Zweite Welle im Winter?

Trockene Raumluft fördert Corona-Verbreitung

Stuttgart - 21.08.2020, 07:00 Uhr

Kommt mit dem Winter die zweite Corona-Welle? Das lassen offenbar nicht nur der vermehrte Aufenthalt in geschlossenen Räumen vermuten, sondern auch die verringerte Luftfeuchtigkeit. (x / Foto: Sebastian / stock.adobe.com)

Kommt mit dem Winter die zweite Corona-Welle? Das lassen offenbar nicht nur der vermehrte Aufenthalt in geschlossenen Räumen vermuten, sondern auch die verringerte Luftfeuchtigkeit. (x / Foto: Sebastian / stock.adobe.com)


Die Ausbreitung des Coronavirus wird nach Angaben eines Forscherteams aus Leipzig und Indien auch von der Luftfeuchtigkeit beeinflusst. Im Ergebnis empfehlen die Forscher neben den bisher üblichen Maßnahmen wie Abstand und Masken, auch die Raumluft zu kontrollieren. 

„Liegt die relative Luftfeuchtigkeit der Raumluft unter 40 Prozent, dann nehmen die von Infizierten ausgestoßenen Partikel weniger Wasser auf, bleiben leichter, fliegen weiter durch den Raum und werden eher von Gesunden eingeatmet“, erläuterte Dr. Ajit Ahlawat vom Institut für Troposphärenforschung (Tropos) in Leipzig am Donnerstag. Die Ausbreitung des Coronavirus wird nach Angaben seines Forscherteams – aus Leipzig und Indien – also auch von der Luftfeuchtigkeit beeinflusst.  

Das Team aus Physikern des Tropos und des CSIR-National Physical Laboratory in New Delhi hat zehn internationale Studien ausgewertet. In diesen war zwischen 2007 und 2020 der Einfluss der Luftfeuchtigkeit auf die Ausbreitung sowie die Infektion mit den Erregern der Grippe und verschiedenen Coronaviren untersucht worden. Die Ergebnisse wurden im Fachjournal „Aerosol and Air Quality Research“ veröffentlicht.

Im Ergebnis empfehlen die Forscher neben den bisher üblichen Maßnahmen wie Abstand und Masken, auch die Raumluft zu kontrollieren. Eine relative Feuchte von 40 bis 60 Prozent könne die Ausbreitung der Viren und deren Aufnahme über die Nasenschleimhaut reduzieren.

Auch gegen saisonale Grippe – Raumklima im Winter anpassen

Die Erkenntnisse sind besonders für die kommende Wintersaison von Bedeutung, wenn sich die Menschen mehr in aufgeheizten Räumen aufhalten. „Das Erwärmen der Frischluft sorgt auch dafür, dass diese trocknet. In kalten und gemäßigten Klimazonen herrscht daher in Innenräumen während der Heizsaison meist ein sehr trockenes Raumklima. Dies könnte die Ausbreitung der Coronaviren fördern“, erläuterte Professor Alfred Wiedensohler vom Tropos. Bei höherer Luftfeuchtigkeit würden die Tröpfchen schneller wachsen, früher zu Boden fallen und könnten weniger von Gesunden eingeatmet werden.

„Eine Luftfeuchtigkeit von mindestens 40 Prozent in öffentlichen Gebäuden und im Nahverkehr würde daher nicht nur die Auswirkungen von COVID-19 reduzieren, sondern auch die von anderen Viruserkrankungen wie beispielsweise der saisonalen Grippe“, erklärte Dr. Sumit Kumar Mishra vom National Physical Laboratory in New Delhi.


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1 Kommentar

wär mal schön, gute Infos zu erhalten.

von Karl Friedrich Müller am 21.08.2020 um 10:02 Uhr

ich hab vor ein paar Tagen das Gegenteil gelesen, oder fast. Danach hält feuchte Luft die Viren besser überlebensfähig und werden auch weiter transportiert, trockene Luft führt allerdings zu trockenen Schleimhäuten und der Mensch ist damit anfälliger. Das Virus überlebt schlechter in trockener Luft.
Jetzt sucht Euch was raus. Die Informationen sind unterirdisch. Viel Spekulationen wenig Wissen.
Auch mit der Ansteckung in Räumen, die so viel gefährlicher seien. Die ganzen infizierten Urlauber haben sich drinne aufgehalten....
MASKEN UND ABSTAND

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