Nach SPD-Beschluss

Großer Koalition droht Konflikt über Cannabis-Legalisierung

Berlin - 13.02.2020, 16:15 Uhr

Daniela Ludwig, Drogenbeauftragte der Bundesregierung, ist nicht wirklich begeistert von den Plänen der SPD zur Cannabis-Legalisierung. (m / Foto: imago images / Zensen)

Daniela Ludwig, Drogenbeauftragte der Bundesregierung, ist nicht wirklich begeistert von den Plänen der SPD zur Cannabis-Legalisierung. (m / Foto: imago images / Zensen)


Heidenblut (SPD): Nicht ins Blaue rein kommentieren

Auf Ludwigs Meinungsäußerung folgte dann allerdings eine rasche Antwort der SPD-Bundestagsfraktion. Dirk Heidenblut (SPD), drogenpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion, zeigte Unverständnis für die Reaktion der Drogenbeauftragten und fand dafür in einer Pressemitteilung deutliche Worte: Man solle „besser lesen und verstehen, nicht nur ins Blaue rein kommentieren.“ 

Und weiter: „ An keiner Stelle wird in unserem Fraktionspapier behauptet, dass durch Entkriminalisierung der Konsum sinkt. Wir stellen fest, dass trotz Verbot der Konsum weiterhin steigt und im Gegenteil Vorbeugung sogar behindert. […] Frau Ludwig redete vor Monaten vom Neuanfang. Da kam aber nix, außer der olympischen Rolle rückwärts. Wenn unser Papier bewirkt hat, dass Frau Ludwig jetzt aufwacht, ist doch schon etwas gewonnen.“

Das Thema bietet also noch einiges an Konfliktpotential innerhalb der Koalition. Die Union sieht sich im Bundestag nun einer großen Mehrheit zur Liberalisierung konfrontiert und gerät somit weiter unter Druck.



Svea Türschmann
redaktion@daz.online


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7 Kommentare

Canabis Medizin

von Danny am 16.02.2020 um 22:42 Uhr

Hallo . Zu meiner Person ich bin 43 Jahre. ich Kämpfe schon seit Jahren mit einer nicht eindeutig Diagnose von Rheuma . Bin auch in ärztlicher Behandlung. Aber jetzt kommts: an Schmerzmitteln bekomme ich fast alles was die Pharmaindustrie hergibt und leder die Organe schädigt aber canabis was meine Organe heile lässt nicht ! Von seiter der Ärzte wird nichts getan außer der Kommentar von einem : Kiff lieber das ist gesünder...aber HILFE vergebens. Worauf ich aufmerksam machen möchte ist , das es nicht nur unsere Leute in Berlin sich dagegen sperren sondern auch Ärzte in Mecklenburg. Vielleicht könnte man von Seiten der Apotheker/in Druck auf beiden Seiten aufbauen. Ich konsumiere seit min 5 Jahren canabis und komme dadurch schmerzfrei durch schlecht-Wetter Tage. Die Lüge das jeder Kranke canabis bekommt der es braucht um besser ( schmerzfrei) durchs Leben zu kommen ist immer noch aufrecht . Vielleicht habt Ihr Tipps für mich um aus der Illegalität von Seiten der Beschaffung zu kommen

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Zeit für Versöhnung

von Christian P. am 16.02.2020 um 20:06 Uhr

Es wird Zeit, dass sich der Staat mit den harmlosen und vor allem mündigen und der trotz des Konsums voll im Leben stehenden Konsumenten versöhnt und kein Teil der Bevölkerung Angst vor Verfolgung und Repression haben muss. Um im Unionsvokabular zu bleiben wäre es "Das richtige Signal".

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Hallo ABDA!

von GTrakl am 14.02.2020 um 20:16 Uhr

Hallo ABDA, hallo ApothekerInnen,

es wird längst Zeit für ein EINDEUTIGES Statement von Seiten der Profis = wir ApothekerInnen pro Cannabisentkriminalisierung (nicht zwangsweise Legalisierung).

Dass Cannabis in dieser Form im BtMG und den Anlagen steht, ist nicht annehmbar. Und es ist peinlich für unseren Berufsstand, dass wir das nicht längst angeprangert haben. Wohlgemerkt: ich spreche nicht zwangsweise von einer vollkommenen Legalisierung (wobei auch hier aus meiner Sicht die Vorteile überwiegen). Aber dass Cannabis in dieser Form in den BtMG Anlagen steht - ein Unding! Selbst die WHO hat es neu klassifiziert.

Dringend schnell ändern!

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Canabis

von Bernd Küsgens am 13.02.2020 um 19:07 Uhr

Lieber Gregor Dinakis,
was soll Ihre Absonderung hier. Nichts davon interessiert jemanden. Wenn Sie heie Politik betreiben wollen, dann sind Sie hier fehl am Platz.

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AW: Papier des WD

von Peter Nuding am 14.02.2020 um 12:19 Uhr

Hier findet sich das Papier des Wissenschaftlichen Dienstes des Bundestages das Frau Ludwig offenbar nicht kennt (oder kennen will). Auf Twitter behauptet sie, es gäbe keine belastbare Zahlen. Das Papier sagt da aber was komplett anderes aus.

Link zu dem Papier: https://t.co/i8EnP0TiBp?amp=1

Was Daniela Ludwig angeht:

"Als vorläufig gescheitert kann auch der Online-Dialog zwischen der Cannabis-Community und der Drogenbeauftragten Daniela Ludwig bezeichnet werden. Es meldeten sich dutzende Nutzer bei uns, die wegen sachlicher, wenn zum Teil auch emotionaler Debattenbeiträge vom Admin-Team der Drogenbeauftragten gesperrt wurden. Andere beschwerten sich über ignorante Antworten der Social Media Manager des Teams Ludwigs. Als Ludwig sich dann auf Twitter für die Stärkung der Medienkompetenz in sozialen Netzwerken aussprach, forderten wir dies auch von Ihr und Ihrem Büro ein. Nach verallgemeinernden Vorwürfen wegen eines offensichtlichen Satire-Accounts wurde die Cannabis-Community erneut in Sippenhaft genommen, als Ludwig den Screenshot eines menschenverachtenden Kommentars als Beleg für die insgesamt sehr aggressive Cannabisszene lieferte. Das bockige Kommunikationsverhalten von Fr. Ludwig, die sich der Masse der primär sachlichen Kommentare so konsequent verschließt, inhaltlich nicht auf Kritik eingeht und mit ihrer Pauschalisierung Millionen friedliche Cannabiskonsumenten über einen Kamm schert, offenbart ein befremdliches Debattenverhalten, das einer Politikerin ihres Ranges unwürdig ist."

Quelle: DHV Newsletter für Mitglieder und Sponsoren vom 07.02.2020

Ich bin gespannt wann (und ob überhaupt) ich eine Antwort auf die Frage nach dem Erfolg des Verbotes bekomme:

"Ihre Frage an Daniela Ludwig (CSU) ist nun für alle Besucherinnen und Besucher [...] öffentlich einsehbar. Unter dem folgenden Link finden Sie Ihren Beitrag:"

https://www.abgeordnetenwatch.de/profile/daniela-ludwig/question/2020-02-06/333378

Union & AfD

von Herbert am 13.02.2020 um 18:47 Uhr

Parteien die ein auf Rassenhass basierendes Hanfverbot unterstützen sollte jedem zu Denken geben aber ist ja anscheinend wieder im kommen rechte Gesinnung auszuleben.

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Und täglich grüßt das Murmeltier

von Gregor Dinakis am 13.02.2020 um 17:46 Uhr

"[...] Wenn unser Papier bewirkt hat, dass Frau Ludwig jetzt aufwacht, ist doch schon etwas gewonnen.“

Leider wird sie zurzeit in einer Art dauernarkotischem Zustand gehalten, bedingt durch zahlreiche CSU-Bierzeltveranstaltungen und der bajuvarischen Dauerbeschallung eines längst überholten Narrativs.

Aber seit sich die wissenschaftlichen Erkenntnisse an Umfang & Evidenz wachsen, fürchtet die eine oder andere Brauerei oder Destille um ihren Umsatz...
Seit kurzem gehört es deswegen ja im neueren Narrativ "nicht zur deutschen Kultur".

Gewagte Aussage bei Altersprävalenzen von bis zu 50%.

Dabei müsste Frau Mor- ähh Ludwig doch z.B. einfach nur auf den wissenschaftlichen Dienst des Bundestags hören, der bereits zum Schluss kam, dass die derzeitige Rechtslage keinerlei Auswirkung auf das Konsumverhalten zeigt.
Aber wie man hört, ist ja Herr Müller wieder soweit genesen, um das Thema judikativ angehen zu können.

Rezo war mit der "Zerstörung der CDU" ja mehr oder weniger erfolgreich, aber die Union ist in dem Punkt wesentlich erfolgreicher.

Ich wünsche mir für Sie, Frau Ludwig, dass in der nächsten Legislaturperiode im BMVI eine Stelle für Sie frei wird, damit Sie Ihre Kernkompetenz wieder zum Ausdruck bringen können.

Das wäre sowohl für Sie als auch für das Land eine Win-Win-Situation.

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