Milliarden gegen Corona mobilisiert

Corona-Tests für jedermann in Bayern

Stuttgart - 29.06.2020, 11:30 Uhr

Bayern will als erstes Bundesland Corona-Tests für jedermann einführen – unabhängig davon, ob er Symptome hat oder einem besonderen Risiko ausgesetzt ist. Im Bild: Soldaten der Bundeswehr beim Test in einer ehemaligen Lagerhalle von Flugzeugen mit Autos und Gütersloher Kennzeichen. (Foto: imago images / Noah Wedel)

Bayern will als erstes Bundesland Corona-Tests für jedermann einführen – unabhängig davon, ob er Symptome hat oder einem besonderen Risiko ausgesetzt ist. Im Bild: Soldaten der Bundeswehr beim Test in einer ehemaligen Lagerhalle von Flugzeugen mit Autos und Gütersloher Kennzeichen. (Foto: imago images / Noah Wedel)


Söder verteidigt Bayerns Strategie der Tests für alle

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat die Strategie des Freistaats zur Abwehr des Coronavirus mit Tests für jedermann verteidigt. Es gebe im Kampf gegen das Virus keine Alternative, als zum einen zu testen und zum anderen Abstand zu halten, sagte Söder am Montag im ZDF-„Morgenmagazin“. „Testen ist die Grundvoraussetzung für alles: um zu wissen, wer ist infiziert, um Infektionsketten zu ermitteln, diese dann auch letztlich zu verfolgen und brechen zu können.“

Bayern biete auch eine 24-Stunden-Garantie für alle, die Symptome zeigten, damit diese nicht lange auf ihr Testergebnis warten müssten, sagte der CSU-Chef. Darüber hinaus werde denen ein Angebot gemacht, die für sich einfach Sicherheit haben wollten. „Das wird nicht so sein, dass alle es sofort annehmen. Aber das ist ein Angebot für die Menschen, und ich glaube ein sehr, sehr gutes.“ Sicherheit sei zudem „der wichtigste Konjunkturimpuls“ zur Wiederbelebung der Wirtschaft, fügte Söder mit Blick auf die Abstimmung von Bundestag und Bundesrat über das Konjunkturpaket der Bundesregierung an diesem Montag hinzu.

Die bayerische Strategie steht nach Söders Darstellung auch nicht im Widerspruch zum Anspruch, fokussiert dort zu testen, wo Menschen besonders gefährdet sind. Es gebe Serientests in Alten- und Behindertenheimen, in Krankenhäusern und nach den Ferien auch in Schulen für Lehrer und Erzieher, erklärte er.

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Leicht entspannt hat sich nach dem massiven Corona-Ausbruch in einem Tönnies-Fleischbetrieb die Lage im Kreis Gütersloh. Die Behörden in Nordrhein-Westfalen sehen bisher keine Anzeichen dafür, dass sich das Virus in größerem Umfang unter der übrigen Bevölkerung verbreitet hat. Der Kreis berichtete am Samstag, die Zahl der nachweislich Infizierten, die keinen direkten Bezug zur Tönnies-Belegschaft haben, sei zuletzt zwar „merklich“ gestiegen. Das liege aber vor allem an der starken Ausweitung der Tests. Viele der Infizierten zeigten keine Symptome.

Vom 21. bis 27. Juni sind demnach 107 Fälle in der übrigen Bevölkerung des Kreises Gütersloh bekannt geworden. Das sind 32 mehr als am Vortag berichtet. Im Nachbarkreis Warendorf waren nach Angaben der Behörden nur 2 der 4.491 Corona-Tests positiv, die bis Samstagnachmittag ausgewertet wurden. „Der bisherige Trend zeigt, dass das Virus nicht auf die allgemeine Bevölkerung übergesprungen ist“, so Landrat Olaf Gericke (CDU) am Abend.

In den Kreisen Gütersloh und Warendorf gelten wegen des Corona-Ausbruchs in dem Tönnies-Werk mit mehr als 1.500 infizierten Mitarbeitern wieder verschärfte Einschränkungen des öffentlichen Lebens.



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