Imagekampagne und Kurzarbeit

Wie die österreichischen Apotheken der Coronakrise getrotzt haben

Remagen - 11.08.2020, 07:00 Uhr

Auch in Österreich meldeten zahlreiche Apotheken Kurzarbeit an. (s / Foto: imago images / Viennareport)

Auch in Österreich meldeten zahlreiche Apotheken Kurzarbeit an. (s / Foto: imago images / Viennareport)


6,70 Euro plus Umsatzsteuer pro Botendienst

In den Coronawochen hat der österreichische Apothekerverband weder die Patienten noch seine eigenen Mitglieder im Regen stehen gelassen. So wurde ein spezielles Unterstützungsangebot entwickelt, damit die Apotheken den erhöhten Bedarf an Botendiensten in der Lockdown-Periode stemmen konnten. In vielen Gemeinden halfen soziale Organisationen und auch 40 Pharmareferenten ließen sich beim Apothekerverband für etwaige kostenlose Zustelldienste in ihrer Region registrieren. Wo dies nicht ausreichte, wurden externe, kostenpflichtige Dienstleister in Anspruch genommen. Dafür stellte der Apothekerverband einen mit 100.000 Euro dotierten Fonds bereit. Aus diesem erhielten die Apotheken eine Rückerstattung in Höhe von 6,70 Euro plus 20 Prozent Umsatzsteuer pro Zustellung durch eigene Mitarbeiter oder externe Dienstleister. Durch den Fonds konnten bis Mitte Mai rund 9.000 Arzneimittelzustellungen finanziert werden, ohne Kosten für die Patienten.

Stundung der Mitgliedsbeiträge

Um den Betrieben bei der Aufrechterhaltung ihrer Zahlungsfähigkeit direkt und unbürokratisch unter die Arme zu greifen, entwickelte der Verband außerdem ein Modell zur Stundung der Mitgliedsbeiträge. Die Höhe der Stundung hängt von dem Umsatzrückgang der jeweiligen Apotheke ab (April 2020 versus April 2019), den interessierte Betriebe selbst einschätzen müssen Beginnend ab Mai 2020 können die Beiträge nach einem Stufensystem für ein bis vier Monate ausgesetzt werden. Die Nachzahlung soll dann ab Dezember 2020 fällig werden.

Gerüstet für den Marathon

„Nach vielen Wochen im Ausnahmezustand finden wir uns in der veränderten Situation vielleicht schon halbwegs zurecht, spüren aber gleichzeitig, dass diese Krise kein Sprint ist, wie man anfangs vielleicht noch gehofft hat, sondern ein Marathon“, schreiben die Präsidiumsmitglieder Jürgen Rehak, Thomas Veitschegger und Andreas Hoyer in dem Report. In diesen gehen sie aber mit breiter Brust: „Wir sind der Überzeugung, dass diese Erfahrungen der Coronawochen unsere Position gegenüber der Politik und der Gesundheitskasse stärkt.“



Dr. Helga Blasius (hb), Apothekerin
redaktion@daz.online


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