BPhD-Umfrage

So steht es um die mentale Gesundheit von Pharmaziestudierenden

Berlin - 22.05.2020, 15:14 Uhr

Vor allem die hohe Stoffdichte im Studium wird von vielen Pharmazeuten als Stressfaktor empfunden. (Foto: imago images/Action Pictures)

Vor allem die hohe Stoffdichte im Studium wird von vielen Pharmazeuten als Stressfaktor empfunden. (Foto: imago images/Action Pictures)


Das Praktische Jahr: finanzielle Sorgen dominieren

Pharmazeuten im Praktikum bewerten vor allem ihre finanzielle Situation als stressig. Die Höhe der Ausbildungsvergütung variiert dabei recht stark: Einige PhiP gaben an, weniger als 800 Euro brutto zu erhalten, während andere mehr als 1.500 Euro brutto verdienen. „Besonders in Ballungsräumen ist diese Vergütung zum Bestreiten der Lebenshaltungskosten nicht ausreichend“, betont der BPhD. Zusätzlich empfinden die PhiP die Vergütung vor dem Hintergrund des Wissensstands aus ihrer bisherigen Ausbildung als nicht angemessen (rund 70 Prozent).

In der öffentlichen Apotheke verdienen den Umfrageergebnissen zufolge die meisten Pharmazeuten im Praktikum zwischen 900 und 1.000 Euro. In dieser Spanne liegt auch die Ausbildungsvergütung nach Tarifvertrag, aktuell sind das 947 Euro brutto (Stand: Mai 2020). Mit zuvor abgeschlossener Ausbildung verdient rund ein Viertel mehr als 1.500 Euro brutto.

Regelung zu Krankheitstagen stresst PhiP

Zudem nannten viele Teilnehmer auch die Regelung zu den Krankheitstagen als Stressfaktor (45 Prozent). Nach der Approbationsordnung für Apotheker (AAppO) werden Unterbrechungen bis zur Zahl der gewährten Urlaubstagen im Bundesrahmentarifvertrag der ADEXA von diesen abgezogen. Wie mit darüberhinausgehenden Unterbrechungen verfahren wird, obliegt den Arbeitgebern. „Entsprechend zeigt sich ein Flickenteppich an Lösungen für diese Situation: Zum Teil müssen die Stunden nachgearbeitet werden oder die Urlaubstage werden gekürzt“, moniert der BPhD. Einige Vorgesetzte seien dagegen kulant und ließen Krankheitstage zu, ohne dass ein Nacharbeiten erforderlich sei.

„Auch die aktuelle epidemische Lage zeigt, dass diese Regelung zu starr ist“, schreibt der BPhD. Wird ein PhiP unter eine behördlich angeordnete Quarantäne gestellt oder wechselt die Apotheke zur Sicherstellung der Versorgung in den Schichtbetrieb, könne dies dazu führen, dass kaum Tage für einen Erholungsurlaub bereitstehen. „Zudem muss in dieser Zeit auch die Vorbereitung auf den Dritten Abschnitt der Pharmazeutischen Prüfung erfolgen“, erinnern die Studierenden. Überdies stelle der Praxisbegleitende Unterricht (PBU) für viele aufgrund der damit verbundenen Kosten für Anreise und Unterkunft eine zusätzliche Belastung dar. Weitere Stressfaktoren im PJ sind unter anderem die Vereinbarkeit von Arbeit und Freizeit (63 Prozent), das neue Arbeitsumfeld (44 Prozent), der Kontakt zu Patienten (40 Prozent) sowie das Anforderungsniveau der Tätigkeiten (38 Prozent).



Christina Müller, Apothekerin, Redakteurin DAZ.online
redaktion@daz.online


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