Studie: Antidepressivum gegen Corona

Hilft Fluvoxamin bei COVID-19?

Stuttgart - 20.05.2020, 07:00 Uhr

In den USA wird Fluvoxamin bei COVID-19 untersucht. Das SSRI könnte über regulierende Effekte auf Interleukin-6 einen Zytokinsturm bei Corona abmildern. (Foto: Andrey Popov / stock.adpe.com)

In den USA wird Fluvoxamin bei COVID-19 untersucht. Das SSRI könnte über regulierende Effekte auf Interleukin-6 einen Zytokinsturm bei Corona abmildern. (Foto: Andrey Popov / stock.adpe.com)


Fluvoxamin: günstig, sicher, verfügbar

Sollte Fluvoxamin hingegen wirken bei COVID-19 und die Erkrankung lindern, wäre das SSRI eine verfügbare, sichere und erschwingliche Behandlungsoption zur Bekämpfung der Pandemie, da das Arzneimittel bereits zugelassen ist und breit vermarktet wird. Alban Gaultier hofft zudem, dass „der Ansatz sodann auch auf andere Entzündungszustände angewendet werden, die durch Zytokinstürme ausgelöst werden, wie beispielsweise eine Sepsis".

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Schwere Leberschädigungen unter Tocilizumab

Auch andere Arzneimittel werden derzeit erforscht, um einem möglichen Zytokinsturm bei COVID-19 beizukommen. Allerdings spielen Arzneimittel wie Tocilizumab, Baricitinib und Sarilumab in deutlich anderen Preisklassen als Fluvoxamin. Tocilizumab ist ein humanisierter, monoklonaler Antikörper gegen den Interleukin-6-Rezeptor, Sarilumab bindet  als humaner monoklonaler Antikörper selektiv an Interleukin-6-Rezeptor-α. Baricitinib zählt zu den Tyrosinkinaseinhibitoren und hier zu den JAK-Inhibitoren.  Alle drei Wirkstoffe werden bei rheumatoider Arthritis eingesetzt, als einziger hat Tocilizumab die Zulassung zusätzliche beim Zytokinfreisetzungssyndrom durch CAR-T-Zelltherapien, wie Tisagenlecleucel (Kymriah®) oder Axicabtagen-Ciloleucel (Yescarta®).



Celine Müller, Apothekerin, Redakteurin DAZ.online (cel)
redaktion@daz.online


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1 Kommentar

SSRI

von Dr Schweikert-Wehner am 21.05.2020 um 6:45 Uhr

SSRI hemmen die Thrombozytenaggregation. Deshalb hätte Fuvoxamin auch einen günstigen Einfluss auf den Erkrankungsverlauf.

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