Kommunikation in der Apotheke (Teil 1)

Weniger Überstunden – wie sage ich es meinem Chef?

Kronberg - 17.08.2020, 09:15 Uhr

Sie wollen Ihrem Chef etwas Wichtiges mitteilen, wissen aber nicht wie? (x / Foto: contrastwerkstatt / stock.adobe.com)

Sie wollen Ihrem Chef etwas Wichtiges mitteilen, wissen aber nicht wie? (x / Foto: contrastwerkstatt / stock.adobe.com)


Kurze aber präzise Botschaften: Warum weniger Überstunden?

Für das Gespräch nimmt sich Sabine vor, ganz bei sich zu bleiben. Sie bereitet ihre Motivationsgründe mit kurzen, aber präzisen Botschaften vor: „Ich möchte zukünftig pünktlich zuhause sein, um meine Kinder versorgen und selbst gesund bleiben zu können.“ Die Formulierung verleiht Sabines Anliegen Nachdruck: Sie liefert dem Chef einen Grund, warum er ihrer Bitte nachgeben soll. In Kombination mit einer positiven und zielführenden Ausdrucksform wirken Begründungen wahre Wunder! Es bedarf etwas Übung, den Fokus wegzunehmen von dem, was unerwünscht ist, und sich stattdessen auf das gewünschte, positive Ziel zu konzentrieren. Aber es lohnt sich.

Es geht um Lösungen, nicht um Positionen

Sabine weiß, dass sie mit ihrer konstruktiven Einstellung aktiv zur angenehmen Gesprächsatmosphäre beiträgt. So kann sie mit ihren kooperativen Gesprächsstil Einfluss auf den Verhandlungsverlauf nehmen: Ihre positive innere Haltung wird auch ihr Chef bemerken. Außerdem profitiert sie von dem schönen Nebeneffekt, dass sie während der Unterredung ganz automatisch eine entspannte und lockere Körperhaltung einnimmt. Es ist also hilfreich, sich vor einem wichtigen Gespräch in eine konstruktive und positive Gesprächshaltung zu bringen. Positives Denken stärkt nachweislich Wohlbefinden und Selbstbewusstsein. Da hilft es, von vornherein ergebnisorientiert zu denken, denn schließlich geht es um Lösungen, nicht um Positionen. Welche Gedanken sind der Sache zuträglich? So entsteht im Gespräch eine angenehme Stimmung und kreative und einvernehmliche Lösungen sind möglich.

Eine Technik aus dem Mentaltraining

Sabine ist gut vorbereitet. Und dennoch ist sie angespannt – klar, denn für sie steht einiges auf dem Spiel. Kurz vor dem Termin macht sie sich eine Technik aus dem Mentaltraining zu eigen: Sie nutzt die Kraft von Bildern, um sich in einen ressourcenstarken Zustand zu versetzen. Bei ihr löst schon das Betrachten eines Urlaubsbildes positive Gefühle aus. Mit einem Foto eines besonderen Urlaubsmoments bringt sie sich in den entspannten Zustand, den sie für das Gespräch braucht. 

Im Mentaltraining gibt es die Metapher des „Safe Place“, oder zu Deutsch: Energietankstelle. 

Dieser Platz der Ruhe und Kraft ist der Ort, an dem stets alles da ist, was benötigt wird. Ist der Zugang zur inneren Ruhe gegeben, kann im entspannten Zustand Gelerntes abgerufen werden. So ist die Energietankstelle eine Kraftquelle, die immer da ist. Mit etwas Übung findet dort jeder jederzeit seine innere Ruhe und damit auch die persönliche Resonanz – unabhängig von Raum und Situation oder der Zuwendung von außen.

Gut vorbereitet mit einem klaren Ziel und einer offen und positiven Gesprächseinstellung kann Sabine beruhigt in das Gespräch gehen. So wird sich ein Ergebnis finden, mit dem alle gut leben können – ihr Chef, das Team und – last but not least – Sabine.



Martina Kroneisen, Apothekerin 
redaktion@daz.online


Annette Schäfer, Kulturwissenschaftlerin
redaktion@daz.online


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