Grippesaison 2019/20

Influenza A-Viren zeigen „deutliche Drift“ – schützt die Grippe-Impfung?

Stuttgart - 24.02.2020, 10:14 Uhr

Bislang kursieren vor allem Influenza A(H1N1)-Viren in Deutschland, allerdings zeigen diese eine „deutliche intrasaisonale Drift“. Schützt der Impfstoff folglich nicht? (Foto: BillionPhotos.com / stock.adobe.com)

Bislang kursieren vor allem Influenza A(H1N1)-Viren in Deutschland, allerdings zeigen diese eine „deutliche intrasaisonale Drift“. Schützt der Impfstoff folglich nicht? (Foto: BillionPhotos.com / stock.adobe.com)


Seit Beginn der Grippesaison 2019/20 meldet das Robert Koch-Institut (RKI) knapp 80.000 labordiagnostisch bestätigte Influenzafälle, allein in der vorletzten Woche kamen rund 20.000 Neuinfektionen hinzu. Influenza A(H1N1) reflektiert laut RKI eine „deutliche intrasaisonale Drift“. Schützt der Impfstoff folglich nicht?

Im aktuellen Wochenbericht aus Kalenderwoche 7 meldet die Arbeitsgemeinschaft Influenza (AGI) am Robert Koch-Institut (RKI) nach Infektionsschutzgesetz (IfSG) 19.273 labordiagnostisch bestätigte Influenzafälle, somit belaufen sich die Grippefälle seit Beginn der diesjährigen Grippesaison 2019/20 auf insgesamt 79.263. Von den 130 mit Influenzainfektion verstorbenen Patienten waren 116 Influenza A-positiv, bei 13 konnte Influenza B nachgewiesen werden (ein Todesfall war nicht differenziert).

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Influenza A-Viren dominieren also die Saison in Deutschland. 64.013 Influenza A-Viren wurden detektiert (nicht subtypisiert), zusätzlich noch 4647 Influenza A(H1N1), 1093 Influenza A(H3N) und mit 9019 positiven Proben vergleichsweise wenige Influenza B-Viren. Die im Rahmen der Sentinelüberwachung an das nationale Referenzzentrum (NRZ) für Influenzaviren eingesandten Proben bestätigen dieses Bild: Von 82 positiven Influenzaproben enthielten 52 Influenza A(H1N1)-Viren, 25 Influenza A(H3N2) und sechs waren positiv für B Victoria.

Intrasaisonale Drift bei Influenza A(H1N1)

Die Grippeviren wurden auch im Hämagglutinationshemmtest näher untersucht. Mit diesen Tests prüft man die antigenen Eigenschaften der zirkulierenden Viren verglichen mit denen der geimpften Viren (Passgenauigkeit). Dabei zeigten manche Influenza A-Viren durchaus Auffälligkeiten. Zwar wurden alle isolierten A(H1N1)-Viren vom gegen den Impfstamm gerichteten Referenzserum (A/Brisbane/2/2018-like) im Hämagglutinationshemmtest erkannt, jedoch waren laut RKI von 143 Viren 31 Viren „auffällig“: „Diese Viren haben die Mutation N156K in der Antigendomäne Sa (S = strain-specific, Bedeutung: sehr variabel und nahe der Rezeptorbindungsstelle) des Hämagglutinins und reflektieren eine deutliche intrasaisonale Drift“, erklären die Grippe-Experten im Wochenbericht. Auch bei Influenza A(H3N2) hatten von den 133 untersuchten Viren nur 103 hämagglutinierende Eigenschaften und reagierten mit dem Impfstamm-Referenzserum (A/Kansas/14/2017-like). Bei den Influenza B-Viren (33) wurden alle von den Immunseren detektiert.



Celine Müller, Apothekerin, Redakteurin DAZ.online (cel)
redaktion@daz.online


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1 Kommentar

Aha

von Anna Sophia von Velasco am 25.02.2020 um 10:21 Uhr

Keine Antwort auf die Clickbait Frage ist auch eine Antwort. MfG AvV

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