DAZ.online Geschichtentaxi mit Katharina Jünger (Teleclinic)

„Wir haben 70 Prozent Vor-Ort-Einlösung und 30 Prozent Versand“

Berlin - 10.03.2020, 09:00 Uhr

Katharina Jünger ist Gründerin und CEO der Teleclinic und erklärt im DAZ.online-Geschichtentaxi, wie das Geschäft mit der Telemedizin derzeit läuft. (m / Foto: DAZ.online)

Katharina Jünger ist Gründerin und CEO der Teleclinic und erklärt im DAZ.online-Geschichtentaxi, wie das Geschäft mit der Telemedizin derzeit läuft. (m / Foto: DAZ.online)


Die Teleclinic ist eigenen Angaben zufolge der erste Anbieter in Deutschland für Online-Arztbehandlungen. Noch in diesem Jahr will das Münchener Unternehmen die 100.000er-Marke bei den erfolgten Behandlungen durchbrechen. In mehreren Projekten kooperiert die Teleclinic mit Apotheken vor Ort. Im DAZ.online-Geschichtentaxi erklärt Teleclinic-CEO Katharina Jünger, warum der Versandhandel aus ihrer Sicht trotzdem wichtig ist, warum sie aber auf den EU-Versand verzichtet und wie sie die Zukunft mit dem E-Rezept einschätzt.

Die Münchener Teleclinic wächst und wächst. Als kleines Digtal-Unternehmen gestartet, ist der Telemedizin-Anbieter inzwischen fest im sich rasch entwickelnden Telemedizin-Markt als Branchengröße verankert. In erster Linie macht die Teleclinic ihr Geld mit der Behandlung von Privatversicherten: Patienten können sich via Handy-App einwählen, sich von einem Arzt beraten lassen und dann gegebenenfalls ein Rezept oder eine Krankschreibung entgegennehmen.

Für die Rezepteinlösung kooperiert die Teleclinic einerseits mit dem Apothekendienstleister apotheken.de, um an die mehr als 6000 apotheken.de-Apotheken angeschlossen zu sein, sowie mit der Versandapotheke Mache. Im GKV-Bereich hat die Teleclinic gemeinsam mit Ärzten und Apothekern eines der vielen E-Rezept-Modelle aufgebaut: das Projekt GERDA in Baden-Württemberg, das derzeit in zwei Testregionen erprobt wird.

Jünger: Immer wenn es schnell gehen muss, dann ist die Apotheke die bessere Wahl

Im Gespräch mit DAZ.online-Chefredakteur Benjamin Rohrer erklärt Jünger, dass die meisten Kunden ihr Rezept weiterhin in der Apotheke vor Ort einlösen wollen. „Wir haben 70 Prozent Vor-Ort-Einlösung und 30 Prozent Versand“, so die Gründerin des Telemedizin-Unternehmens. Jünger sagt aber auch, dass es Situationen gebe, in denen der Versand eine wichtige Versorgungsalternative sei. Als Beispiel dafür führt sie intime Beratungsthemen an, wie etwa die Beratung zu und die Abgabe von Viagra.

Was die Entwicklung in der Zukunft mit dem E-Rezept betrifft, spricht sie eine indirekte Warnung an die Apotheker aus: Wenn das E-Rezept da ist und die Patienten keine Briefe mehr mit Rezepten verschicken müssten, werde der Versand „Auftrieb bekommen“, so die Unternehmerin. Allerdings werde der Apotheker weiterhin eine Daseinsberechtigung haben. Denn: „Die Apotheke vor Ort ist immer die bessere Wahl, wenn ich richtig schnell an mein Medikament kommen will.“

Hier können Sie die neueste Folge des DAZ.online-Geschichtentaxis sehen:

               

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Benjamin Rohrer, Chefredakteur DAZ.online
brohrer@daz.online


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