Auswirkungen der Epidemie

Apotheken und Corona: Erst leichte Umsatzsteigerung, dann Absatzeinbruch

Berlin - 22.04.2020, 09:45 Uhr

Laut dem Statistischen Bundesamt sind die Apotheken-Umsätze im Februar leicht angestiegen, die Absätze brachen nach dem Kontaktverbot aber sofort ein. (s / Foto: imago images / Westend 61)

Laut dem Statistischen Bundesamt sind die Apotheken-Umsätze im Februar leicht angestiegen, die Absätze brachen nach dem Kontaktverbot aber sofort ein. (s / Foto: imago images / Westend 61)


Insight Health: Apotheken-Absatz bricht ein nach Kontaktverbot

Was in der Pressemitteilung von Destatis allerdings nicht erwähnt wird, sind die Umsatzeinbrüche in vielen Apotheken im März und im noch laufenden April. Zur Erinnerung: Am 22. März hatten Länder und Bundesregierung ein strenges Kontaktverbot beschlossen. Apotheken gehören zu den wenigen Ladengeschäften, die seitdem noch geöffnet haben dürfen. Trotzdem änderte sich die Kundenfrequenz in den Apotheken, schließlich war das öffentliche Leben nach dem 22. März so gut wie ausgestorben. Einkaufscenter schlossen zumeist komplett, was einige Center-Apotheken ebenfalls zum Schließen brachte.

(Statistik: Insight Health)

Zahlen des Marktforschungsunternehmens Insight Health, die DAZ.online vorliegen, belegen, wie heftig die Umsatzeinbußen in den Apotheken seitdem waren – sowohl im OTC als auch im Rx-Bereich. Insight Health gewinnt seine Daten aus anonymisierten Abverkaufsdaten in Apotheken und erstellt dann Marktstatistiken, etwa das wöchentliche Format „APO weekly“. Demnach folgte in der Kalenderwoche nach dem eingeführten Kontaktverbot (ab dem 23. März) im Rx-Bereich ein Absatzrückgang im Rx-Bereich von Minus 19,5 Prozent. In der Kalenderwoche nach dem 30. März folgte ein weiterer Absatzrückgang um Minus 8,4 Prozent. Und in der Woche nach dem 6. April sanken die Rx-Absätze dann sogar um mehr als 49 Prozent.

Ähnlich verhielten sich die Zahlen im OTC-Bereich. In der ersten Woche mit Kontaktsperre sank der OTC-Absatz laut Insight Health um 23,3 Prozent, In den darauffolgenden Wochen kamen erneute Rückgänge um etwa 20 und 40 Prozent hinzu.



Benjamin Rohrer, Chefredakteur DAZ.online
brohrer@daz.online


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