Topische NSAR bei Arthrose

Diclofenac und Co. – besser Pflaster als Schmerzgel?

Stuttgart - 28.07.2020, 07:00 Uhr

Gerade ältere Patienten reiben ihre Gelenke bei Arthrose-Schmerz gerne ein. Doch könnten NSAR-Pflaster die einfachere und effektivere Lösung sein? (x / Quelle: ratiopharm | Voltaren)

Gerade ältere Patienten reiben ihre Gelenke bei Arthrose-Schmerz gerne ein. Doch könnten NSAR-Pflaster die einfachere und effektivere Lösung sein? (x / Quelle: ratiopharm | Voltaren)


Vorsicht gesponserte Studien!

Der neue Befund lautet also, dass Diclofenac-Pflaster selbst nach zwei Wochen noch die stärkste analgetische Wirkung entfalten. Die AkdÄ erläutert, dass dies vermutlich auf die konstante Diffusion gleichhoher Mengen an Diclofenac in den räumlich begrenzten und schmerzenden Bereich zurückzuführen sei. Der Ausschluss von industriegesponserten Studien hätte sogar ergeben, dass nur das Diclofenac-Pflaster eine statistisch signifikant stärkere analgetische Wirkung entfaltet als Placebo alleine: „Die Autoren nehmen an, dass möglicherweise die Wirksamkeit von NSAR-Präparaten in gesponserten Studien überzogen dargestellt wird.“ Die Anzahl an randomisierten und kontrollierten Studien zur Wirksamkeit von topischen NSAR sei insgesamt gering.

An lokale Nebenwirkungen denken

Generell ist positiv hervorzuheben, dass topisch applizierte NSAR eine Nebenwirkungsrate haben sollen, die ähnlich der von Placebo ist. Davon sollen vor allem Patienten mit erhöhtem gastrointestinalem Risiko und Alter profitieren. Allerdings ist an lokale Nebenwirkungen wie Hautirritationen zu denken – z. B. Trockenheit, Kontaktdermatitis, Juckreiz, selten Photodermatitis bei Ketoprofen (im Handel ist das rezeptpflichtige Phardol® Ketoprofen Schmerzgel).

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Den Schmerz wegschmieren

Die AkdÄ erinnert daran, dass neben dem jeweiligen NSAR auch die Zubereitung selbst zu Hautreizungen führen kann. Außerdem sei zu bedenken, dass die Dauer der Behandlung in aktuellen Studien maximal zwölf Wochen betrug, das langfristige Sicherheitsprofil sei also nicht bekannt. „Jedoch wird eine ein- bis dreiwöchige Anwendung in Abhängigkeit von den Symptomen und Grunderkrankungen in den Fachinformationen empfohlen“, heißt es.



Diana Moll, Apothekerin, DAZ.online
redaktion@daz.online


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