Die letzte Woche

Mein liebes Tagebuch

02.02.2020, 08:00 Uhr

Spahn macht Dampf bei der Digitalisierung – und wir Apothekers sollen sogar bei der elektronischen Patientenakte mitwirken dürfen. Doch vorerst hätten wir gerne das wasserdichte Makelverbot bei E-Rezepten. (Foto: Andi Dalferth)

Spahn macht Dampf bei der Digitalisierung – und wir Apothekers sollen sogar bei der elektronischen Patientenakte mitwirken dürfen. Doch vorerst hätten wir gerne das wasserdichte Makelverbot bei E-Rezepten. (Foto: Andi Dalferth)


31. Januar 2020

Die ABDA ist schon mal zufrieden mit dem neuen Referentenentwurf für das neue Patientendaten-Schutzgesetz. Wie schön, mein liebes Tagebuch, über Friede und Freude auf ABDA-Seite kann man doch nur glücklich sein. Und wenn dann noch ein Eierkuchen dazu kommt in Form von Makelverbot und E-Rezept-App dann ist doch wirklich alles in Butter. Sie ist so leicht zufriedenzustellen, unsere ABDA. Zwar wird sie ihre App nicht bekommen, jedenfalls nicht so, wie es sich der Apothekerverband wünschte, aber was soll’s. Man ist ja bei der Gematik dabei und hofft wohl, hier ein bisschen steuernd bei der zentralen Gematik-App mitwirken zu können. Und was das Makelverbot betrifft: Im Gesetzentwurf ist es derzeit nur Ärzten und Krankenkassen verboten, Patienten zu beeinflussen und deren E-Rezepte zu lotsen. Andere Anbieter könnten da noch am Markt auftreten und bei E-Rezepten steuernd eingreifen. In der jetzigen Formulierung, also ohne ein Makelverbot für Dritte, ist das Makelverbot für die Katz. Zum Glück ist dieser Referentenentwurf ein erster Vorschlag, es gibt noch mehrere Möglichkeiten, Änderungsvorschläge einzubringen. Und die muss die ABDA, bei aller Freude, dringend nutzen!

 

Klare Worte für die derzeitige ABDA-Politik findet Heidrun Hoch, Vorsitzende der TGL, der Tarifgemeinschaft der Apothekenleiter (TGL) Nordrhein, auf der Jahreshauptversammlung ihres Vereins. Sie nennt die aktuelle Standespolitik „beschämend“. Sie meint: „In der Hoffnung, Herrn Spahn nicht zu verärgern, verlieren einige offensichtlich völlig das Maß.“ Sie schaut dabei auf die Weigerung der ABDA, dem Pharmaziestudenten Benedikt Bühler die benötigten Gutachten zum Rx-Versandverbot zur Verfügung zu stellen. Hoch kann auch nicht verstehen, dass die ABDA so gelassen bleibt, wenn das Bundesgesundheitsministerium ein Gutachten in Auftrag gibt, das die Freigabe der Rx-Preise untersuchen soll. Und die AG Honorar habe nach acht Jahren noch immer keine konkreten Ergebnisse vorgelegt, wie eine neue Honorarstruktur für Apotheken aussehen könnte. Mein liebes Tagebuch, auch wenn das die Kuschelatmosphäre und den Freudentaumel der ABDA stört: Hoch hat Recht. Danke für die klaren Worte.



Peter Ditzel (diz), Apotheker
Herausgeber DAZ / AZ

redaktion@deutsche-apotheker-zeitung.de


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6 Kommentare

Und hier die dafür unmittelbar Verantwortlichen:

von Gunnar Müller, Detmold am 02.02.2020 um 10:57 Uhr

Langjährige Mitglieder dieser äußerst qualifizierten Arbeitsgruppe u. a.:
Becker, Fink, Hubmann, Kiefer, Michels, Overwiening, Schreiber.
Alles keine Unbekannten - werden aber offensichtlich alle immer noch wieder gewählt…
Oder schlimmer noch:
empfehlen (?!) sich sogar für noch Höheres…

» Auf diesen Kommentar antworten | 2 Antworten

AW: Nicht gleich Alle in die Tonne treten

von Wolfgang Müller am 02.02.2020 um 11:33 Uhr

Zwei Fragen an Sie persönlich dazu, ehe wir gleich vorzeitig und vielleicht zu Unrecht alle Beteiligten an dieser gescheiterten Arbeitsgruppe als mögliche bessere, zukünftige ABDA- bzw. DAV-Führung in die Tonne treten:

-- Wer hat die Arbeitsgruppe geleitet, wer war verantwortlich für das Arbeiten der Gruppe? Für die Ziele, die Termine und die Art der Zusammenkünfte, das zielgerichtete Vorgehen der Gruppe, das Hinzuziehen ggf. auch externer Kompetenz etc.?

- Ist eine bessere, andere Honorierung (eben: "Weg von der Packung", z. B.) überhaupt möglich? Oder ist das Scheitern dieser Arbeitsgruppe einfach nur ein zwangsläufiges Ergebnis, weil das aktuelle System das einzig wahre/mögliche ist, um die Regel-Apotheken-Struktur zu erhalten? Und wirklich profitable andere Arten von Honorierungen, wie z. B. für "Impfen", "Dienstleistungen" etc. eben vollkommen eindeutig nicht zu erreichen sind? Sondern dass diese neuen Arten von Honorierungen - wenn überhaupt - nur in vernünftigem Umfang in vollem Bewusstsein HINZU gefügt werden dürften, dass "Die Honorierung der Packung" die "Neuen Leistungen" de facto querfinanzierten muss? Kann man sowas eigentlich wollen?

Ich glaube, dass sich die Leitung dieser Arbeitsgruppe nun endlich, und angesichts der Krisenlage SEHR SCHNELL, einmal diesbezüglich ehrlich machen muss. Oder denken Sie, eine andere Arbeitsgruppe hätte da bessere Ergebnisse erzielt (mal abgesehen von Ihren eigenen, m. E. vollkommen getrennt davon zu diskutierenden, grundlegenden Umverteilungs-Ideen)?

Ich finde darüber hinaus, die ganze Ablenkung der Apothekerschaft mit diesem "Neuartige Honorierungen"-Thema müsste konsequent wenigstens so lange beendet, ja: verboten werden, bis die alleinigen existentiellen Fragen, nämlich die Rx-Festpreis-Frage und die Zukunft des Rezeptmakeln geklärt sind!

AW: @ in die Tonne treten....

von Gunnar Müller, Detmold am 02.02.2020 um 16:25 Uhr

Tja, DAS ist sicher so eine Sache, aber:
WER ist letztlich ohne Verantwortung ...?
Da gibt es sicher viele, unrühmliche Beispiele aus der jüngsten Gegenwart bis in die nähere Vergangenheit vor 75/87 Jahren oder gar noch weiter zurück.
Am Ende will es keiner gewesen sein – auch wenn gerade diese Mitglieder in diesen Gremien doch allesamt keine einfachen ApothekerInnen sind sondern CHEFS, die ansonsten nicht müde werden, uns weiszumachen, dass sie ja allesamt als PräsidentInnen und Vorsitzende die bestmögliche Wahl zur Lösung unserer Probleme sind.

Zur Frage der Unabwendbarkeit des Scheiterns:
Kann man diskutieren - doch bedenken Sie all die viele Zeit (8 Jahre allein seit Apothekerprotest und streng genommen eigentlich doppelt so lange seit 2004 - und man hat noch nicht einmal Erhebungen über die Verteilung der Packungszahlen und geht immer noch von Umsätzen aus…)
und
die vielen abstrusen Ideen zu neuen Aktivitäten, statt
sich darüber Gedanken zu machen, wie wir die immensen zusätzlichen Leistungen, die wir immer wieder und täglich aufs Neue aufgebrummt bekommen einschließlich der ausufernden Rückfragen bei Ärzten/Arztpraxen und der gar so wichtigen Genehmigungen bei den Krankenkassen einmal gescheit bezahlt bekommen.

Ansonsten stimme ich Ihnen vollkommen zu.

Von ABSturz ohne ABS ... Buuh gegen B(r)eton ... und der ABDA gehen die "Sargnägel" immer noch nicht aus ...

von Christian Timme am 02.02.2020 um 9:28 Uhr

Immer weniger Apotheken ... inmitten eines immer größer werdenden Rosenmee(h)res... und die ABDA "sargt" sich und ihre "Schutzbefohlenen" mit anhaltendem Fleiß immer weiter ein. Wie schizophren müssen all die Apotherkerleins sein , die Tag für Tag in der Doppelrolle als Ehrenamtler und Apothekerleiter diese Entwicklung befördern?. Ein Jens Spahn muss sich doch langsam in diesem "Schlaraffenland" anfangen zu langweilen ...

» Auf diesen Kommentar antworten | 0 Antworten

.

von Anita Peter am 02.02.2020 um 8:52 Uhr

Hat man denn das Herstellen der "geichlangen Spiesse" bei der ABDA schon völlig aufgegeben?
Selbst die Wiederherstellung der PB bei GKV Kunden sind keine gleichlangen Spiesse. Das FBV wird ebenso völlig ungeniert umgangen.
Ohne RXVV wird man um eine Honorarreform nicht umherkommen. Gleiche Bezahlung von Vor Ort Apotheken und Versandapotheken sind keine gleichlangen Spiesse. Das volle Honorar können nur Apotheken bekommen, die beraten, NN anbieten, Akutversorgung usw usw anbieten. D.h.dem Versand stehen nur die 3% Handlingspauschale zu. ( Scheint ihm auch zu reichen, wenn DoMo zu Zeit mit 30 Euro Bonus lockt ) Von den Einsparungen kann das Honorar auf 9,50 angehoben werden. Natürlich flankiert von einem Verbot von Selektivverträgen.
Die ABDA hat sich mit dem Scheitern des RXVV abgefunden, legt aber keine Pläne auf den Tisch, wie die gleichlangen Spiesse auch nur annähernd wiederhergestellt werden können.

» Auf diesen Kommentar antworten | 0 Antworten

3000 Tage und kein eigener Honorarvorschlag !

von Ulrich Ströh am 02.02.2020 um 8:47 Uhr

Die Arbeitsgemeinschaft HONORAR bei der ABDA hat nach
acht (!!!) Jahren kein Ergebnis geliefert.

Wie ist in den ca. 3000 Tagen dort gearbeitet worden ?

» Auf diesen Kommentar antworten | 0 Antworten

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