Ein neuer Ansatz im Kampf gegen COVID-19

Antikörper sollen SARS-CoV-2 neutralisieren

Stuttgart - 14.05.2020, 08:59 Uhr

In der präklinischen Entwicklung: Monoklonale Antikörper sollen in der Akutphase SARS-CoV-2 neutralisieren. ( r / Foto: vipman4 / stock.adobe.com)

In der präklinischen Entwicklung: Monoklonale Antikörper sollen in der Akutphase SARS-CoV-2 neutralisieren. ( r / Foto: vipman4 / stock.adobe.com)


Forschung auf internationaler Ebene

Forscher der Universität Utrecht haben zusammen mit dem Erasmus Medical Center und Harbor BioMed den humanen Antikörper 47D11 entwickelt, der auf ein Epitop in der Bindungsdomäne des viralen Spike-Rezeptors abzielt und SARS-CoV-2 hemmen kann. Die Entwicklung dieses Antikörpers beruht auf Forschungsarbeiten aus der Zeit der ersten SARS-Epidemien 2002/2003, bei denen rund 50 Antikörper auf ihre Fähigkeit zur Neutralisation von SARS-Viren hin untersucht wurden. Bei diesen Wirkstoffen wurde nun getestet, ob sie auch SARS-CoV-2 neutralisieren, was bei vier Kandidaten der Fall war. Einer von ihnen ist 47D11. Erste Zellversuche zeigen, dass 47D11 in der Lage ist, eine Infektion von Zellen durch SARS-CoV-2 zu verhindern.

Auch aus einer Meldung des israelischen Institute for Biological Research (IIBR), einer Forschungseinrichtung zur Abwehr biologischer Gefahren, geht die Entwicklung eines monoklonalen neutralisierenden Antikörpers gegen das neue Coronavirus hervor. Aus den Angaben des IIBR ist zu entnehmen, dass aus Blutproben schwer erkrankter COVID-19-Patienten ein monoklonaler Antikörper isoliert wurde, der das neue Coronavirus effektiv neutralisieren konnte.

Prof. Dr. Robert Fürst und Dr. Ilse Zündorf hatten sich in der DAZ 13/2020 der Frage „Wann kommt der erste Impfstoff gegen COVID-19?“ gewidmet. Darin verwiesen sie am Ende darauf, dass man hierzulande momentan noch viel zu wenig über mögliche passive Immunisierungsstrategien höre. Es sei in der akuten Infektionsphase besser auf letztere zu setzen, als auf einen schnell verfügbaren Impfstoff zu hoffen: „Gegen SARS-CoV-2 wurde bereits ein humaner monoklonaler Antikörper identifiziert, der zumindest in Zellkulturen eine Infektion mit dem Virus verhindern konnte. Und das Serum von genesenen Personen, von denen es ja mittlerweile etliche gibt, könnte doch durchaus als Quelle für eine passive Impfung dienen – zumindest für die schwer Erkrankten“, schrieben sie. In weiteren Beispielen führten sie an, dass beispielsweise die Takeda Pharmaceutical Co. mit TAK-888 Japan ein intravenöses Immunglobulin aus dem Blutplasma genesener COVID-19-Patienten entwickle und in Kalifornien teste die Firma Vir Pharmaceuticals, ob die 2003 aus dem Blutserum von SARS-Patienten gewonnenen Antikörper auch bei COVID-19 helfen.



Dr. Petra Jungmayr, Apothekerin
redaktion@daz.online


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