Die letzte Woche

Mein liebes Tagebuch

05.04.2020, 08:00 Uhr

Endlich gibt's Erleichterungen bei den Rabattverträgen! (Foto: Andi Dalferth)

Endlich gibt's Erleichterungen bei den Rabattverträgen! (Foto: Andi Dalferth)


1. April 2020

Das hielten wohl einige für einen Aprilscherz: Spahn will die E-Rezept-Pflicht ab 2022. Weit gefehlt, war kein April-Scherz, mein liebes Tagebuch, unser Gesundheitsminister meint es ernst. Ab 2022 soll es verpflichtend (bis auf wenige Ausnahmen) nur noch E-Rezepte geben. Also nichts mit ewig langer Übergangszeit oder E-Rezept nur als Empfehlung. Nein, Papierrezepte soll es ab 1. Januar 2022 im Normalfall nicht mehr geben. Ärzte und Zahnärzte, auch in Kliniken, sind verpflichtet, Rezepte nur noch digital auszustellen – Ausnahmen sind nur BtM- und T-Rezepte. Das Bundeskabinett hat dies im Rahmen des Patientendaten-Schutzgesetz (PDSG) bereits beschlossen. Mein liebes Tagebuch, da hat wohl die Corona-Krise ein bisschen nachgeholfen, die Krise, die zeigt, dass das Einlösen von Rezepten wohl sicherer wäre, wenn es denn schon digital vorläge. Und, liebe ABDA, schaffen wir das bis 2022? Ja, sagt unsere Berufsvertretung, das sei technisch machbar bis 2022. Bedenken hat die ABDA allerdings wegen unseren Patienten: Gerade Ältere, vor allem Patienten ohne Smartphone (soll es noch geben) müssten die Möglichkeit haben, ein E-Rezept ohne technische Hilfsmittel zu nutzen. Auch die gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, Sabine Dittmar, befürchtet, dass durch die E-Rezeptpflicht Hürden für Ältere und weniger technikaffine Menschen entstehen könnten. Und der CDU-Gesundheitspolitiker Michael Hennrich möchte nicht, dass bestimmte Patientengruppen dadurch benachteiligt werden. Die Sorgen dürften unbegründet sein, mein liebes Tagebuch: Vorgesehen ist, dass diese Patienten dann einen ausgedruckten QR-Code bekommen, den sie in der Apotheke vorlegen können. Also, alles machbar.

Was übrigens auch in die Kabinettsvorlage zum Patientendaten-Schutzgesetz kam: Mit E-Rezepten darf kein Handel betrieben werden. Gut so! Die freie Apothekenwahl bleibt erhalten, und für Dritte ist es unzulässig, Verschreibungen, auch in elektronischer Form, zu sammeln, an Apotheken zu vermitteln oder weiterzuleiten und dafür für sich oder andere einen Vorteil zu fordern, sich einen Vorteil versprechen zu lassen, anzunehmen oder zu gewähren.“ Jetzt geht’s mit Volldampf in die E-Rezept-Zukunft.


DocMorris nutzt die Corona-Krise, um sich als deutsche Apotheke zu präsentieren: Der niederländische Versender, eine Tochter des Schweizer Zur Rose-Konzerns, beteiligt sich an der Initiative „Deutschland gegen Corona“. Das ist eine Aufklärungskampagne, die mit zwölf verschiedenen Plakaten und in einem Video auf Maßnahmen zur Unterbrechung der Corona-Infektionsketten hinweist. Bei der Initiative machen neben DocMorris unter anderem das ZDF, die Deutsche Bank und die DAK mit. Mein liebes Tagebuch, das ist wieder einmal typisch für dieses  Versandhaus für Arzneimittel: Es möchte gern Apotheke sein, den guten Ruf der deutschen Apotheke haben, aber als ausländisches Unternehmen eigene Preisgestaltungen wahrnehmen und auf keinen Fall die Pflichten einer deutschen Apotheke haben.

Und da muss man sich fragen: Wie fadenscheinig ist es eigentlich, wenn sich einerseits DocMorris an einer Aufklärungskampagne zur Corona-Krise beteiligt und andererseits sich der Ober-Boss der DocMorris-Mutter, Walter Oberhänsli, darüber freut, dass das Virus dem Unternehmen „massiven Rückenwind“ gibt, wie er es vor kurzem wissen ließ. Mein liebes Tagebuch, ganz schön bigott, oder?



Peter Ditzel (diz), Apotheker
Herausgeber DAZ / AZ

redaktion@deutsche-apotheker-zeitung.de


Diesen Artikel teilen:


Das könnte Sie auch interessieren

Die letzte Woche

Mein liebes Tagebuch

Die letzte Woche 

Mein liebes Tagebuch

Die letzte Woche

Mein liebes Tagebuch

Die letzte Woche

Mein liebes Tagebuch

Die letzte Woche

Mein liebes Tagebuch

Die letzte Woche

Mein liebes Tagebuch

Die letzte Woche

Mein liebes Tagebuch

Die letzte Woche

Mein liebes Tagebuch

Die letzte Woche

Mein liebes Tagebuch

8 Kommentare

Spahn-App ... "Wir schaffen das ... Sie wahrscheinlich nicht ..."

von Christian Timme am 05.04.2020 um 17:09 Uhr

Sie dürfen zustimmen, nachfolgend in 5 Punkt Minischrift das Gesetzt zum Schutz des Bürgers der das Recht hat einen Antikörper-Schnelltest einzuklagen, nachdem er bereits eine 14-tägige Quarantäne in einer hochgradigen Infizierung-Umgebung abgesessen hat ... Sorry das war schon die Durchseuchungsverordnung ... kann ja mal passieren ... Ihr Jens ...

» Auf diesen Kommentar antworten | 0 Antworten

Trotz rosa Brille, ist der Himmel heut nicht schön blau?

von Bernd Jas am 05.04.2020 um 14:54 Uhr

Schönen guten Morgen Herr Ditzel,
schönen guten Morgen liebe Knötter-Party,

also die Paracetamol-Gedanken haben wir uns gemacht als der Verschreibungs-Status eingeführt wurde, jetzt noch nach Kindern im Brunnen zu suchen ist reichlich spät. Wie seit Ihr den bis zur Hamsterei damit umgegangen?

Thema Maskenpflicht:
Der Verfassungsschutz sieht in der Maskenpflicht einen eindeutigen Verstoß gegen das Vermummungsverbot. Man denke da nur an Tankstellen, Banken, Behörden, Polizei, Gerichte usw.
Also werden nur Masken zugelassen die nicht Teile oder das ganze Gesicht bedecken, sondern so transparent gestaltet sind, dass noch eine eindeutige Identifikation der tragenden Person gewährleistet bleibt.

Hö,höö, jetzt können sich die Bullshit-Jobinhaber auf unsere Kosten gegenseitig ihre Verordnungen und die sich widersprechenden Gesetze gegenseitig um die Ohren hauen bis sie hoffentlich platzen,
... während ich mir schon eine Maske mit Mick Jagger-Zunge bestellt habe.
Die werden der Brüller und die Leute legen da gerne auch mal gerne 20 Euronen für auf den Tisch.
Auskochbar und mit integriertem Fach für CO2 Filterwechsel.
Was sagt die gute Rechtsanwöltin: " -, bessör wöre eine Obgabe auf Spöndenbosis" ?
Der brennt ja wohl die Robe.
Wir haben abgesehen von unserer heilberuflichen Verpflichtung auch noch ein Geschäft und sind daher auch verpflichtet Reibach zu machen.


Thema E-Rezept:
Patienten die kein Smartphone haben bekommen einen QR-Kot ausgedrückt.
So käme ich mir als ein solcher Patient vor.
Was soll der Sch... , hat das noch irgend etwas mit Transparenz zu tun? Der Patient muss doch wissen was er da in den Händen hält. Lauter schwarz-weiß-kleinkariertes ohne irgendeine Information was da wirklich verschlüsselt ist? Er schickt den Zettel dann an seinen Arznei-Versandhändler (natürlich per Post) und wundert sich ein paar Tage später dann wie er Budenosid-Rectalschaum inhalieren soll.
„Also, alles machbar.“ … auch das Kopieren und mehrfaches Versenden.


Thema Spahn und zu Herrn Karl Friedrich Müller:
Ja Herr Müller irgendwie werden Sie mir als kritischer Hinterfrager und Kollege immer sympathischer. Da ist es doch wirklich so, dass Spahn, Laschet, Söder und Co am Zipfel von Mutti, im Schatten und unter dem Deckmantel der Not der Coronakriese das Grundgesetz torpedieren und einen Verfassungsbruch nach dem anderen in Gang setzen. Deshalb hier noch mal der Satz von Herrn Ditzel letzte Woche: „Was da im Einzelnen noch möglich sein wird – wir werden staunen.“
..... und da kann man nur allen freiheitsliebenden demokratischen Menschen den guten Rat geben sich der Atlas Initiative anzuschließen.

Hierzu noch was vom Mey:
„Sei wachsam präg' dir die Worte ein! Sei wachsam und fall nicht auf sie rein! Paß auf, dass du deine Freiheit nutzt. Die Freiheit nutzt sich ab, wenn du sie nicht nutzt! Sei wachsam merk dir die Gesichter gut! Sei wachsam bewahr dir deinen Mut Sei wachsam Und sei auf der Hut!“

» Auf diesen Kommentar antworten | 0 Antworten

Was machen mit (nach wie vor) PSA-Engpässen??

von Gunnar Müller, Detmold am 05.04.2020 um 14:31 Uhr

>>Sehr geehrter Herr Minister Laumann,
...Vor dem Hintergrund der offenbar nach wie vor noch bestehenden Lieferengpässe bei Gegenständen der persönlichen Schutzausrüstung bitte ich Sie, Hersteller, Lieferanten und Zwischenlieferanten zu verpflichten, derartige Angebote nur noch an staatliche Stellen u. a. Gesundheitsämter abzugeben für eine qualifizierte Prüfung der Angebote und eine dezentrale oder zentrale Beschaffung, Lagerung und Verteilung resp. einen Verkauf an die Bedarfsträger, z. B. Krankenhäuser und Rettungsdienste, Polizei, Feuerwehr und Katastrophenschutz, Altenwohn- und Pflegeheime, ambulante Pflegedienste, Arzt- und Zahnarztpraxen, Hebammen, Apotheken, Psychotherapeuten. <<
Heute ‘raus an Laumann, Jens und andere ..

» Auf diesen Kommentar antworten | 0 Antworten

Spahn

von Karl Friedrich Müller am 05.04.2020 um 12:59 Uhr

Verfolgt sehr konsequent seine Interessen.
Er ist sehr gefährlich. Auch wenn Sie es vielleicht lächerlich finden: Ich denke, er könnte der nächste Diktator Deutschlands werden. Sein ganzes Handeln, das Erkennen von Situationen und deren Ausnutzung, die Sprache und Umdeutung von Begriffen lässt es erkennen.
Auch das „Ermächtigungsgesetz“. Zentralisieren von Macht.

» Auf diesen Kommentar antworten | 1 Antwort

AW: Spahn ... ist die "Demokratie" ... und wir die Dekoration ...

von Christian Timme am 05.04.2020 um 13:20 Uhr

... und Mutti hat die "Brūcken" dazu gebaut ... und viele haben "geholfen" ... als brave Sonderschūler. Gekonnt ist .. gekonnt ...

Jetzt können die „Apothekers“ auch mal wieder was „abstellen“ ...

von Christian Timme am 05.04.2020 um 9:34 Uhr

Verschüttete „Allmachtsphantasien“ sind wieder da ... endlich ... nur die „Kohle‘ ist weiter weg. Verkehrte Welt ... aber immerhin ein Anfang?

» Auf diesen Kommentar antworten | 0 Antworten

Keine genügende Schutzausrüstung

von Ulrich Ströh am 05.04.2020 um 8:46 Uhr

Mehr Schutzausrüstung für Apothekenteams für die kommenden zwei Wochen....

Dieser Schutz wird weitgehend ausbleiben.

Wer trägt Verantwortung?

» Auf diesen Kommentar antworten | 0 Antworten

Selbstgenähte Masken

von Silke Hans am 05.04.2020 um 8:28 Uhr

Wenn vielleicht noch mal kurz alle drüber nachdenken würden, wie sich ein VK von 10€ mit dem EK von 12€ verträgt, den ich der Schneiderin und ihren 4 Mitarbeitern bezahle, weil ich ja die lokale Wirtschaft unterstütze? Es gibt im übrigen auch DEUTLICHE Unterschiede in der Machart und der Qualität dieser selbstgefertigten Masken.

» Auf diesen Kommentar antworten | 0 Antworten

Das Kommentieren ist aktuell nicht möglich.