Europäische Impfwoche

Weniger Impfungen wegen der Coronakrise

Stuttgart - 22.04.2020, 10:59 Uhr

Im Januar 2020 wurde in Afghanistan eine Impfkampagne gegen Polio gestartet. ( r / Foto: imago images / Xinhua)

Im Januar 2020 wurde in Afghanistan eine Impfkampagne gegen Polio gestartet. ( r / Foto: imago images / Xinhua)


Organisation warnt vor weniger Masern-Impfungen durch Covid-19

Die Corona-Krise könnte nach Ansicht der Masern- und Röteln-Initiative auch den Kampf gegen die Masern beeinflussen. Das berichtete die dpa schon am Dienstag der vergangenen Woche. Mehr als 117 Millionen Kinder in 37 Ländern könnten eine Impfung gegen die hochansteckende Infektionskrankheit verpassen, teilte die Initiative mit, die unter anderem von der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Unicef und dem Amerikanischen Roten Kreuz unterstützt wird. In 24 Ländern gebe es mit Impfkampagnen bereits Probleme. Die Masern- und Röteln-Initiative ruft die Staaten daher dazu auf, die Impfstoffe verstärkt nachzuhalten, „damit den Verletzlichsten der Bevölkerung eine Masernimpfung zukommt, sobald das wieder möglich ist.“

Impfkampagnen nein, Routine-Impfservice ja?

Die WHO empfiehlt, die Risiken abzuwägen, und Impfkampagnen vorübergehend dort auszusetzen, wo es derzeit keine aktiven Ausbrüche von entsprechenden Krankheiten gibt. Die Masern- und Röteln-Initiative unterstützt diese Empfehlung. „Wir dringen gleichzeitig darauf, dass die Länder ihren Routine-Impfservice weiter aufrecht halten und dabei die Sicherheit der Gemeinschaften sowie des Gesundheitspersonals sicherstellen.“

Europäische Impfwoche 2020 (EIW) findet vom 20. bis zum 26. April statt.

Durch die Sensibilisierung von Eltern und Betreuern, Gesundheitsberufen, politischen Entscheidungsträgern und Medien für die Bedeutung von Impfungen sollen höhere Durchimpfungsraten erreicht werden. Das WHO-Regionalbüro für Europa hat die Federführung für die EIW inne. Die Durchführung wird von einer Reihe von Partnern unterstützt, zu denen das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (UNICEF) und das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) gehören.

Laut einer Schätzung der WHO sind 2018 mehr als 140.000 Menschen an den Masern gestorben. Zudem gab es laut der UN-Organisation geschätzt knapp 9,8 Millionen Masernfälle. Besonders problematisch war die Situation zuletzt im Kongo.

In Deutschland wurden im Jahr 2018 nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) 528 Masern-Fälle gezählt. Die Zahl schwankt in Deutschland von Jahr zu Jahr stark. Laut RKI gab es in den zehn Jahren bis 2018 zwischen 165 und 2465 Fälle pro Jahr.



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