu 405 Millionen Dosen eines Corona-Impfstoffs der Tübinger Biotechfirma Curevac und schloss weitere Vorgespräche mit Sanofi/GSK, dem US-Konzern Johnson & Johnson und Moderna ab.

Im Erfolgsfall sollen alle EU-Staaten profitieren. Die Kommission greift der dpa zufolge zur Finanzierung auf ein Corona-Soforthilfeinstrument mit 2,7 Milliarden Euro Volumen zurück. „Wir investieren in Unternehmen, die auf unterschiedliche Technologien setzen, um unsere Chancen auf Impfstoffe zu erhöhen, die sicher und wirksam sind“, erklärte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen.



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1 Kommentar

Impfung

von AS am 18.09.2020 um 8:04 Uhr

Sehr geehrte Damen und Herren,

Impfen wir nun gegen SARS-CoV-2 oder gegen Covid-19?

Soviel ich weiß ist die Lungenkrankheit Covid-19 eine Folge der Erkrankung durch SARS-CoV-2. Oder habe ich da was falsch verstanden.

Mit freundlichen Grüßen
AS

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