RKI zu Verdachtsfällen mit 2019-nCov

Welche Patienten mit Atemwegssymptomen sollen auf Coronaviren getestet werden?

Stuttgart - 22.01.2020, 17:00 Uhr

Bislang gibt es keine Fälle des neuartigen Coronavirus 2019-nCoV in Europa und Australien. Dennoch rüsten sich die Länder. Das RKI hat nun Empfehlungen veröffentlicht, welche Patienten mit Atemwegssymptomen auf Coronaviren gecheckt werden sollen. (m / Foto: imago images / AAP)

Bislang gibt es keine Fälle des neuartigen Coronavirus 2019-nCoV in Europa und Australien. Dennoch rüsten sich die Länder. Das RKI hat nun Empfehlungen veröffentlicht, welche Patienten mit Atemwegssymptomen auf Coronaviren gecheckt werden sollen. (m / Foto: imago images / AAP)


Seit Kurzem kursiert ein neuartiges Coronavirus (2019-nCoV), zunächst nur in China, mittlerweile sind auch Erkrankungsfälle in Japan, Südkorea, Taiwan und Thailand bekannt. Und die USA hat das Virus nun ebenfalls erreicht. Das RKI hat jetzt Empfehlungen herausgegeben, wie Patienten zur Abklärung von Coronavirus-Infektionen identifiziert werden können.

Die USA sind das fünfte Land, in dem das neuartige Coronavirus (2019-nCoV), das vor rund einem Monat erstmals in China zu mysteriösen Pneumonien geführt hatte, nun nachgewiesen wurde. In China gibt es nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO, die für Mittwoch einen Notfallausschuss einberufen hat, bislang mehr als 440 Erkrankungen. Auch in Japan, Thailand und Taiwan wurde das neue Coronavirus bestätigt. Neun Menschen sind bis jetzt verstorben. Diese Woche wurde dann bekannt, dass das Coronavirus auch von Mensch zu Mensch übertragen werden kann.

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Selbst wenn bislang kein Coronavirus-Fall in Europa bestätigt ist, sieht sich die EU-Kommission „für eine mögliche Ausbreitung des neuartigen Coronavirus nach Europa gewappnet“, meldet die Tagesschau am heutigen Mittwoch. Man beobachte zusammen mit dem Europäischen Zentrum für die Prävention und Kontrolle von Krankheiten (ECDC) die Ausbreitung des Erregers sehr genau. Auch das Robert Koch-Institut (RKI) hat bereits reagiert und eine extra Seite eingerichtet, die Informationen über das „neuartige Coronavirus“ liefert. Dabei geht es auch um Verdachtsabklärung – also, unter welchen Voraussetzungen und wie man bei Patienten mit Atemwegssymptomen weiter vorgeht, um eine Infektion mit 2019-nCoV auszuschließen oder zu bestätigen.

Atemwegssymptome und Coronavirus-Kontakt oder Aufenthalt in Wuhan

Das RKI empfiehlt bei einer Häufung hospitalisierter Patienten mit schwerer akuter respiratorischer Symptomatik (zum Beispiel Pneumonie) labordiagnostisch die Erkrankungsursache zu klären und dabei neben aviärer Influenza und MERS-CoV auch auf 2019-nCoC zu testen.

Zudem muss eine spezifische Untersuchung auf eine durch 2019-nCoV-verursachte Infektionserkrankung durchgeführt werden bei:

  • Personen mit respiratorischen Symptomen unabhängig von deren Schwere UND Kontakt mit einem bestätigten oder wahrscheinlichen 2019-nCoV-Fall.
  • Personen mit erfülltem klinischen Bild UND Aufenthalt in einem Risikogebiet (innerhalb der letzten 14 Tage vor Erkrankungsbeginn: Reise/Wohnort in Wuhan, China)

Das RKI versteht unter einem bestätigten Fall eine Person mit labordiagnostischem Nachweis des 2019-nCoV. Als wahrscheinlich stuft das RKI einen Fall ein, wenn bei der Person zwar kein labordiagnostischer Nachweis von 2019-nCoV durchgeführt wurde, sie jedoch das klinischen Bild erfüllt UND Kontakt mit einem bestätigten Fall hatte.

Das klinische Bild beschreibt eine Person mit einem akuten respiratorischen Syndrom (mit oder ohne Fieber sowie mit oder ohne Husten), bei der basierend auf klinischen, radiologischen oder histopathologischen Hinweisen auf ein entzündliches Infiltrat der Verdacht besteht, dass die unteren Atemwege betroffen sind (zum Beispiel Pneumonie oder Akutes Atemnotsyndrom).

Therapie von 2019-nCoV

Eine spezifische Therapie der Coronavirusinfektion gibt es nicht. Das RKI schlägt „supportive Maßnahmen entsprechend Schwere der Erkrankung“ vor. Beratung zu klinischen Fragen gibt STAKOB, die Kompetenz- und Behand­lungs­zentren für Krankheiten durch hoch­patho­gene Erreger. 



Celine Müller, Apothekerin, Redakteurin DAZ.online (cel)
redaktion@daz.online


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