Topische NSAR bei Arthrose

Diclofenac und Co. – besser Pflaster als Schmerzgel?

Stuttgart - 28.07.2020, 07:00 Uhr

Gerade ältere Patienten reiben ihre Gelenke bei Arthrose-Schmerz gerne ein. Doch könnten NSAR-Pflaster die einfachere und effektivere Lösung sein? (x / Quelle: ratiopharm | Voltaren)

Gerade ältere Patienten reiben ihre Gelenke bei Arthrose-Schmerz gerne ein. Doch könnten NSAR-Pflaster die einfachere und effektivere Lösung sein? (x / Quelle: ratiopharm | Voltaren)


Ist topisches Piroxicam wirksamer als die anderen NSAR?

So kommen die Autoren laut Steinmeyer zu dem Schluss, dass ein Diclofenac-Pflaster (z. B. Voltaren oder Ratiopharm) im Vergleich zum Placeboarm am effektivsten die Schmerzen linderte. Ein entsprechendes Diclofenac-Gel war demnach weniger effektiv.

„Interessanterweise untersuchte eine Studie die Wirkung von Diclofenac-Gel bei Handarthrose (SMD –0,20; 95 % CI –0,40, 0,00). Sofern die kommerziell geförderten 17 Studien ausgeschlossen wurden, blieb nur noch das Diclofenac-Pflaster mit einer statistisch signifikanten analgetischen Wirkung (SMD –0,82; 95 % CI –1,65, –0,03) übrig“, heißt es zum Hintergrund.

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Topisches Piroxicam soll der NMA zufolge am stärksten funktionsverbessernd gewirkt haben. Allerdings ist laut Lauer-Taxe nur noch ein Piroxicam-Gel von Aliud Pharma im Handel, und dieses scheint aktuell nicht lieferbar zu sein. Außerdem heißt es wieder zum Hintergrund: „Nur eine Studie untersuchte die Wirkung von Diclofenac-Gel bei Handarthrose (SMD –0,26; 95 % CI –0,46, –0,06). Sofern die kommerziell gesponserten 16 Studien ausgeschlossen wurden, konnte keine Überlegenheit irgendeiner topischen NSAR-Gabe im Vergleich zu Placebo festgestellt werden.“

In klinischen Studien konnte laut AkdÄ gezeigt werden, dass NSAR sich nach epidermaler Diffusion in den schmerzenden synovialen Strukturen wie Subcutis, Muskulatur, Gelenkkapsel, Synovia, Sehnen beziehungsweise Kreuzbänder anreichern. Die minimale Konzentration eines NSAR im Gewebe, die noch eine antiinflammatorische Wirkung entfaltet, sei derzeit allerdings nicht bekannt. Zudem spiele neben den Konzentrationen am Wirkort wahrscheinlich auch das Einreiben selbst für die Wirkung eine (psychologische) Rolle.



Diana Moll, Apothekerin, DAZ.online
redaktion@daz.online


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