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Camostat bald in klinischen Studien gegen SARS-CoV-2

Remagen - 02.04.2020, 12:15 Uhr

Das neuartige Coronavirus, SARS-CoV-2, ist bislang vor allem dafür bekannt, die Lunge der COVID-19-Patienten zu befallen. Selbst wenn ein Arzneistoff in der Forschung also theoretisch wirkt, besteht in der Klinik dann noch die Herausforderung ihn an seinen Wirkort zu bringen. (Foto: Pissanu / stock.adobe.com)

Das neuartige Coronavirus, SARS-CoV-2, ist bislang vor allem dafür bekannt, die Lunge der COVID-19-Patienten zu befallen. Selbst wenn ein Arzneistoff in der Forschung also theoretisch wirkt, besteht in der Klinik dann noch die Herausforderung ihn an seinen Wirkort zu bringen. (Foto: Pissanu / stock.adobe.com)


Studie am Menschen: Kommt genug Wirkstoff in der Lunge an? 

Da Camostat-Mesilat die Protease TMPRSS2 bekanntermaßen hemmt, haben die Forscher untersucht, ob es auch die Infektion mit SARS-CoV-2 verhindern kann. Das scheint tatsächlich zu funktionieren: „Wir haben SARS-CoV-2 aus einem Patienten getestet und festgestellt, dass Camostat-Mesilat das Eindringen des Virus in Lungenzellen blockiert“, sagt Markus Hoffmann, der Erstautor der Studie.

In einem „Spiegel“-Interview bezeichnen die Wissenschaftler ihre Untersuchungen mit menschlichen Lungenzellen als vielversprechend. Sie wissen allerdings noch nicht, ob der Wirkstoff auch in ausreichender Menge in der Lunge ankommt, wenn Patienten ihn in Form von Tabletten einnehmen. Das wäre aber entscheidend, denn COVID-19 betrifft vor allem die Lunge, meint Hoffmann. Die Forscher kündigen an, an der Berliner Charité zeitnah eine Studie anlaufen zu lassen, in der COVID-19-Patienten mit Camostat-Mesilat behandelt werden. 

Studie an Primaten: Wirkstoff direkt in die Lunge injizieren

Zeitgleich planen sie eine Untersuchung an Primaten, die zeigen soll, ob der Wirkstoff womöglich direkt in die Lunge injiziert werden kann, damit er das Virus besser hemmt. Solche Tierversuche sind notwendig, weil der Einsatz des Wirkstoffs hierfür bislang nicht zugelassen ist. „Wir sind zuversichtlich, dass wir in den kommenden sechs Monaten erste Ergebnisse dazu haben“, wird Pöhlmann in dem Spiegel-Interview zitiert.

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Neben der von den deutschen Forschern geplanten Studie steht in Dänemark eine weitere kurz vor dem Start: „The Impact of Camostat Mesilate on COVID-19 Infection (CamoCO-19): An Investigator-initiated Randomized, Placebo-controlled, Phase IIa Trial“ (NCT04321096). Laut Angaben im US-Studienregister clinicaltrials.gov hat die Rekrutierung der Teilnehmer noch nicht begonnen. Studiensponsor des „Investitagtor Initiated Trials“ ist die Universität von Aarhus. Weitere Studienorte neben dem dortigen Universitätskrankenhaus sind die Abteilung für Infektionskrankheiten in Aalborg und das Universitätskrankenhaus in Odense. Die 180 erwachsenen Studienteilnehmer sollen über einen Zeitraum von fünf Tagen entweder dreimal täglich zwei 100 mg-Tabletten Camostat-Mesilat oder Placebo erhalten. Als Studienstart wird der 31. März 2020 angegeben und als Studienende der 31. Dezember 2020 (primary completion) bzw. der 1. Mai 2021. 



Dr. Helga Blasius (hb), Apothekerin
redaktion@daz.online


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1 Kommentar

campostat direkt in die lunge

von Koala am 07.04.2020 um 20:57 Uhr

Wäre denn nicht auch eine Inhalative Applikation von campostat-mesilate (wie z.b. bei Asthma-medikamenten) denkbar, um das Medikament direkt an den wirkort zu bringen ...
Oder vielleicht eine Kombination aus inhalativer und oraler Applikation....
?

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