Zuckersüßes Beratungswissen – Teil 5

Zuckerfrei und trotzdem süß: Zuckeraustauschstoffe

Stuttgart - 18.02.2020, 17:55 Uhr

Enthalten Lebensmittel mehr als 10 % Süßungsmittel (bezogen auf das Gesamtgewicht), ist ein Hinweis auf die abführende Wirkung verpflichtend. (Foto: Hinger)

Enthalten Lebensmittel mehr als 10 % Süßungsmittel (bezogen auf das Gesamtgewicht), ist ein Hinweis auf die abführende Wirkung verpflichtend. (Foto: Hinger)


Aufklärung ist wichtig

Eine Umfrage der Verbraucherzentralen hat ergeben, dass viele Menschen den vom Verordnungsgeber eingeführten Begriff „Süßungsmittel“ falsch interpretieren. Ein großer Teil der Befragten stuft auch normalen Haushaltszucker oder Fruchtsirupe als Süßungsmittel ein. Ebenso dürfte die Fachbezeichnung „Zuckeralkohole“ viele Verbraucher auf eine verkehrte Spur lenken. Womöglich denken sie dabei an Alkohol im Sinne von Ethanol. Solche Missverständnisse zeigen: Es besteht noch sehr viel Aufklärungsbedarf, was die Zusammensetzung von Lebensmitteln, insbesondere industriell hergestellter Produkte, betrifft.

In der Tabelle sind noch einmal die in der EU zugelassenen acht Zuckeralkohole zusammengefasst. Wer in diesem Artikel die gleichfalls als Süßungsmittel eingestuften Süßstoffe wie Aspartam, Cyclamat usw. vermisst hat: um diese Gruppe geht es in der nächsten Folge von „Zuckersüßes Beratungswissen“.

 E-NummerEnergiegehalt kJ/kcal pro 100 gSüßkraft im Vergleich zu Zucker = 100 %
SorbitE 4201000 / 24040 – 60 %
XylitE 9671000 / 24098 %
IsomaltE 953840 / 20050 %
MaltitE 9651000 / 24050 – 80 %
ErythritE 96884 / 2050 – 70 %
MannitE 4211000 / 24050 – 69 %
PolyglycitolsirupE 9641000 / 24050 %
LactitE 9661000 / 24030 – 40 %

Anmerkung zur Tabelle: normaler Zucker hat einen Energiegehalt von 1680 kJ bzw. 405 kcal.

Auf einen Blick:

  • Die Zuckeralkohole gehören zur Gruppe der „Süßungsmittel“. Auf industriell hergestellten Lebensmitteln müssen sie in der Zutatenliste mit ihrer Klassenbezeichnung „Süßungsmittel“ genannt werden, dahinter folgt der Name der verwendeten Substanz oder die E-Nummer. Werden sie als Feuchthaltemittel eingesetzt, so wird das in der Zutatenliste entsprechend aufgeführt.
  • Zuckeralkohole enthalten weniger Kalorien als Zucker, sind zahnfreundlich, wirken gar nicht oder nur gering auf den Blutzuckerspiegel und die Insulinausschüttung. Übersteigt der Gehalt an Zuckeralkoholen 10 % des Gesamtgewichts, so ist die Angabe verpflichtend: „Kann bei übermäßigem Verzehr abführend wirken“.
  • Bei den Nährwertangaben werden Zuckeralkohole in der Rubrik „Kohlenhydrate“ aufgeführt. Manche Hersteller setzen in der Nährwerttabelle freiwillig eine Zeile „Zuckeralkohole“ ein und nennen die enthaltenen Mengen.
  • Zuckeralkohole kommen auch natürlicherweise in Früchten und Gemüsen vor, allerdings in sehr geringen Mengen. Bei der Weiterverarbeitung von z. B. sorbithaltigen Früchten muss der Hersteller des Lebensmittels nicht auf den natürlichen Sorbitgehalt hinweisen.


Reinhild Berger, Apothekerin
redaktion@daz.online


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1 Kommentar

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